immer fatal gewesen , habe er drein willigen müssen , daß sie sich scheiden lassen und ihn geheiratet . Wir wollen hier seine lange Erzählung zusammen ziehen . Waller war des Herumstreifens müde , er beredete sein Frau , ihr Haus in der Stadt zu verkaufen , um ganz der Kunst in einem abgelegenen Landhause zu leben , das ihn einmal auf einer Reise in der Mitte eines Tannenwaldes entzückt hatte . Sie willigte in alles ; seit ihrer Scheidung lebte sie ganz ihrem Manne und der Malerei ; er reiste in die romantische Gegend , kaufte das Haus sehr teuer , weil eine Familie , die dort geboren und groß gezogen , nicht aus gleichem Sinn an der Natur , sondern aus Gewohnheit sich nur großer Vorteile wegen davon trennen mochte . In wenigen Tagen richtete er sich alles nach seinem Geschmacke ein : sonnte die angekommenen Betten , stellte Blumentöpfe in die Fenster , wand eine Ehrenpforte an der Türe aus Birken mit Bärenklau und Feldblumen , setzte sich in den Garten und schrieb dieser Ehrenpforte eine Inschrift : Hier fielen Druck und Sorgen Von eines Menschen Herz , Er kann euch wieder borgen Von seinem eignen Scherz . Nur einmal Herr der Erde , Nur einmal Herr der Luft , Dann weichet die Beschwerde , Dann füllet sich die Kluft . Die offnen Augen tragen , Wohin der Fuß mich trägt , Bis zu dem Sonnenwagen , Der hoch am Himmel wegt . Nach einem andern Wagen Horcht hier im Sand sein Ohr , Der soll die Freundin tragen Durchs hohe Gartentor . Er sonnte still im Garten Die Betten ganz allein , Er mußte lange warten , Sie tritt ins Haus herein , Und an der Ehrenpforte Vielbuntem Bogenzug Liest sie die frohen Worte : Die Eine mir genug . Er hatte es sich aber bloß eingebildet , daß sie gekommen , sie war durch ein gebrochenes Rad auf dem Wege aufgehalten ; er wurde immer ungeduldiger , hatte für alles gesorgt , nur nicht fürs Essen : er mußte sich mit Brot und Milch begnügen ; aus Ärger warf er endlich die Ehrenpforte zusammen , fegte die Blumen aus den Zimmern und empfing die Frau , die dazu ankam , mit heftigen Vorwürfen , wie sie ihm jedes Vergnügen verderbe . Sie suchte , ihn zu beschwichtigen und er ward wieder vergnügt . Am anderen Morgen wollte er eine gewaltige Arbeit machen , zu der er sich lange einen recht schönen Tag gewünscht ; wirklich war das Wetter hell , er ging auf sein Studierzimmer , aber es wollte ihm nichts gelingen : er war zerstreut ; ein paar welsche Hähne , die sich im Hofe bissen , zogen alle Aufmerksamkeit an sich ; dann sah er einer dicken Magd zu , die im Garten arbeitete ; dann wurde es ihm zu heiß . Es ward Mittag und er hatte nichts getan , und fand darüber alle Lieblingsspeisen schlecht , die ihm seine Frau zubereitet hatte . Jeder Tag hatte seine eigne wunderbare Geschichte , insbesondre seit er sich darauf legte , die Natur recht zu genießen ; da zog er seine Frau halbe Nächte durch nebelbelegte Wiesen und kühle Waldungen herum , den Sonnenaufgang zu sehen , und gemeiniglich ehe es dazu kam , mußte einer von ihnen aus irgend einer Unbequemlichkeit nach Hause gehen und sie hatten nichts als Schnupfen und Fieber davon gehabt . Wallern war es ganz erstaunungswürdig , daß er die Natur ganz anders gefunden , als er sie beschrieben , aber die Landleute entsprachen noch weniger seinen Erwartungen ; seine ländlichen Gedichte verstand keiner , sie hatten alle den » Eulenspiegel « viel lieber . Diese Erfahrungen machte er im Sommer , aber im Winter hatte er noch viel mehr zu lernen ; vergebens schrieb er an alle Bekannte der ganzen Gegend , daß sie ihn besuchen möchten , keiner mochte die gefährlichen Wege in Schneewetter machen ; der Unmut darüber erzeugte manches Lied , unter andern auch dieses : Winterunruhe Ich räume auf für Gäste , Sie hält mich auf dem Neste ; Die Wege sind beschneit Und keiner kommt so weit : » Wie Espenlaub mein Herz hat keine Ruh , O wäre früher ich geboren , oder später du . « Ich sitz bei ihr , sie spinnet , Mein Herz in mir , es sinnet , Es treibt mich durch den Wald , Wie ist der Wald so kalt : » Wie Espenlaub mein Herz hat keine Ruh , O wäre früher ich geboren , oder später du . « Die Tanne sagt vom Schmause , Mich brausend jagt nach Hause ; Zu Hause bei dem Herd , Da werd ich so beschwert : » Wie Espenlaub mein Herz hat keine Ruh , O wäre früher ich geboren , oder später du . « In ihrem Haar ich spiele , Der Träume Schar ich fühle In ihrer Locken Nacht ; Doch bald bin ich erwacht : » Wie Espenlaub mein Herz hat keine Ruh , O wäre früher ich geboren , oder später du . « » Lieben Leute « , rief hier Waller aus , » hätte meine Frau nicht ein Kind bekommen , den Alonso , ich wäre aus Langeweile toll geworden ; da bekam ich doch was zu sprechen mit all dem närrischen Volke von Ärzten und Weisemüttern . Das hielt doch auch nicht länger vor als bis zum Frühling , da sagte ich , daß ich auf die Leipziger Messe gehen müsse , um ein Manuskript zu verkaufen , und lief über Berg und Tal , als wenn ich gehetzt würde . Denkt euch , in Leipzig sitze ich in guter Ruhe bei Mainoni und esse Stengelrosinen und Knackmandeln , da bringt mir der Bursche aus der Buchhandlung einen poetischen Brief von meiner Frau : Der Liebe Furcht ist Fackel meiner Liebe , Die meinen Traum mit Strahlen Nachts erfreut , Damit mich nicht die Einsamkeit betrübe , Mir Sterne auf