, sich dabei von den beiden Maschinenarbeitern Alberti und Heusrück begleiten zu lassen - So sind wir vier und bilden ein vierblättriges Kleeblatt ! Diese Bemerkung betonte Siegbert mit einigem Nachdruck , den Leidenfrost verstand und dazu bedeutsam lächelte . Diese Mienen reizten Siegbert so , daß er die Zeit bis zum morgenden Mittag kaum erwarten konnte und bis in die Nacht Oleandern , der in Leidenfrost nun auch den Unsterblichkeitsläugner gleich persönlich kennen gelernt hatte , mit Schilderungen über das Leben und die Talente dieses Sonderlings , für seinen humoristischen Freund erst langsam gewinnen mußte . Dreizehntes Capitel Der Häckselschneider In Ackermann ' s größtem Zimmer war eine Familientafel hergerichtet . Selma und Fränzchen hatten vollauf zu thun , den wirthschaftlichen Verpflichtungen heute würdig zu entsprechen . Eine Hausfrau , die Frau Pfarrerin , sollte heute ihrer Hände Werk , ihre Anordnungen , ihre Wirthschaftlichkeit prüfen . Heute kam für Fränzchen der Onkel von der Jagd recht unerwünscht , obgleich er Wildpret brachte . Er mußte sich ' s auch gefallen lassen , daß sie ihm sagte : Onkelchen , heute haben wir großen Besuch , heute gibt ' s viel zu schaffen . Nun , sagte Heunisch , ich wollte mich ein bischen ruhen . Dann sprech ' ich einmal bei dem Alten vor . Ich höre ja , zu Weihnachten wird der Heinrich herüberkommen und ein paar Tage auf Urlaub hier zubringen . So ? sagte Fränzchen gleichgültig und half der brummenden Liese den Grünkohl verlesen . Ich sprach neulich den Alten auf dem Amt , wo die Papierschreiberei kein Ende nehmen will ... Fränzchen hörte gar nicht ... Wegen der Teufelsgeschichte in meinen vier Pfählen - - die Alte soll auf ' s Amt und will nicht - So hab ' ich um jedes Und und Aber eine Scheererei - Guten Morgen , Herr Heunisch ! klang eine zarte Stimme . Es war Selma , die in der Wirthschaft schaltete und rasch an dem in der warmen Küche sitzenden Forstmann vorüberging . Guten Morgen , Fräulein - wie behend geht Ihnen das Alles von der Hand ! Da war heute aber kein Stillstand , keine Gelegenheit zum » Schnacken « . Heunisch wurde bald da , bald dort incommodirt , sodaß er zuletzt merkte , er incommodire selbst und beschloß , den Alten nebenan zu besuchen . Hast ihn denn noch immer nicht gesprochen ? fragte Heunisch seine Nichte . Heute wird ' s geschehen müssen , sagte Fränzchen seufzend . Ich muß ihn um Eier bitten und wenn er ' s gut meint , auch noch um drei Hühner dazu . Wir sind noch zu wenig eingerichtet . Die Liese muß die Hasen spicken . Da will ich einmal selbst mein Glück versuchen . Wetter ! Nun bin ich begierig , sagte Heunisch . Nun gehe ich voraus und recognoscire das Terrain . Komm ' gleich nach ! O da bin ich kurios . Adjes , Liese ! Der Hase ist nicht zu jung und nicht zu alt ... grade , wie ' s am Feuer sein soll . Die Liese achtete heute nur auf ihre Töpfe und Pfannen und Spicknadeln und hörte kaum , was um sie gesprochen wurde ... Heunisch ging und stöberte wirklich den alten Brummbär auf dem Häckselboden auf , wo er meist selbst angriff und für seine acht stattlichen Rosse Häcksel schnitt . Der Jäger hatte eine Lockpfeife , die der Bauer schon kannte . Er pfiff an den Scheunen , da er schon den regelmäßigen Schnitt vom Häckselboden hörte . Guten Morgen ! hieß es oben rundweg , als Heunisch in den untern Heuschober eingetreten war . Soll ' s was ? Zum Wetter , ist das ein Willkommen ? Ich schneide Häcksel ... Hör ' ich ... Gibt ' s was Neues ? Euer Nachbar hat die Maschinen gekriegt - Wohl bekomm ' s ihm ! Auch eine Häckselmaschine - Gleichfalls ! Die eisernen Dinger sehen so klug aus wie Puterhähne , die sich in die Brust werfen ! Wenn ich sie so klappen und stöhnen höre , ist ' s mir fast , als wären sie lebendig . Meine alte Häckselbank da schläft auch nicht - Ritsch ! Ratsch ! sagte Heunisch und ahmte das Schneiden nach , ärgerlich , daß dieser Dialog so ganz par distance vom Boden herab und von unten hinauf geschrieen wurde . Ihr seid fleißig , Sandrart ... Werdet Ihr Euch denn die Maschinen nicht einmal ansehen ? Nein . Sie sind possierlich . Glaub ' s. Der Nachbar macht Euch Alle todt . Wir wollen ' s erleben . Hört doch auf ! Zum Donnerwetter ! Seht doch ein bischen ' runter ! Was sagt Ihr denn zur Franziska ? Franziska ? Was ist Das ? Auch so eine eiserne Bestie ? Ritsch ! Ratsch ! Der Bauer schnitt ruhig seinen Häcksel weiter . Seid Ihr toll , ich meine meine Nichte - Sie ist ja beim Nachbar . Ihr seid kein freundlicher Nachbar ... Ich sehe nicht in andrer Leute Töpfe . Indem mehrte sich die Scene . Fränzchen ' s inzwischen erfolgte Ankunft hatte Heunisch am Gebell der Hunde und dem Knarren des Torwegs errathen . Ja ! sagte eben eine alte Weiberstimme hinter Heunisch , der dabei durch die Bodenluke sah , von welcher eine Leiter in die Scheune herabführte . Ja , aber andre Leute sehen in unsre ! He , Sandrart ! Wie so , Jungfer Rosine ? fragte Heunisch sich umwendend . Die Regentin des Sandrart ' schen Bauernhofes berichtete , daß die Mamsell von drüben da wäre und um ein Dutzend Eier bäte und wenn ' s möglich wäre , auch um drei Hühner . Oben war Alles still ; auch die Häckselbank schwieg . Ein Dutzend Eier wollen sie drüben und wenn ' s möglich wäre , drei Hühner ! wiederholte Jungfer Rosine kreischend , weil sie glaubte , der Alte oben hätte den Wunsch nicht verstanden . Ein Dutzend Eier , Sandrart