gar nicht so ! Mit einer energischen Bewegung wischte sie die Tropfen ab und zwang sich , an Kotillonsträußchen und Schleifen , an unzählige Porzellanteller und Tassen , an eine Friseurin , an Eis , Mandelmilch und Gott weiß an was zu denken , und zuletzt an diese unglückliche Idee der kleinen Prinzeß , ein Kostümfest mit Tanz aus dem einfachen Kaffee machen zu wollen . Sie eilte die Treppen wieder hinunter , gab Befehle , schickte Boten fort , sprach mit Gärtner und Mamsell , und mitten in diesen Trubel kam die Absage von Klaudine und Joachim . Auf letzteren hatte man ja kaum gerechnet , aber Klaudine ? Beate suchte eilenden Schrittes ihren Bruder auf . Sie fand ihn im Garten , wo er neben Prinzeß Helene und der Komtesse auf dem Tanzboden stand , der unter den Linden hergerichtet war . Die Zimmerleute waren eben fertig geworden und ein paar Gärtnerburschen bekleideten die grob behauenen Pfähle der Einfriedung mit Tannen - grün und zogen Blumengewinde von Pfeiler zu Pfeiler . » Lothar « , begann sie , » Klaudine sagt ab . Willst du nicht selbst hinüber und sie bitten , dennoch zu kommen ? « Er sah in diesem Augenblick noch bleicher aus . » Nein ! « erwiderte er kurz . In Prinzeß Helenes Augen blitzte es auf , sie hatte dies Blaßwerden bemerkt . » Dann werde ich hinfahren , wenn du es erlaubst « , sprach Beate . » So wirst du deine Schritte nach Altenstein lenken müssen . Im Eulenhause triffst du sie schwerlich . « » Heute abend , wenn sie zurückgekehrt ist « , erwiderte Beate . » Ich komme nicht ohne ihre Zusage wieder . « » Sie scheinen Unglück zu haben , Baron « , sagte die Prinzessin mit flackernden Augen , » wie Mama mir mitteilte , wird auch der Herzog höchstwahrscheinlich dem Feste seine Gegenwart versagen . Ihre Hoheit teilte es Mama tiefbetrübt mit . « Auf der Stirn des Barons schwoll eine Ader . Sonst veränderte sich kein Zug seines Gesichtes , er sah gespannt den Gärtnern zu , welche rot-weiße Fähnchen an den Säulen befestigten . » Es sieht gut aus « , bemerkte er gelassen , » meinen Durchlaucht nicht auch ? « Die kleine Durchlaucht nickte . » Warum nicht auch die Farben Ihres Hauses ? « fragte sie bezaubernd liebenswürdig . » Abwechselnd das Gelb und Blau mit dem Purpur und Weiß ? « » Ich liebe diese Zusammenstellung nicht « , erwiderte er . » Es sind gesuchte Kontraste . « Beate , die sich eben zurückziehen wollte , wandte sich erschreckt ab . Aber die Prinzessin lächelte , sie mochte einen anderen Sinn herausgehört haben als Beate . Klaudine stand am Nachmittag dieses Tages , sich verabschiedend , am Schreibtisch ihres Bruders . » Meine Absage ist doch besorgt ? « fragte er . Sie nickte . » Deine und meine . Leb wohl , Joachim ! « » Deine ? « fragte er bestürzt . » Ja ! Ich sehne mich nicht nach derartigen Festen , sei nicht böse , Joachim ! « » Böse ? Ich verstehe dich nur nicht , du wirst Beate sehr betrüben . « Über das schöne Gesicht der Schwester flog ein leiser schelmischer Zug . » O , ich denke , ich werde sie wieder versöhnen , Joachim , laß mich doch hier , du hast keine Ahnung , wie ich mich auf diesen Tag freue , auf den Nachmittag unter der Steineiche , auf den Abend mit dir . « Er reichte ihr die Hand . » Wie du willst , Klaudine . Du weißt , alles ist mir recht , was du tust . « Und Klaudine ging hinunter , küßte das Kind zum Abschied und schaute in Fräulein Lindenmeyers Zimmer . Die schlief im Lehnstuhl . Leise machte Klaudine die Tür zu und schlüpfte durch den Hausflur in den Garten hinaus , vor dessen Pforte der fürstliche Wagen hielt . Nach kaum einer halben Stunde saß sie unter den Eichen des Altensteiner Gartens und las der Herzogin vor aus Joachims Werk » Frühlingstage in Spanien « . Die Geschichte seiner Liebe war in die wundervollen landschaftlichen Schilderungen anmutig mit eingewebt . » Klaudine « , unterbrach die Herzogin die Lesende , » sie muß sehr reizend gewesen sein , diese kleine Schwägerin ! Beschreibe sie mir ! « Das Mädchen heftete ihre blauen Augen auf die fürstliche Frau . » Sie glich dir , Elisabeth « , sagte sie . » O du Schmeichlerin ! « drohte die Herzogin , » aber da bringst du mich auf eine Idee – verzeih , daß mich die interessante Lektüre zu einer Toilettefrage anregt . Wie war ' s , Klaudine – ich nehme Fächer und Mantille und komme einmal > spanisch < nach Neuhaus ? Es ist ein guter Gedanke , meine ich . Und du , Dina ? « » Ich habe abgesagt , Elisabeth . « Über das Gesicht der Herzogin flog ein betrübter Zug . » Wie schade ! « sagte sie langsam und nachdenklich . » Auch der Herzog hat abgesagt . « Klaudines blasses Antlitz flammte plötzlich im Rot des Erschreckens . Die Augen der fürstlichen Freundin hefteten sich fragend auf die ihren . » Ist dir heiß ? « » Aber weshalb will Seine Hoheit nicht teilnehmen ? « erkundigte sich Klaudine ausweichend . » Er hat mir keinen Grund angegeben « , war die Antwort . » Elisabeth « , sagte das schöne Mädchen hastig , » wenn du es befiehlst , nehme ich meine Absage zurück , ich kann das leicht , Beate gegenüber . « » Ich befehle es nicht , aber ich würde mich freuen « , sagte die Herzogin mit dem alten Lächeln . » So beurlaube mich eine Stunde früher , ich möchte Beate selbst meinen geänderten Entschluß mitteilen . « » Natürlich ! So schwer es mir auch