die Meldung eines Fremden machte , der , aus Paris angekommen , den Herrn Grafen zu sprechen wünsche . Als ob einem süß Träumenden eine kalte Hand auf die Stirn gepreßt würde , so erschütterte diese Nachricht den jungen Mann . Ein Hauch aus jener Welt , die der seinigen nur widersprechend entgegen treten konnte , schien den Schmelz zu zerstören , der so zart wie der Duft einer Blume , dem armen Menschenherzen nur bei dem ersten frischen Entfalten eines Glückes zu Theil wird und , eben so schnell zerstört wie entstanden , die Sehnsucht danach allein zurück läßt . Erschrocken , ahnungsvoll und durchaus ohne Fassung für eine schnell hereinbrechende Katastrophe , die er selbst einzuleiten gedachte im Laufe der Zeit und seinem jetzigen Glücke noch aus dem Wege gerückt glaubte , fühlte er sein Nachdenken erlahmt , und es trat die dann so natürliche Hast ein , womit wir uns den Befürchtungen entgegen stürzen , dunkel hoffend , von ihren Anforderungen die erschreckten , erlahmten Kräfte wieder zu gewinnen . » Wo , wo ? « rief der junge Graf , und der Ton seiner Stimme klang , wie die zerreißenden Seiten eines Instruments - » wo ist der Fremde , der mich zu sprechen wünscht ? « Der alte Haushofmeister schlug bloß die Augen auf und verneigte sich , der Graf blickte sich um - und der Marquis de Souvré stand vor ihm . » Großer Gott , Ihr selbst ! « rief der Graf und überließ es dem Andern , die Auslegung dieser Worte in seinen bewegten Zügen zu suchen - » ist es möglich ! Was führt Euch aus Paris hierher in diese Einsamkeit , an diesen für Euch so freudenlosen Aufenthalt ? « - Der Marquis schien sein ewig blasses Antlitz zu noch größerer Blässe gezwungen , die scharfen , nach Innen gesenkten Züge noch fester verschlossen zu haben , und die Festigkeit , womit er , von dem jungen Grafen einige Schritte entfernt , Platz behielt , zu benutzen , um diesem die ganze Ansicht einer eisernen Persönlichkeit zu gewähren . - » Ihr habt Recht , Herr Graf , mit den Bezeichnungen dieses Aufenthalts , und ich kam bloß , um zu erfahren , was Euch unter solchen Umständen mit diesen Mängeln auszusöhnen vermochte , oder in wie fern ein so weit getriebener Gehorsam gegen die früheren Wünsche Eurer Frau Mutter sich von ihrem durch ihre Liebe gesandten Boten bewältigen lassen . « - » Ach , Marquis , wie viel Güte ! wie soll ich Euch danken ! Ihr selbst , Ihr , das Schooßkind von Paris , über das Meer - durch die wilden Bergpässe Schottlands , ohne Eure Gesellschaften , ohne Eure Beschäftigungen - wie sehr fühle ich mich als Euer Schuldner ! « Es war eine Hast , eine Ungeduld in der Aufzählung der anerkannten Verpflichtungen , die den Marquis de Souvré keinen Augenblick zweifeln ließen über die beinahe verzweifelte Stimmung , womit der junge Mann sich so zur ungelegenen Zeit von ihm überschlichen sah , und es schien ihm der Augenblick gekommen , mit einem sicheren Verfahren diesen ganz in seine Gewalt zu bekommen . » Lassen wir das , lieber Graf ! « - sprach er in minder gemessenem Ton und zog ein abwehrendes spöttisches Lächeln um seinen Mund . » Wir wollen und wir können uns nichts weiß machen , und Eure Lage , die , wenn ich nicht sehr irre , mißlich genug ist , würde , denke ich , sich nicht verbessern , wenn Ihr gegen mich die Rolle des Höflichen spielen wolltet , da Ihr mich über Eure wahre Stimmung keinen Augenblick täuschen könnt . Laßt mich hinzusetzen « - fuhr er vertraulich fort , » daß Eure Dankbarkeit gegen mich in anderer Richtung vielleicht wahr werden kann , aber nicht für den Augenblick , da Euch meine Erscheinung an eine ernstere Seite Eures Lebens erinnert und das romantische Schäferspiel zu unterbrechen droht , dem Ihr Euch hier gänzlich überlassen . « » Ihr kommt an , lieber Souvré , « rief der junge Graf , noch ein Mal einen Sprung in die Weite versuchend und das ihn so nah umzogene Garn überspringend - » in dem Augenblicke , wo ich mich zur Abreise zu rüsten dachte . Uebermorgen wollte ich nach Edinburg , um mich dort vom Grafen von Gersey zu beurlauben . « » So ! « sagte der Marquis gemessen - » und darf der alte Freund Ihres Hauses fragen , ob Ihr diese Gegend als freier unabhängiger Mann verlaßt , ob Ihr derselbe sein könnt in den Verhältnissen , die Euch dort die zärtlichste Liebe einer Mutter mit der klügsten Umsicht zu den größten und ausgezeichnetsten Verbindungen vorbereitet ? « - » Ja , Marquis , gerade als freier Mann denke ich dort wiederzukehren - und wenn nicht alle klugen Pläne meiner Mutter mehr erfüllt werden können , denke ich doch die , welche ihre zärtliche Mutterliebe für mich hegen konnte , auf eine Weise auszuführen , die vielleicht ihre eigenen Pläne übertrifft . « » Hofft das nicht ! « sprach hier der Marquis mit Wärme - » hofft nicht , daß sie den leisesten Wunsch , den kleinsten Plan , den sie bis hieher nährte und führte , aufgeben wird - zweifelt nicht , daß Ihr , in Widerstand dagegen tretend , einer ununterbrochenen Reihe von Leiden und Verfolgungen entgegen geht , die ein so edler Mensch , ein so guter Sohn , als Ihr , schwerlich ohne den Verlust seiner Ruhe bestehen könnte ; denkt , daß , wenn Ihr hier Wünsche genährt , wenn Ihr Schritte gethan , die Euch irgend einen theuren Gegenstand zum Schutze übergeben , dann Eure Lage schwieriger ist , als Ihr übersehen könnt - und glaubt mir , daß ich genug davon unterrichtet bin , um für Euch und Eure Zukunft zu zittern . « - Er hatte diese Rede mit einer Energie gesprochen , die ihr volles