fragen ? ! « » Ich habe dich doch gebeten , hier mich allein bestimmen zu lassen ! « » Das bezog sich nur auf die Bestrafung der Beleidigung deiner Hanneh , aber nicht auch auf das weitere . « » Verzeih , Effendi ! Das habe ich nicht gewußt . Ich bin aber überzeugt , daß du dem , was wir ausgemacht haben , deine Genehmigung nicht versagen wirst . « » Ich bin nicht überzeugt , hoffe es aber . Welches Uebereinkommen habt ihr getroffen ? « » Der Scheik der Beni Khalid ist einverstanden , sich gegen den Perser austauschen zu lassen ; die Soldaten giebt er aber noch nicht frei . « » Warum ? « » Er sagt , Person gegen Person ; er mit seinen beiden Leuten hier seien drei , der Perser mit seinen Soldaten und dem Khabir aber zweiundzwanzig Personen , also ein sehr ungleiches Verhältnis . Darum sollen einstweilen nur er und der Perser freigegeben werden . « » Wieso einstweilen ? « » Weil um die Mekkaner gekämpft werden soll . Siegen wir , so werden die Soldaten freigegeben , und wir bekommen die Mekkaner , doch nur gegen das Versprechen , ihnen nichts gegen Leib und Leben zuzufügen . « » Und siegen die Beni Khalid , was dann ? « » In diesem Falle bekommen wir weder die Mekkaner , noch die Soldaten und haben auch den Perser wieder auszuliefern . « » Auch diesen ? Das ist zuviel verlangt ! Warum bist du auf diesen Punkt eingegangen ? « Da ging ein unendlich selbstbewußtes Lächeln über sein liebes , kleines Gesicht , und er antwortete : » Ich wäre auch auf noch mehr eingegangen , Effendi , denn daß wir besiegt werden , das liegt ja nicht im Bereiche selbst der allerentferntesten Möglichkeit . Davon bist du doch grad ebenso wie ich überzeugt ! « » Ich warne dich , allzu sicher zu sein . Hochmut kommt sehr leicht vor den Fall ! « » Es ist kein Hochmut , Sihdi , sondern nur die demütigste , die allerdemütigste Ueberzeugung . Gieb dem großen , schwarzen Panther auf , mit einer Zeltkatze um Leben und Tod zu kämpfen ! Ist es Hochmut , wenn er darüber lacht ? Sie ist ja nicht seinesgleichen ; sein Schwanz ist dreimal länger als sie ; wenn er sie mit seiner Pranke nur berührt , muß ihre arme Seele aus dem Fell heraus . Das weiß er ; aber das ist kein Hochmut von ihm , sondern nur bescheidene Selbsterkenntnis . Nun denke , daß wir Haddedihn die Panther , die Beni Khalid aber die Katzen sind . Wir besitzen infolgedessen die Demut und Bescheidenheit des Panthers , und es ist also eine vollständige Verkennung der Umstände und eine vollständig umgedrehte und ganz verkehrte Anwendung des Fernrohres deiner Urteilskraft , wenn du anstatt das kleine , das große Glas vor die Augen hältst und meine Demut als Hochmut bezeichnest . « Wenn mir diese sonderbare Art seiner Beweisführung nicht bekannt gewesen wäre , so hätte ich jetzt lachen müssen ; so aber fragte ich : » Du sprichst von Leben und Tod . Soll der Kampf so scharf genommen werden ? « » Ja . « » Sind die Personen schon bestimmt , zwischen denen er stattzufinden hat ? « » Nur erst zwei . « » Was ? Wie ? Nur erst zwei ? Das ist ja genug ! « » Nein , Sihdi , das genügt noch nicht . Tawil Ben Schahid bestand darauf , daß es sechs sein sollen , von jeder Seite drei . « » Warum ? « » Das weiß ich nicht . Ich habe ihn nicht darnach gefragt . Es ist uns ja ganz gleich , oder vielmehr , meinen Haddedihn wäre es am liebsten , wenn bei dieser vortrefflichen Gelegenheit jedem von ihnen erlaubt würde , sich mit einem Ben Khalid zu messen . « » Dennoch hättest du auf einen dreifachen Zweikampf nicht eingehen sollen , ohne mich vorher zu fragen ! Welche zwei sollen wir außer mir noch wählen ? Es werden sich alle dazu drängen , und das macht die Sache schwer . « » Außer dir , sagst du ? « » Natürlich ! « » Für so natürlich halte ich das nicht . « » Habe ich dir nicht gesagt , daß du mich dem Scheik als denjenigen bezeichnen sollst , den der betreffende Ben Khalid als Gegner haben wird ? « » Ja , das hast du freilich gesagt . « » Und du hast es gethan ? « » Nein . Hast du denn wirklich geglaubt , daß ich so wenig Ehrgefühl besitze , einen andern an meine Stelle treten zu lassen ? Ich habe selbstverständlich nicht dich , sondern mich genannt . « » Hm ! Was sagte Hanneh dazu ? « » Sie hatte gar nichts anderes erwartet und freute sich darüber . « » So hat sie keine Sorge ? « » Sorge ? Angst ? Um mich ? O , Sihdi , Sihdi , Sihdi ! Meine Hanneh soll Angst um ihren tapfern , unüberwindlichen Hadschi Halef Omar haben ! Nimm es mir nicht übel , aber ich muß dich wirklich fragen , ob du vielleicht zufälligerweise von Sinnen , ganz von Sinnen bist ! Ich bin ja schon überhaupt gar nicht zu besiegen ; aber wenn ich während des Kampfes ihre schönen , lieben Augen auf mich gerichtet weiß , so würde ich hundert Riesen erwürgen , wenn sie es wagten , mich nur falsch anzusehen . Das kannst du dir doch denken ? Erweckt der Anblick deiner Emmeh nicht auch solche Kampfeslust in dir ? « » Nein . « » So kann ich wirklich nicht umhin , dir mitzuteilen , daß meine Hanneh deiner Emmeh vorzuziehen ist . Bei einem Weibe , die ihren Mann so friedlich stimmt , muß er ja seine ganze Tapferkeit verlieren ! Wie kann