, das einen Kurhut und darunter die wenigen Worte trägt : » Hier starb den 18. Juli 1608 Joachim Friedrich , Kurfürst von Brandenburg . « Der Anblick des Denkmals , namentlich um die Sommerzeit , wenn man durch den offenen Rundbogen hindurch die jungen Eichen grünen sieht , die das Kapellchen umstehn , ist überaus reizend und malerisch . 3 Im Schlosse heißt es , daß der mit Bohlen gedeckte , zwischen Dach und Balustrade hinlaufende Gang im vorigen Jahrhundert als Kegelbahn gedient habe . Trifft dies zu , so darf man kühnlich behaupten , daß , wenigstens in den Marken , an keiner schöneren Stelle jemals Kegel gespielt worden ist . Der einen Kreis von fast vier Meilen umfassende Blick ist entzückend : Wald und Wasser soweit das Auge reicht und mitten im Bilde die Müggelberge . 4 Hofprediger St. Aubin erhielt von der Prinzessin die kleine reizende , dicht bei Köpenick gelegene Besitzung zum Geschenk , die den Namen » Bellevue « führt . Dies Bellevue ist ein Garten mitten im märkischen Sand , eine Oase in mehr als einer Beziehung . Mr. St. Aubin erbaute sich daselbst ein Herrenhaus , ein » Schlößchen « mit Speisehalle und Gartensaal , mit Bibliothek und Empfangszimmern . Es wechselte oft die Besitzer . Um 1850 besaß es Bernhard von Lepel , der hier , in poetischer Zurückgezogenheit , einige seiner besten Sachen dichtete , z.B. » die Zauberin Kirke « . 1852 war » Bellevue « der Sommeraufenthalt Franz Kuglers und Paul Heyses . Einige Jahre später ging es in den Besitz des Pastors Pabst über , der , Gesandtschaftsprediger in Rom , zu dem Bonmot Veranlassung gab » in Rom seien jetzt zwei Päbste « . Komfort , Kunst und Dichtung waren immer an dieser Stelle zu Haus und niemand gewann Hausrecht hier , der nicht zuvor in Rom gewesen war . Ich selbst habe die Zimmer des Schlößchen nie anders gesehen als im Schmuck italienischer Bilder , und oft lagen mehr Pinienäpfel auf den Schränken und Kommoden des Gartensaals umher , als Tannäpfel in den Steigen des Gartens draußen . 5 In Schloß Köpenick befanden sich damals die » Demagogen « in Untersuchungshaft . – Jetzt ist es Seminar . 6 Parallel mit diesem Wege , der sich durch die Heide zieht , läuft die Spree , hinter Bäumen verborgen . An einigen Stellen des Weges , und zwar in der Richtung auf den Fluß zu , hat man den Wald gelichtet und nur gerade noch Bäume genug am Ufer hin stehen lassen , um als grüner Schirm für die Spree zu dienen . Diese stehengebliebenen Bäume sind ziemlich hoch , aber die Masten der Spreekähne sind doch noch höher und so wachsen denn die Obersegel der vorüberkommenden Schiffe weit über die grünen Kronen hinaus . Was diesen Anblick doppelt schön macht , ist , daß die Kiefern am jenseitigen Ufer etwas höher stehen und nun wiederum ihrerseits einen dunklen Hintergrund für die Segel bilden . Wer im Zwielicht hier des Weges kommt , glaubt weiße Riesenvögel langsam und geräuschlos über und an den Wipfeln hinschweben zu sehen . 7 Joachim Ernst v. Grumbkow starb in der Nähe von Wesel ( im Reisewagen ) auf einer Reise des Hofes nach Cleve , am zweiten Weihnachtsfeiertage 1690 . Der Hofpoet Besser sprach in seinem an die Witwe gerichteten Trauergedicht » von dem zwar nicht seligen , aber doch sanften Tod « des Hingeschiedenen . Grumbkow hatte nämlich am Abend vorher zu viel getrunken . Pöllnitz in seinen Memoiren sagt von ihm : » Er liebte die großen Unternehmungen und war kühn in ihrer Ausführung . Man würde seinen Charakter großartig haben nennen können , wenn ihm die Beförderung seiner Familie weniger am Herzen gelegen hätte , für die er große Schätze mit Leichtigkeit zusammenhäufte . Man fand ihn eines Tages tot in seinem Wagen , als er von einem Fest in der Nähe von Wesel zurückkehrte , wo der Wein nicht gespart worden war . « – Wohin man seine Leiche schaffte , oder ob er in Wesel selbst beigesetzt wurde , hab ich nicht erfahren können . In dem intendierten Erbbegräbnis der Grumbkows zu Blankenfelde , anderthalb Meilen von Berlin , steht er nicht . In der Kirche letztgenannten Dorfes , die , wie eine lateinische Inschrift über der Kirchtür angibt , von v. Grumbkow erbaut wurde , befindet sich eine schon bei Lebzeiten desselben ausgemauerte Gruft und ein großer Grabstein darüber . Die Inschrift dieses Grabsteins lautet : » Erbbegräbnis des Wohlgebornen H. H. Joachim Ernst ' s v. Grumbkow , Sr. churfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg höchst ansehnlichen , wirklichen Geheimen Etats- und Kriegs-Raths , Oberhof-Marschalls , General-Kriegscommissarii und Schloßhauptmann , Erbherr auf Grumbkow , Runo , Cuno , Darlin , Nieder-Schönhausen , Blankenfelde und Charo . « Hiermit schließt die Inschrift . Der freigelassene Raum zeigt , daß die Daten von Geburt und Tod hier angegeben werden sollten . Dies geschah aber nicht , weil der Bewohner ausblieb . 8 In seinen Anfängen soll derselbe schon 15 Jahre früher vorhanden gewesen sein . – 1672 , was hier eine Stelle finden mag , gab es nur elf Parks in der Mark Brandenburg , die nach Beispiel und Vorbild des Großen Kurfürsten und vielleicht auch auf Wunsch desselben angelegt waren . Es waren die folgenden : 1. der Sparrsche zu Prenden , 2. der Dohnasche zu Schönhausen , 3. der Otto von Schwerinsche zu Alt-Landsberg , 4. der Löbensche zu Schenkendorf , 5. der Raban von Cansteinsche zu Lindenberg , 6. der B. von Pöllnitzsche zu Buch , 7. der Caspar von Blumenthalsche zu Stavenow ( Priegnitz ) , 8. der von Götzsche zu Rosenthal , 9. der von Borstellsche zu Hohen-Finow , 10. der Heydekampsche zu Rudow und 11. der Franz von Meinderssche zu Berlin , vor dem ( damaligen ) Stralauer Tore . 9 Diese » Prinzenallee « ist nicht mit der großen gradlinigen Allee zu verwechseln , die als Hauptverkehrsstraße von Berlin nach