ihn mit geübter Ringerkunst mehrere Schritte hinter sich . Ohne eine Miene zu verziehen , trat er darauf , völlig fest und gesammelt , an die Stufen des Thrones und hielt seine Ansprache . Alles war entzückt , der König nichts weniger als beleidigt und der spanische Gesandte sagte ruhig zum alten Vignola : » Caro vecchio , avete fatto una grande cacata . « Der Vorfall machte in ganz Europa Sensation und wurde wie ein neuer Sieg Brandenburgs gefeiert , nicht viel geringer , als sei eine zweite Schlacht von Fehrbellin geschlagen und gewonnen worden . 26 Der Titel des Gedichtes lautet : » Elegie ; letzte Pflicht der Freundschaft , dem sel . Grafen von Dohna auf derjenigen Stelle abgestattet , wo derselbe , wenig Wochen zuvor , den tödlichen Schuß empfangen hatte . « ( Es geschah dies bei dem berühmten Sturm auf Ofen 1686 ; die Brandenburger , von den Türken die » Feuermänner « geheißen , wurden von General von Schöning geführt . ) 27 Vergl . » Fahrland « und die » Fahrlander Chronik « in Band III der » Wanderungen « . Diese Fahrlandkapitel wurden später geschrieben als das vorstehende Werneuchner und enthalten allerlei Details über die Schmidt von Werneuchenschen Eltern . 28 Die Löcknitz ist eines jener vielen Wässerchen in unserer Mark , die plötzlich aus einem Luch oder See tretend , auf eine kurze Strecke hin einen Parkstreifen durch unser Sand- und Heideland ziehn . Keines unter all diesen Wässerchen aber ist vielleicht reizvoller und unbekannter zugleich als die Löcknitz , die , aus dem roten Luche kommend , in einem der Seen zwischen » Erkner « und den Rüdersdorfer Kalkbergen verschwindet . Immer dieselben Requisiten , gewiß ; und doch , wer an dieser Stelle spätnachmittags an der Grenzlinie zwischen Wald und Wiese hinfährt , dem eröffnet sich eine Reihe der anmutigsten Landschaftsbilder . Hier dringt der Wald von beiden Seiten vor und schafft eine Schmälung , dort tritt er zurück und der schmale Wiesenstreifen wird entweder ein Feld oder das Flüßchen selber ein Teich , auf dem im Schimmer der untergehenden Sonne die stillen Nymphäen schwimmen . Dann und wann ein rauschendes Wehr , eine Sägemühle , dazwischen Brücken , die den bequemen Wald- und Wiesenweg vom rechten aufs linke und dann wieder vom linken aufs rechte Ufer führen . Selbst die Namen werden poetisch : Alt-Buchhorst und Liebenberg , Klein-Wall und Gottesbrück und der Werl- und Möllensee dazwischen . Unmittelbar dahinter aber beginnt wieder die Prosa und schon die nächste große Wasserfläche heißt der » Dämeritz « . 29 Prinzessin Wilhelmine ( die Markgräfin ) erzählt an einer anderen Stelle ihrer Memoiren : » Ich war all die Zeit über so leidend , daß ich versichern darf , zwei Jahre lang von nichts anderem als Wasser und trocken Brot gelebt zu haben . « Ähnliche Klagen wiederholen sich . Es ist aber aller Sparsamkeit oder meinetwegen auch alles Geizes des Königs unerachtet , nicht sehr wahrscheinlich , daß es so knapp in Wusterhausen hergegangen sein sollte . Der König war ein sehr starker Esser , und alle Personen von gutem Appetit haben die Maxime : » leben und leben lassen . « Außerdem liegen glaubhafte Berichte vor , aus denen sich ganz genau ersehen läßt , was an Königs Tisch gespeist wurde . Es gab : Suppe , gestovtes Fleisch , Schinken , eine Gans , Fisch , dann Pastete . Dazu sehr guten Rheinwein und Ungar . In Wusterhausen kamen noch , weil es die Jahreszeit mit sich brachte , Krammetsvögel , Leipziger Lerchen und Rebhühner hinzu , besonders auch Früchte zum Dessert , darunter die schönsten Weintrauben . Das klingt schon einladender , als die Beschreibung der Prinzessin . 30 Propst Straube ( 1841 ) ein Amtsnachfolger Paul Gerhardts an der Mittenwalder Kirche , hat die lateinischen Distichen in folgenden Alexandrinern wiederzugeben versucht : Wie lebend siehst du hier Paul Gerhardts teures Bild , Der ganz von Glaube , Lieb und Hoffnung war erfüllt . In Tönen voller Kraft , gleich Assaphs Harfenklängen , Erhob er Christi Lob in himmlischen Gesängen . Sing ' seine Lieder oft , o Christ , in seliger Lust , So dringet Gottes Geist durch sie in deine Brust . 31 Ähnliche Worte hatte der Generalmajor von Mosel am 14. August in Wesel gesprochen . Als der König mit dem Degen auf den Kronprinzen eindrang , warf sich M. dazwischen und rief : » Sire , durchbohren Sie mich , aber schonen Sie Ihres Sohnes « . Überhaupt zeigen die Vorgänge jener Zeit , daß hoher Mut an gefährlicher Stelle am besten gedeiht . 32 Droysen erzählt : » Als York in das Zimmer trat , ward er von seiner Frau und seinen Kindern nicht wieder erkannt . Aber das Vögelchen im Käfig flatterte wie vor Freuden hoch auf und sank dann tot hin . « 33 Über ihn , diesen Obersten von Hacke , ein paar biographische Notizen , wie sie mir von befreundeter Hand zugehen . » Hans Christoph von Hacke wurde 1699 zu Staßfurt geboren . Er war ein besonderer Günstling König Friedrich Wilhelms I. , der ihn , seiner Größe wegen , 1715 bei den Grenadieren in Potsdam anstellte . So war der Anfang . Er erhob ihn dann 1728 zum Drosten von Speremberg , 1732 zum Hofjägermeister , 1734 zum Generaladjutanten und vermählte ihn mit der Erbtochter des Ministers von Creutz , Sophie Albertine , die ihm in Pommern große Besitzungen zubrachte , darunter namentlich Pencun und Amt Radewitz . von Hacke blieb bis zuletzt in der Gunst und Umgebung des Königs , der ihm in seiner Sterbestunde noch Aufträge für seinen Sohn , den Kronprinzen , erteilte . Der Regierungswechsel änderte wenig in seiner intimen Stellung bei Hofe . Friedrich II. erhob ihn schon im Juli 1740 in den Grafenstand ; ebenso war er unter den ersten , die den neugestifteten Orden Pour le mérite aus der Hand des jungen Königs empfingen . In der