? « Malis Brauen furchten sich . » Du fragst a bißl gspaßig ! « Sie wurde ruhig . » Der Herr Maler droben malt den Franzl und hat ihn mit naufgnommen in d ' Stub . Mich hat er auch dazu braucht . Is da was Unrechts dran ? « Bruckner strich die schwielige Hand übers Haar und wandte sich ab . Nun hielt ihn die Schwester zurück . » Du hast ' s Reden angfangt , Lenzi ! Jetzt reden wir die Sach amal aufs End ! « » Da is nix weiter z ' reden . « » Könnt sein , daß der Franzl amal um meintwegen käm . Hättst du da was einzwenden dagegen ? « Bruckner schwieg . Seine Augen irrten . » Red , Lenzi ! Hat der Franzl net Stellung und Dienst ? Hat er net Haus und Anwesen ? Und is er net a Mensch , den man gern haben muß ? « Mali sah , daß der Bruder vor sich hinnickte . » No also ? Was kannst einwenden ? « » Frag net ! « Der Bauer vermied den Blick der Schwester . » ' s Reden tät net gut . « » Es wird aber gredt sein müssen , ob heut oder an andersmal . « Da nickte der Bauer wieder , tonlos die Worte wiederholend : » Ob heut oder an andersmal ! « » Ich sag dir ' s offen : er hat mich gern . Und ich bin ihm gut . Gredt hat er noch nix . Aber so viel merk ich schon : wir zwei lassen nimmer aus . « Der Bauer starrte die Schwester an , als hätte er die Botschaft eines schweren Unglücks vernommen . Sie meinte ihn zu verstehen . » Mußt dich net ängsten , Lenzi ! Mich hast , so lang mich deine Würmerln brauchen . « Das kleine Netterl , das Mali auf den Armen trug , verlor die stille Geduld , klatschte lallend die Händchen in Malis Gesicht und drückte das winzige Näschen an die Wange des Mädels . Mali lachte , und ihre Augen wurden feucht . » Ich ? Und deine Kinder verlassen ? Ah na ! Der Franzl und ich , wir sind zwei junge Leut , wir können warten . Aber daß wir zammwachsen amal ? Dös is so gut wie fest und sicher . « Schwer atmend schüttelte Bruckner den Kopf . » Es kann net sein ! « » So ? « Mali streckte sich . » Warum net ? « Der Bauer hob das bleiche Gesicht . » So gern hast ihn ? Da tust mich erbarmen , Schwester ! Da geht ' s halt wieder , wie ' s in der Welt schon oft gangen is : fallt einer , reißt er die andern hinter ihm nach ! - Verstehst mich net ? Muß ich dir ' s halt sagen ! Komm ! « Alle Farbe wich aus Malis Gesicht , als der Bruder sie bei der Hand faßte und in die Stube zog . Die Sonne fiel durch die offene Haustür in den Flur , und draußen im Hof klangen die fröhlichen Stimmen der beiden Kinder , die unter den Obstbäumen das Gras durchstöberten und die Äpfel und Birnen auflasen , die in der Nacht gefallen waren . Auf der Straße ließ sich Hufschlag vernehmen . Zwei Reiter trabten vorüber : Graf Robert in Begleitung seines Stallburschen . Hurtig liefen die zwei Kinder zum Zauntürchen , um dieses im Dorfe seltene Ereignis aus nächster Nähe zu bestaunen . Graf Robert hatte es unter seiner Würde gefunden , in der » kurzledernen Maskerade « , die für das Erscheinen in der Jagdhütte unumgängliche Vorschrift war , das Dorf und die von Sommergästen wimmelnde Seelände zu passieren . So ritt er voraus , um sich erst bei ihm passend erscheinender Gelegenheit in einen Jäger nach dem Geschmack seines Vaters zu verwandeln . Eine Viertelstunde später wanderten seine Brüder mit Büchse und Bergstock an dem Bruckneranwesen vorüber . Franzl , dessen spähender Blick die Fenster und den Hofraum überflog , führte den kleinen Zug . Tassilos kraftvolle Gestalt in der verwitterten Jägerkleidung machte ein schmuckes Bild , doch dem Ernst seiner Augen war es nicht anzumerken , daß es nun bergwärts ging zu » fröhlichem Jagen « . Hinter ihm kamen drei Träger mit schwer gepackten Rucksäcken , und in weitem Zwischenraum folgte Willy mit dem alten Moser , der Graf Roberts Büchse trug ; die beiden sprachen lachend miteinander , blickten immer wieder über die Straße zurück und winkten mit der Hand , wie zu lustigem Abschied auf baldiges Wiedersehen . Als ihnen der Gegenstand ihres Vergnügens aus den Augen schwand , stieß der alte Moser scherzend den Ellbogen an den Arm seines jungen Herrn . » Hab ich net recht , Herr Graf ? So was Liebs hat die ganze Welt nimmer ! « Willy zwirbelte das Bärtchen . » Aber den Schnabel halten , Moser ! « » Das wissen S ' doch , daß ich Ihnen a kleins Spasserl von Herzen vergönn . Lassen S ' nimmer aus ! Mir scheint , ' s Fischerl hat schon anbissen ! « Der kleine Jagdzug erreichte den ansteigenden Bergwald . Zwei Stunden ging es im Schatten der Buchen und Fichten auf leidlich bequemen Wegen aufwärts . Als die Lichtung der Niederalm durch die Bäume schimmerte , begegnete ihnen der Stallbursch , der die zwei Pferde nach Schloß Hubertus zurückführte . Bei der Sennhütte wartete Robert ; er schien sich in Joppe und Lederhose nicht behaglich zu fühlen , hatte für die Brüder kaum einen Gruß und zeigte während des Frühstücks , das in der Hütte genommen wurde , eine ungnädige Stimmung ; nachdem er einige Bissen genossen hatte , sprang er auf , steckte mit nervöser Hast eine Zigarette in Brand und trat vor die Hütte , als möchte er mit seinen unruhigen Gedanken allein sein . Dem alten Moser