Der wird auch Wege finden , Da dein Fuß gehen kann . Er glaubte die Natur nie so schön gesehen zu haben wie heute , als er nach langer , schwerer Krankheit den ersten Ausflug machte . Fast heiter ging er an die letzte Ruhestätte des alten Freundes . Dort grünte und blühte es in allen Farben , dort murmelte das Wasser und warf spielend leichte Wellen an den Strand . Robert hatte Mühe , die Stelle wiederzufinden , so üppig war während der zwei Monate die Pflanzenwelt überall vorgedrungen . Aber er fand es doch und pflückte eine kleine weiße Blume , die zu der Fischgräte in den kleinen ledernen Brustbeutel wanderte , welchen ihm Gomez geschenkt hatte . Der war gewiß schon ganz ermüdet und wunderte sich , daß ihm so gar kein Beistand geleistet wurde . Robert sah noch einmal zurück , er sah noch einmal über das Meer , dann kehrte er sich ab . - Der gutmütige Gomez hatte , als er wieder bei ihm anlangte , das Gerippe des Gerichteten bereits mit einer leichten Erdschicht bedeckt , und so war denn der kleine Ausflug für diesmal beendet . Man fuhr zurück zu der Niederlassung der Räuber , wo Gomez vor allen Dingen eine tüchtige Mahlzeit auf den Tisch brachte . Robert hatte überhaupt nie in seinem Leben bessere Tage gehabt als gerade jetzt . Er wurde zu keiner bestimmten Arbeit gezwungen , sondern half nur dem Koch , wo es sich traf , und pflegte den Garten , in dem die Bande alles baute , was zur Vervollständigung einer feinen Küche gehört . Außer den bekannten Gewürzkräutern und Gemüsen gab es dort Liebesäpfel , spanischen Pfeffer , Champignons und anderes mehr . Auch Ananas und Bananen wuchsen da , und außerdem hielten sich die Flibustier einen großen Hühnerhof , einige Schweine und Kühe . Nur Pferde hatte man nicht , weil eben keine Felder bebaut wurden . Robert war sozusagen der Herr all dieser reichlichen Schätze . Die Flibustier kümmerten sich darum fast gar nicht . Sie schafften nur Proviant in Massen herbei , während seine Verwendung dem Koch überlassen blieb . Auf ein anstrengendes , gefährliches Tagewerk sollte ein üppiges Mahl und ein guter Trunk folgen , das war es , was sie wollten und wofür sie lebten . Die Speisekammer stand immer auf , die Früchte wuchsen in Fülle , die Weinfässer lagen in einer Art von Erdhöhlung , die nie verschlossen wurde , und Arbeit gab es fast gar nicht . Robert konnte glauben , in das Schlaraffenland des Märchens versetzt worden zu sein , er mußte dies Leben verführerisch nennen , aber dennoch hatte er keinen Augenblick das Verlangen , der Bande anzugehören . Er dachte täglich und stündlich an den Augenblick , der ein Schiff hierherführen und ihn befreien sollte . Warum ihn wohl die Fischer noch immer hier behielten ? Er begriff es nicht und fragte einmal den Koch danach . Gomez wiegte mit schlauem Lächeln den Kopf . Er setzte den Zeigefinger auf Roberts Brust . » Bukanier ! « sagte er . Der Junge errötete . » Ich ? - Niemals , Gomez . « Der Koch zuckte die Achseln . » Roberto Bukanier « , wiederholte er , » no hablan andere Bukanier ! « Jetzt begriff er die Meinung des Spaniers . » Ich soll erst an den Verbrechen der Räuber teilnehmen , damit ihnen mein Schweigen sicher ist ? « fragte er in dem eigentümlichen Kauderwelsch , in dem die beiden miteinander sprachen . » War es so ausgeklügelt , Gomez ? « Der Koch nickte lebhaft . » Ja ! « rief er , » ja ! « » Und ich sage nein ! « rief entschieden der Junge . » Mein gutes Gewissen sollte ich um dieser Seeräuber willen verlieren ? - Oho , das geht nicht so leicht , wie ihr denkt . Zum Verbrecher lasse ich mich nicht machen . « Er ging wieder an seine Gartenarbeit , die zwar nicht notwendig war , die er aber begonnen hatte , um sich etwas zu beschäftigen . Er grub zierliche Beete , wo sonst alles wie Kraut und Rüben durcheinander wuchs , oder er machte den Hühnern eine hölzerne Einfriedigung , damit sie nicht in den Garten kamen , und räumte die Vorratskammern auf . Gomez , obwohl ein vortrefflicher Koch und ein guter , harmloser Mensch , war doch keineswegs reinlich oder ordnungsliebend , daher fand Robert immer Arbeit in Fülle . Außerdem schoß er gelegentlich einige Vögel , fischte und flickte auch wohl des Kochs Kleidungsstücke , so daß er immer beschäftigt war . Heimlich aber beobachtete er fortwährend das Meer und seufzte , wenn wieder der Abend kam , ohne daß sich ein Schiff der Insel genähert hätte . Die Bukanier nahmen von ihm nicht die geringste Notiz . Vielleicht wollten sie ihm das arbeitslose , gute Leben erst ganz zur Gewohnheit werden lassen , damit er sich von selbst nachgiebig zeigen sollte , wenn sie ihm die Wahl stellen würden , entweder für immer in ihre Gemeinschaft überzutreten oder zu der harten Arbeit des Matrosen zurückzukehren . Sie ließen ihn wie ein Haustier an ihrem Tisch essen und unter ihrem Dach schlafen , ohne sich um ihn zu kümmern . Da sah er eines Tages , daß zu ganz ungewohnter Zeit die Räuber eilig und bestürzt heimkehrten , daß sie den Koch herbeiriefen und laut miteinander sprachen . Robert fühlte , wie ihm das Herz gegen die Rippen pochte . Was war geschehen ? Er schlich sich an den Koch heran und fragte ihn ; aber was dieser antwortete , das lag zu weit außerhalb des Gesichtskreises täglicher Angelegenheiten , - er verstand ihn diesmal nicht . Da rief ihn der , der etwas deutsch sprach , zu sich . » Du « , sagte er , » es kommt morgen ein Abgesandter der kubanischen Regierung hierher , um die Inseln zu besichtigen , nach versteckten