Fötzle ins Wirtshaus zu gehen , für so was sei es noch lange nicht gut genug . Als Uli schon unter der Türe war , rief es ihm noch nach : » Nimm dich in acht , wenn dr rate cha ! « Auf dem Hinwege und im Wirtshause wollte jeder Uli der Liebere sein . Einer drängte sich näher als der Andere , Einer rühmte dies an ihm , ein Anderer etwas anderes . Hie und da warf Einer einen Zweifel auf , aber nur , damit die Andern Uli desto höher heben könnten . Der Melcher meinte : Er hätte nicht bald einen gesehen , der sich auf das Vieh besser verstünde , und der Karrer sagte : Im Fahren fürchte er Keinen , aber beim Holzführen hätte er von Uli lernen können . Und wenn der jüngste Knecht sagte , sie wollen sehen , ob er vormähen könne , da wollten sie ihm noch heiß machen , so sagte ein Anderer : Einmal er begehre nicht , mit ihm zu machen , sondern er wolle es im voraus verspielt geben . Und wenn die eine Magd klagte , er sei gar so ein Stolzer und möge sich nicht mit einem abgeben , ihrer Gattig seien ihm nur zu gering , sie wisse aber wohl , wer ihm in die Augen scheine , sagte die andere : Einmal sie hätte nichts über ihn zu klagen , so ein Bhülflige und Manierlige sei ihr noch nicht bald vorgekommen . Die seien ihr dann nadisch nicht die Liebsten , die meinten , sie müßten ihre Finger gleich an allen Orten haben . Und dann sei Uli auch erst acht Tage da und wisse es noch nicht , mit wem er sich könne anlassen und wer es eigentlich gut mit ihm meine . Während sie so rühmten , verschwand eine Maß nach der andern , und Uli konnte gar nicht Einhalt tun . Vom Rühmen ging man in Vorschläge über und sagte ihm , er werde bald sehen , wer es gut mit ihm meine . Er solle doch nicht ein Narr sein und meinen , er wolle dem Meister husen und zu seiner Sache sehen . Gerade das wolle der selbst nicht , und wer es am besten mit ihm meine , den nehme er am meisten auf die Mugge . Wenn man aber mache , wie es einem in Gring komme , und mit ihm aufbegehre , wenn er etwas sage , so furchte er einen und habe Respekt vor einem . Er sollte doch nicht sich und Andere plagen für nichts und wieder nichts , sein eigen Sohn mache es akkurat nicht besser , und wenn er den Alten bschummeln könne , so lache er sich den Buckel voll . Wenn man einander verstehen wolle , so ließe sich da et , was machen , nur müsse er es nicht machen wie der frühere Meisterknecht : der habe alles für sich wollen und Andern nichts gegönnt , darum sei es ihm auch so gegangen . Wenn er öppe auch Andern etwas gegönnt , er hätte noch lange gut Sach haben können , Joggeli hätte nichts vernommen . So er , zählte und brichtete man Uli , daß er ganz sturm wurde und lange nicht wußte : waren das die gleichen Leute , welche die ganze Woche durch ihm alles Mögliche in den Weg gelegt , oder waren es ganz andere ? Ein Glück für ihn waren die Vorgänge des Tages ; der Wein , das Rühmen , die Gutmeinenheit hätten ihn überwältigt . Nun aber an das Erlebte , an Vrenelis Rat denkend , blieb er vorsichtig , konnte sich aber des Gedankens fast nicht erwehren : die Leute seien doch besser , als er sie gedacht und sie im ersten Augenblick ihm geschienen hätten , und es müßte bös gehen , wenn er mit denen nicht nachkommen sollte . Endlich wollte der Wirt keinen Wein mehr geben , weil es über die Zeit sei . Da wußte man noch , was für Zeit es sei . Wo man aber nie weiß , was für Zeit es ist , da ist eine Hudelornig , mags nun ein Haus , ein Bureau oder gar ein Oberamt sein . Ach , so ein verhudeltes Oberamt ist doch eine gräßliche Sache . Es schämt sich jeder Mensch , in verhudelten Kleidern zu laufen , und Mancher , der keinen vorrätigen Kreuzer hat , schickt doch sein Kleid zum Schneider zum Plätzen ; aber ein Oberamt läßt man verhudeln und läuft in diesem verhudelten Oberamte herum dick und breit und meint noch , wer man sei . Du guter Gott , hat man denn ganz vergessen , daß die Welt alles verachtet , das in Hudeln herumgeht , Hudeln an sich hängen hat ? Wenn aber einer nie weiß , was für Zeit es ist , so ist er immer wie sturm im Kopf , legt die Nachtkappe an , wenn er einen Dreiröhrenhut aufsetzen sollte , setzt sich aufs hohe Roß , wenn er kusch machen sollte unter den ersten besten Ofen . Während Uli mit innerlichen Seufzern die ziemlich hohe Ürte bezahlte , ging Eins nach dem Andern hinaus , nur ein Knecht blieb bei ihm . Draußen war es dunkel , es schneite stark , man sah kaum eine Hand vor den Augen . Sein Begleiter sagte ihm , jetzt wolle er ihn zKilt führen . Ihm seien alle Meitscheni bekannt weit und breit und er wolle sie alle unters Fenster bringen und es sei in der ganzen Gemeinde nicht manches Gaden , in dem er noch nicht gewesen sei . Uli weigerte sich und sagte , er sei noch fremd hier und habe keine Lust , zu erfrieren an unbekannter Mädchen Fenstern ; sie wollten machen , daß sie den Andern nachkämen , die vorausgegangen seien . So solle er doch mit ihm nur einen Augenblick da nebenauskommen , nicht fünfzig Schritte vom Wege ; es nähmte ihn