, rücklings auf den Boden und blähte bei gespreizten Beinen den bemalten Körperteil zu gespenstischem Volumen auf . Es war , als ob der gesamte Unterleib erigierte , der Bauch näherte sich in einer Art magnetischer Elevation meiner Fingerspitze . Aber diese Nähe war , wie ich hinterher nach der Lösung des Kontaktes begriff , nur eine eingebildete . Mein Finger wurde nicht angezogen und festgehalten , ich hielt ihn , trotzdem ich das Gegenteil erlebte , freiwillig auf sein Ziel gerichtet . Das Fürchterliche , ja nahezu Lächerliche an dieser Szene war , daß ich während der ganzen Dauer der Faszination , die von meinem Finger auf das röchelnde , schielende Frauenzimmer und umgekehrt ausging , meinen schrägen Finger nicht um einen Zoll von dem Bauche abwandte . Der Dämon einer solchen Sinnlichkeit zwang mich zu einem maßlosen Erstaunen , meine Verwunderung kannte keine Grenzen und war schwer wie ein Alpdruck . Als ich zu mir kam , mußte ich tief und unbändig seufzen . Daß ich den Finger nicht aus seiner Starre rührte , war seltsam . Aber ich erinnerte mich in jenem Augenblicke gar nicht an mich , obzwar ich mich über die Tatsache selber , daß ich so unbewegt dastand , nicht genug wundern konnte . Ich war mir vollständig klar darüber , daß ich es nicht tun mußte , und daß es keine irgendwie geartete Kraft auf Erden gab , die mich dazu zwang . Um so rätselhafter bleibt mir dieser Vorgang , den ich unter jener Sonne mehrmals erlebte . Ist unser Wille so schöpferisch , daß er reale Wirkungen eingebildeter Kräfte in die Beobachtung rückt ; oder verschleiert unser Bewußtsein redliche Wirkungen der Natur mit Hilfe eines bildlichen Willens ? Ist unser Wille Urheber oder Begleiterscheinung ? Dieser Gedanke tauchte damals zum ersten Male in mir auf . Er verschwand wieder . Er hätte das gedankliche Gesamtresultat der letzten Tage vernichtet . Die Sache war die , meine Besinnung und mein Entschluß waren theoretisch ; praktisch dagegen hatte ich in jenen Sekunden rein auf mich vergessen . Ich nahm die Wirkung eines Posenwechsels in Gedanken ruhig vorweg ; in der Tat aber war ich , mit dem Finger schräg auf den gewölbten Bauch vor mir weisend und mit Augen , wie Saugnäpfe starrend , dagestanden . Ich war geistig frei ; mein Körper war gebannt . Und dann war ich wieder im praktischen Besitz meiner Kräfte . Noch stand ich still ; mit einer leisen und nicht ganz zweifelsfreien Neugier nahm ich mir vor , abzutreten - jetzt ! und bevor ich es dachte , sank meine Hand , eine Spannung ließ in mir nach ; doch ermangelte allen diesen Empfindungen etwas , das ich Ernst nennen möchte . Da war alles bedacht und seelisch motiviert , da war nichts von der illegitimen Einwirkung geheimer Kräfte . Nur das Verhalten der Indianerin widerrief die Gewöhnlichkeit des Vorgangs . Sie lag drei Schritte vor mir . Ihr Bauch stand da wie eine Schwangerschaft , eine große reife Frucht , geschwellt , gleichsam vielleicht von meinem Finger angestochen . Als ich zurücktrat und die Hand fallen ließ , schwoll er sichtlich ab . Der Kopf der Frau mit den stellenweise tonsurartig ausgerupften , sonst schulterlangen Haaren war zurückgebogen , aber seine Augen kletterten kurz unter den Lidern speergerade auf mich zu . Der Mund zwischen den vollen Backen stand offen , ich sah in seine violette Höhlung mit den felsigen , trapezförmigen Kiefern . Ein unregelmäßiges Keuchen drang mit dünnem Knattern an den Schleimhäuten vorbei und brachte schnarchende Geräusche mit sich . Der Leib streckte alle viere vor , mit dem in trüber Sehnsucht blickenden Unterleibe als Mittelpunkt bewegte er sich in den dumpfen , niedrigen Sphären , die ich schon an Zana beobachtet hatte . Während das Gehirn wieder in seine Herrschaft trat , arbeitete sich das menschliche Wesen allmählich ins Lichtere empor , eine berauschende Liebenswürdigkeit und Demut zeichneten sich in die fremdartigen Mienen der Frau ein . Sie rollte sich zusammen und lauschte . Slims und Kelwas Gespräche kamen von hinter der Hütte her . Ich stand ruhig , mit großer Würde , und ließ mir die beschuhten Füße küssen . Meine Hand legte ich in ihr seifiges Haar , ohne Ekel zu spüren . Ich sprach nichts und nickte bloß mit dem Kopfe . Sie schnarrte einiges in ihrer Sprache . Ich nickte wieder . Und nun stand sie auf und entfaltete sich zu einem kleinen , merkwürdig gebauten Frauenzimmer . Der Oberkörper war mager , die Büste flach mit langen Brüsten , die Schultern wie gezimmert , die Schlüsselbeine hervortretend als knochige Ornamente , die Arme mit nach außen gesenkten Unterarmen , in der Ellbogengegend nahe am Körper liegend . Die Hüften aber waren wellig und nicht reizlos . Die Wirbelsäule , vibrierend wie eine gebäumte Schlange , glitt mit einer Schweifung zurück und verschwand in der Doppelwoge von festem , plastischem Fleisch . Das rotblaue Schürzchen aus Beeren und Perlen , das sich verschoben hatte , fiel jetzt mit Zucht über den dreizinkigen Schattenstern . Sie sprach zu mir , als könnte ich nicht umhin , den natürlichen Ausdruck ihrer unfeindlichen Gesinnung zu verstehen . Vertrauensvoll sah sie mich von unten an . Da gewahrte ich , daß sie große , vollständig braune Augen hatte , die erwärmten . Die Oberlider waren gebrochen wie unsymmetrische Giebel . Unter der Nase prangte unvermeidlich ein zieres Eberzähnchen . Die Folge davon war , daß sie die verkürzte Oberlippe stets offen hielt und ihre guten gelben Zähne wies . Ihr Teint war nicht mehr frisch , aber sanft und samten . Die Babutschen , die aus allen Ecken des Hofes und dem Innern der Hütte sich vernehmbar machten , waren ihre Kinder . In diese Hütte verschwand sie . Als sie wiederkam , trug sie einen mannsgroßen Schild in Händen . Sie brach ihn auseinander . Da begriff ich unser gemeinsames Geheimnis . Es war jener Schild , den ich tags vorher