sein Name ergibt , war ein Deutscher ; da aber bei Groß-Beeren zwei sächsische Divisionen auf französischer Seite fochten , so ist es wohl möglich , daß er als verwundeter sächsischer Offizier die Bekanntschaft der Frau von Beeren machte . 40 Friedrich Tietz , ein halbes Jahrhundert lang Berliner Publizist und Mitarbeiter an einer großen Zahl unserer Blätter ( Vossische , Fremden-Blatt , Kreuz-Zeitung ) wurde den 24. September 1803 zu Königsberg i. Pr . geboren und starb am 6. Juli 1879 zu Berlin . Alles Beste , was er geschrieben , sind Theater- und Lebenserinnerungen . Mitunter gelang ihm auch ein Gelegenheitsgedicht usw. Eins derselben – bei Gelegenheit der Geburt des Prinzen Wilhelm ( 27. Januar 1859 ) gedichtet – ist so gut , daß es in glücklichem Einfall und graziösem Humor der Ausführung als Musterstück gelten kann . Ich setz es hierher und bin der Meinung , daß der Verfasser desselben in nichts Besserem fortleben kann . Preußischer Frühling im Januar 1859 . Noch ist es lang hin bis zum Frühlingsgrün , Bis zu Blütenduft und Blumenblüh ' n , Bis zum Jubel der kleinen Waldvögelein , Bis zum Fluge der Schwalben im Sonnenschein . Und dennoch aus fernem , aus warmem Land , Wohin der Winter den Flücht ' gen verbannt , Ist heimgekehrt ein verfrühter Gast , Ein allbekannter zu erneuter Rast . Er sucht sich die höchsten Giebel wohl aus Und baut dort sein Nest auf der Menschen Haus , Und wo er es tut , tönt ' s ihm entgegen : » Willkommen ! Du bringst dem Hause Segen ! « Wer mag noch fragen zu dieser Stund ' , Welchen Gast wir meinen ? Des Volkes Mund Ruft jubelnd aus : » Nun ist er da ! Der Storch ist gekommen ! Viktoria ! « Und alle schau ' n herzfreudigen Blicks Hinauf zur erwählten Stätte des Glücks , Zum Königspalast , dess ' höchste Spitze Der schwarzweiße Vogel erwählt zum Sitze . Der Adler daneben dehnt majestätisch Die Fittiche aus und spricht gravitätisch : » Weil du , mein beflügelter Herr Kumpan , Am Preußenland so was Braves getan , So will ich dich ehren fortan als Freund , Und hoff ' , wir seh ' n uns hier oft noch vereint ! « Der Storch beugt sein langgeschnäbeltes Haupt Und spricht : » Wenn ' s gnädigst mir ist erlaubt , So bring ' ich alljährlich , was heut ' ich gebracht . « Da hat der preußische Adler gelacht : » Herr Vogel-Bruder , ich halt ' dich beim Wort ! Vermehre du fleißig der Preußen Hort ; Der Storch bringt den Segen , ihn hütet der Aar Und Gott schützt das Haus jetzt und immerdar ! « So haben die beiden Luftsegler da oben Es abgesprochen , wir können ' s nur loben . – Und drinnen im Haus singt ins Land hinein Sein erstes Lied unser Prinzlein klein . – » Gott laß dich wachsen , du kleiner Mann , Bis du reichst zum Großen Fritze hinan ! « 41 Meine Quelle gibt an , dieser Oberst sei Savary selbst gewesen , was aber aus vielen Gründen unmöglich ist . Savary war seit 1804 Divisionsgeneral und wurde bereits 1807 , also wenige Monate nach den hier geschilderten Vorgängen , zum Herzog von Rovigo ernannt . Ein so hochgestellter Offizier konnte durch Caulaincourt , der an Rang kaum über ihm stand , nicht gut persönlich zu einer Untersuchungsreise nach Ruppin veranlaßt , am allerwenigsten aber mit einem » taisez vous « zur Ruhe verwiesen werden . 42 Vgl. die Kapitel » Gröben und Siethen « und » Saarmund und die Nutheburgen « . 43 In der Regel wurde dieser Dank brieflich abgestattet und ein paar dieser Dankesbriefe liegen mir vor : » Berlin , 17. April 1843 . Meine vortreffliche Frau Gevatterin . Ihr wahrscheinlich mit eigenen Händen gebackener Osterfladen hat mich um so unerwarteter angenehm überrascht , als ich annehmen konnte , daß Sie mich altes Exemplar vergessen hätten . Ich kann weite Wege nicht mehr mir Annehmlichkeit machen und Besuche werden mir schwer , weil ich immer eine lästige Begleitung dabei nötig habe ; sonst käm ich , Ihnen persönlich meinen Dank zu bringen . Von dem Kuchen habe ich nichts abgegeben und so eben das letzte Stück zum zweiten Frühstück genossen . Grüßen Sie von mir alles um sich herum . Ihnen einen Rest vergnügter Feiertage wünschend , verbleibe Ihr alter getreuer Gevatter J. G. Schadow , Direktor . « Und zwei Jahre später : » Berlin , 29. Mai 1845 . Meine Frau Nachbarin , Gevatterin und Freundin hat meiner wieder gedacht und nach alter Sitte mir um diese Jahreszeit wieder einen Quarkfladen gebacken . War diesmal vorzüglich ! Auch hab ' ich anderen wenig davon abgegeben , gestern abend das letzte davon verzehrt und bin heute mit dem gebührenden Dankgefühl erwacht . Hierbei ist mir wieder lebhaft in Erinnerung gekommen Ihre Mutter , die auch eine so angenehme Erscheinung war . Das häusliche Glück sei stets mit und bei Ihnen ! Zu fernerem Wohlwohlen empfiehlt sich Ihnen Ihr alter ergebener Freund J. G. Schadow , Direktor . « 44 Von berufener Seite her ist mir hiergegen eingewandt worden : » es sei dies nicht richtig ; der alte Schadow habe nicht im Dialekt gesprochen . « Auf diesen Einwand hin hielt ich es für angezeigt , mich mit einer ganzen Anzahl der aus der Schadowzeit her noch lebenden Maler und Bildhauer in briefliche Verbindung zu setzen . Ich erhielt auf meine Briefe fünfzehn Antwortschreiben , die sich in drei Gruppen teilen : sechs erklären rund und nett » er sprach berlinisch « , zwei bestreiten es , und sieben halten einen Mittelkurs . Die letzteren werden wohl recht haben und aus der Reihe dieser zitier ' ich deshalb folgende Stellen : » Er sprach berlinisch , wenn er sich gehen ließ , aber nicht das spezifische Berlinisch , sondern ein Berlinisch , das durch