Mein lieber Mann , « sagte er , » was Sie mir erzählen , gefällt mir nicht . Aber was soll ich dabei tun ? « » Sie müassen befehl ' n , daß der Zettel ausg ' liefert werd ' . Der muaß öffentli , vor alle Leut ' z ' rissen wer ' n. « » Das kann ich nicht befehlen . « » Sie san do der Vorg ' setzte von insern Pfarrer ? « » In gewisser Beziehung steht er unter dem Ordinariat . Aber nicht so , wie Sie das meinen . « » Ja , dös könnt ' s do ös net zualassen , daß an offenbare Verleumdung im Kirchenbuach d ' rin bleibt ? Da seid ' s ös allesamt schuldig ! « » Wir wollen uns jetzt nicht aufregen . Im Kirchenbuch steht so etwas nie . « » Er hat den Zettel ins Kirchenbuch einig ' legt . So was derft ' s ös do it zualassen ! « » Erstens : Ich kann dem Pfarrer von Erlbach nicht anschaffen , wohin er seine Papiere legen soll , und zweitens : Niemand kann ihm befehlen , daß er einen Zettel ausliefert , den er nicht unrechtmäßig erworben hat . Das müssen Sie doch einsehen . « » Na , dös siech i net ei ' . Mi derfen do aa koa falsche Urkund ' net ei ' trag ' n. A Burgermoasta , der so was tuat , werd ei ' g ' sperrt . Für de Pfarrer werd ' s do aa ' r a G ' setz geb ' n ? « » Wir verstehen uns nicht . Hören Sie mich ruhig an ! Eine Urkunde ist diese Schrift da nicht . Wenigstens keine Urkunde , wie Sie das verstehen . Das ist eine private Aufschreibung , eine Bemerkung . Geradeso , wenn Sie zum Beispiel in Ihr Notizbuch hineinschreiben , der Pfarrer Soundso hat gestohlen . Da kann Sie doch kein Mensch zwingen , daß Sie es herausreißen . « » Wenn i ' s aber ander Leuten zoag ? « » Dann können Sie wegen Beleidigung verklagt werden . Das ist hier nicht möglich , weil der Schreiber jenes Zettels gestorben ist . « » Herzoagt hat ' n der jetzige Pfarrer . « » Ja , das hat er . Und ich würde es nicht getan haben . Aber verurteilt kann er deshalb nicht werden . « » Ich siech scho , es gibt koa Recht für mi . Ös helft ' s alle z ' samm . « - » Das müssen Sie nicht sagen . « » Dös sag ' i net alloa . Mir hat scho lang ' oaner g ' raten , daß i nix toa soll , weil ' s do für nix is . « » Sie wollten von mir einen Rat . Also darf ich Ihnen nichts sagen , was ich selbst nicht glaube . « » Ja , ja , i woaß scho . Hätt ' da Bauer an Pfarrer beleidigt , nacha waar ' s leicht mit ' n Klag ' n. « » Sehen Sie , Schuller - so heißen Sie ? - reden Sie sich nicht in Zorn und Argwohn hinein . Ich will Sie nicht fortschicken , wie Sie gekommen sind . Wenn es Ihnen recht ist , schreibe ich dem Pfarrer ; vielleicht kann man die Sache noch mit Güte beilegen . Das halte ich für das Beste . « » Dös tean S ' net ! Bai i koa Recht it finden ko , is trauri ; koa G ' nad ' mag i net . Und mit der Güte is bei mir gar nix mehr . « » Er ist doch Ihr Seelsorger ! « » Na , dös is er net . Liaba fall ' i am Fleck um , als daß i no mal in d ' Kirch ' geh ' oder daß i a Sakrament nimm von dem Ehrabschneider . « » Versündigen Sie sich nicht an unserem heiligen Glauben ! « » Heilig ! Ja , der is heilig , der Glaub ' n , der solchene Lehrer hat ! San ma staad über dös ! I bin firti damit ! Adjes ! « Und der Schuller ging . Auf der Straße blieben die Leute stehen und schauten dem Manne nach , der so hastig ging und mit sich selber redete . Die Lüge blieb stehen . Jedes Wort war erfunden ; so schlecht , wie nur einer was erfinden kann . Alle mußten es wissen . Mit Händen war es zu greifen . Und half ihm alles nichts . Er mußte das Unrecht leiden , wie er sich auch dagegen wehrte . Er war machtlos , ganz machtlos . Herrgottsackerament ! Daheim fand er nichts , was ihm den Verdruß genommen hätte . Seine Bäuerin hatte nur dumme Fragen , und die Ursula ging müde und schwerfällig im Hause herum . Ihr Zustand regte ihm noch mehr den Zorn auf . Da würde es nun über eine kurze Weile neuen Verdruß geben . Und seine Feinde konnten sich freuen , wenn ihm der Hierangl vor Gericht das Hauswesen schlecht machte . Das mußte ihm gerade jetzt geschehen . Das heimliche Lachen sehen müssen und nichts sagen dürfen . Vielleicht fragte ihn der Bezirksamtmann , ob das auch bloß eine Verleumdung sei , das mit der Ursula . Und nahm es als Beweis , daß er recht gehabt habe . Daß einer nicht zum Bürgermeister taugt , wenn er im Haus nicht auf Ordnung sieht . » Geh mir aus ' n Weg , du ! I mag di net sehg ' n ! « Das mußte die Ursula oft hören ; und dann schlich sie sich in den Stall hinaus und heulte jämmerlich . Die Mutter weinte mit . Ihr Herz war schwer bedrückt , weil der Bauer ihr gesagt hatte , daß er seinen Fuß