der Gemächer waren zur Verteidigung eingerichtet . Von den obersten derselben gingen sie auf das Dach hinaus . Dieses war aus starken Bohlen wenig schief gegen innen gezimmert , und hatte außerdem die Einrichtung , daß man auf ihm aus Balken schnell einen waagrechten Boden legen konnte , um darauf große Wurfdinge stellen zu können . Das Dach hatte rings herum starke Brustwehren aus Mauerwerk , und weil das Regenwasser nach innen glitt , so hatte es zu seiner Ableitung eine hölzerne Rinne , die durch die Mauer hindurch weit oberhalb des Sumpfes hinaus ragte . Man konnte von dem Turme nur das Tal sehen , und vermochte über den umgebenden Wald nicht hinaus zu blicken . Als der Mittag gekommen war , wurde das Mahl in der Stube eingenommen . Bei demselben war auch Ludmila war Dimut und waren andere Frauen . Sonst aber waren weniger Menschen anwesend , als sich am Morgen zur Begrüßung Witikos eingefunden hatten , weil die , welche Angehörige besaßen , mit ihnen in ihren Hütten und Häusern aßen . Es wurden Rinderbraten Fische Geflügel Bier und Roggenbrot auf den Tisch gesetzt . Witiko blieb drei Tage bei Rowno . Am vierten ritt er beim Aufgange der Sonne in der Richtung nach Morgen weiter . Er ritt durch die Wiesen Felder und Weiden , die um den Turm waren , und kam wieder in den Wald . Da floß ein Bach in der Richtung gegen Morgen , und an dem Bache ging der Pfad hin . Witiko ritt auf demselben weiter . Er ritt eine Stunde lang an den Krümmungen des Wassers über Wurzeln Moorgrund und Gestein . Dann änderte der Bach seinen Lauf , und ging an einem großen waldigen Abhange gegen Mitternacht . Witiko ritt auf dem Pfade an ihm eine halbe Stunde fort . Dann nahm der Bach einen zweiten auf , und sie gingen vereinigt wieder gegen Morgen . Witiko ritt zwei Stunden durch dichten Wald , bis er zwischen zwei Felsrücken samt dem sprudelnden Wasser zur Moldau hinaus kam . Da war der Platz , auf dem die krumme Au lag . Witiko suchte für sich und sein Pferd eine Herberge zur Erquickung . Er blieb zwei Stunden da . Was er das erste Mal getan hatte , tat er wieder . Er ging auf den Fels der krummen Au , und betrachtete ihn . Im Mittage hatte derselbe an seinem steilen Absturze die dreifache Krümmung der Moldau , innerhalb welcher die Häuser der krummen Au lagen , in Mitternacht war die Schlucht , durch welche Witiko herein geritten war , im Abende ging er in sanftes sich ausbreitendes Land über , das zur Anlage von Feldern und Gärten geeignet gewesen wäre , und im Morgen senkte er sich gleichfalls sachte nieder . Als Witiko und sein Pferd gestärkt waren , ritt er wieder weiter . Er schlug neuerdings die Richtung nach Morgen ein . Er ritt zwischen hohen Felsen und der Moldau fort , so lange diese nach Morgen floß . Da sie sich nach Mitternacht wendete , verließ er sie , ritt über Anhöhen hinaus , und verfolgte seine Richtung . Der Wald erlangte jetzt sein Ende , und Witiko ritt zwischen Feldern Wiesen Weiden Gebüschen einzelnen Wäldchen und zerstreuten Häusern hindurch . Als die Sonne sich schon beinahe zu ihrem Untergange neigte , war er vor dem Zupenorte Daudleb angekommen . Er ritt auf dem Fahrstege über den Fluß Malsch , zwischen den Häusern fort , und gegen den Zupenhof zu . Derselbe lag abgesondert , hatte graue Mauern und steile Schindeldächer . Er war durch starke Zinnen beschützt . Witiko ritt gegen das Tor , welches niedrig war und einen großen Rundbogen aus alter Zeit hatte . Es stand offen , und er ritt durch dasselbe hinein . Er kam in einen Hof , welcher von Ställen Scheunen und ähnlichen Gebäuden gebildet wurde . Hier fragte ihn ein Mann um sein Begehren . Witiko sagte , daß er zum Zupane wolle . Der Mann hielt ihm den Bügel , da er abstieg , und half ihm , sein Pferd unterbringen . Darauf führte er ihn in einen zweiten Hof , und von diesem in einen großen Saal , in welchem mehrere steinerne Tische waren . Vor einem derselben saß auf einem steinernen unbeweglichen Stuhle , über welchen ein Teppich gebreitet war , der Zupan Lubomir . Er hatte ein weites dunkles Gewand an , auf welches seine unbedecktem weißen Haare nieder fielen . Vor ihm stand ein Mann in einem grauen Gürtelkleide , mit welchem Manne er redete . Einige Schritte hinter dem Manne stand ein Weib in einem halbweiten blauen Kleide , um welches sie einen Gürtel aus einem Baststricke hatte . Der Mann , welcher Witiko herein geführt hatte , bedeutete ihn , wieder einige Schritte hinter dem Weibe stehen zu bleiben , und zu warten , und entfernte sich dann aus dem Saale . Lubomir setzte sein Gespräch mit dem Manne in dem grauen Gürtelgewande fort . Endlich machte der Mann eine Bewegung wie die des Dankes , und verließ den Saal . Jetzt trat das Weib zu Lubomir , und begann zu sprechen , er antwortete ihr , sie sprach wieder , und er antwortete ihr wieder . Dieses dauerte eine geraume Zeit . Dann wollte sie den Zipfel seines Kleides küssen , er ließ es aber nicht zu , und sie ging aus dem Saale . Nun näherte sich Witiko . Als er vor Lubomir stand , sagte dieser : » Was begehrest du , mein Sohn ? « » Mein Begehren ist nur « , antwortete Witiko , » daß Ihr erlaubt , daß ich Euch sehe , und daß ich Euch danke , weil Ihr einmal für mich gesprochen habt . « » So komme in mein Empfangsgemach « , entgegnete Lubomir . Er stand auf , und ging gegen eine Tür . Witiko folgte ihm . Lubomir öffnete die Tür , und führte Witiko über eine steinerne