man von der Hundskugel rein kommt . - Unser liebe Frau steht groß über der Haustür in der Nischen . « Da bedankte er sich noch einmal , der Magister , gab mir gute Lehren und schöne Wort und versprach , mich am Sonntag nach dem Essen zu besuchen , mit Verlaub . Ich aber wußt nicht Red noch Antwort , fühlte nicht Schmerz noch Lust und stand auf meinem Fleck , indes in meinem Hirn der eine Gedanke umging : » Gfehlt ists ! - Aus ists ! - Du bist ein Lump ! « Mittlerweil hatte sich der Milchbauer mit dem Fritz auf den Weg gemacht , und der Magister nahm nun ebenfalls von uns Abschied , trank sein Glas aus und ging . Da gab ich mir einen Ruck und dachte , wenn ich erst einmal eine Weil bei dem Meister wär und er keine Klag über mich hätt , dann kunnt ich ihm ja leichtlich alles erzählen . Und bis dahin würd es schon gehen mit der Hilf Gottes . Ging also mit ihm und trat hinaus in die sonnbeschienenen Gassen und folgte meinem Meister durch das feinbemalte Ratstor über den Marktplatz mit der lieben Frau auf der Säulen , vorbei an den Ständen der Händler und hinein in schmale Gassen und enge Winkel , bis wir endlich zu dem Haus mit der großen Madonna kamen . Aufrecht ging ich durchs Tor und hinein in die Werkstatt , da der Meister mir meinen Platz neben einem Altgesellen anwies und sagte : » Also , Hans , probiern wir ' s halt in Gottsnam . « Nun hatte ich also eine Arbeit , einen Meister , einen Platz beim Altgesellen - aber kein Gewand , wie es die zünftigen Maler gemeiniglich bei ihrem Schaffen tragen . Sagte also derhalben zum Meister : » Es wär mir lieb , Meister , wann ich gleich meine Kluft ablegen kunnt und ein anders Gwand anlegen . Auch hab ich mir noch um kein Logis gschaut . « » Das kannst im Haus haben « , erwiderte der Meister ; » bei mir loschiern alle im Haus , die bei mir werken ! - Habs nit mit den Auswärtsschlaf ern ! - Hängt sich leicht allerhand an ! Und - was ich sagen will , - Kittel und Schawer findst da hint , in dem Kasten , was d ' brauchst . « Also suchte ich mir meinen Habit aus und folgte darnach dem Meister hinauf unters Dach , da drei niedere Kammern für die Gesellen gerichtet waren mit sauberen Betten , blechernen Waschschüsseln und steinernen Wasserkrügen . Vor jedem Bett stand ein blank gescheuerter Hocker und eine niedere Truhe , und an der Wand hing ein einfacher Herrgott , mit Palmbüscheln und Antlaskränzlein geschmückt . In den geblümten Zeugvorhängen steckten allerhand Zunftzeichen und Anhängsel , Blumensträußlein und bunte Bänder , und auf einem Fensterbrett stand einschichtig ein magerer Rosmarinstock . Der Meister hatte derweil seine Ehefrau gerufen ; und die lächelnde , rundliche Meisterin mit ihrem blonden Haarschopf , darin ein großmächtiger , geschnitzter Hornkamm steckte , rief mit heller Stimm , indem sie eilig ihre blumenbestickte Leinenschürze zurückschlug und glättend über die Kissen eines Bettes strich : » Ja , was is dees , Vater ! - Ham ma scho wieder oan ! - So so ! - Na , dees is recht . - Wie heißt er denn ? - Is er auch brav und ordentlich ? - Und gsund ? - Kennt er unsern Herrgott noch ? - Geht er schön in d ' Kirch ? - Er hat doch hoffentlich kein Schatz ? - Gwiß nit ? - Also - dann ists recht . - - Acht gebn aufs Bett ! - Kein unnützen Dreck machen ! - - ' s Bettgwand nit zreißen ! - Öfters beichten gehen ! - Den Boden nit vollspaizen und ' s Waschwasser nit in d ' Dachrinn gießen ! - Und nit streiten ! - Und im Haus Filztapperln tragen ! - Also . « Und sie nickte mir freundlich zu , ließ die Schürze wieder fallen und lief die Stiegen hinab , daß ihr Schlüsselbund rasselte . Da zog ich mich eilig um , tat einen Stoßseufzer und folgte darnach dem Meister wieder in die große , lichte Werkstatt , in der überall Engel und Heilige , Madonnen und Wandherrgotte umeinanderlagen und standen ; bald aus Holz , bald aus Gips , alabasterne und steinerne , bemalte und vergoldete . Hier strich einer frisch an dem lichtblauen Mantel der Himmelskönigin , dort malte einer die Schuhriemen des heiligen Florian ; der rieb auf einer gläsernen Platte emsig die Farbe an , und jener setzte eben goldene Sterne auf das Gewand eines Cherubs . Der Altgesell aber , dem ich zur Hilf zugeteilt ward , malte kunstvoll das Antlitz eines Herrgotts am Kreuz ; bleich , mit bläulichem Unterton , die halboffenen Augen voll Schmerz und Leid im Ausdruck . Etliche Lehrlinge liefen geschäftig mit Farbtöpfen und Goldlackhäfen herum , wuschen Pinsel , trugen den Gesellen Öle oder Paletten , Töpfe oder Näpfe zu und machten dabei ihre Späße und Umtriebe . Der Meister holte derweil einen Pack leerer Wandkreuze , legte sie für mich hin und sagte : » So , die müssen sauber schwarz gstrichen werdn . - Der Benno soll dir ' s Farbhaferl bringen und Pinsel ! - Gregori , schaugst ihm halt hie und da auf d ' Finger , daß ers recht macht , sein Sach ! « Mein Altgesell nickte , und ein Lehrbub brachte mir alles , was ich brauchte . Also begann ich meine Arbeit , die ich wohl begriff ; denn ich hatte schon beim Bildlthomas viele Rahmen bemalt , gestrichen und vergoldet . Der Gregori brauchte kein Wort zu reden und war mit dem Anfang so wohl zufrieden , daß er am Mittag zum Meister sagte : » Schafft gar nit schlecht , der Binkel ! - I