Bergen - Arbeit suchen . « Darauf er unser Gewerb wissen wollt und jeden drum fragte . Der Magister aber nannte ihm willig statt unser alles : » Der ist ein guter Stallknecht für Ochsen und Küh , Rindvieh und Roß « , sagte er vom Fritz ; » der da ist ein Maler oder Anstreichritter - zwar nicht groß , aber ein firmer Gsell « , rühmte er von mir und meinte dann von sich selber : » und ich bin ein alter Schreiber , Sekretär und Stiefelzreißer . « Der ander betrachtete uns eine Weile prüfend ; dann fragte er meinen Ziehbruder : » Kann er melchen ? « » Freilich ! « sagte der Fritz ; » melken und buttern , füttern und stallräumen . Und in der Feldarbeit da fehlt sich auch nix . « Worauf sich der Alt noch ein Glas Schnaps einschänken ließ und die Papiere des Bruders zum Durchschauen verlangte . » I bin Millihandler « , sagte er darnach ; » i kunnt di schon ganz gut brauchen ; - was verlangst denn ? « » Was halt der Brauch ist « , erwiderte der Fritz ; » ich mach mein Sach richtig und laß nix über mein Vieh kommen . - Was zahlts denn ? « » No ja « , meinte der Milchhändler bedächtig und trank ; » no ja . I gib dir , was recht is : vierazwanzg Gulden im Jahr und ein Paar Schuh . Nach zwo Jahr vier Gulden mehr , und den Drangulden extra . « » Jawohl « , sagte der Fritz ; » so , wies halt der Brauch ist . - Um das möcht ich schon anfangen bei Euch ! « » No ja , nachher is ja alles recht und richti ! « erwiderte der Alt und zog einen gestrickten Geldbeutel aus der Hose . » Nachher gib i dir also glei dein Drangeld , und du gehst auf der Stell mit . « Also war auch der Fritz gut unter Dach . Der Magister aber sagte : » Kann man vielleicht inne werden , wo Euer Sach ist , Herr ? - Er bekümmert mich , der junge Kampel ! « » Dees kinnts scho inne werden « , erwiderte ihm der Alt . » I bin in der Salzgassen und hab a schöns Sacherl . Bei mir hoaßt mans zum Fischer Simmerl ; könnts schon amal kommen zu eahm auf d ' Nacht nachn Feierabend . « Ach Gott , wie war mir in dieser Stund elend in meinem Gewissen ! Denn ich gedacht mit Angst und Grausen des Augenblicks , da auch an mich die Frage käm : » Wer und was - woher und wohin ? « Er kam leider nur zu schnell , dieser Augenblick ! Denn der Milchhändler wandte sich an einen hageren , weißhaarigen Mann , der hinter dem Schanktisch beim Branntweiner stand und ein gemaltes Schild in Händen hielt , mit den Worten : » Behringer ! - He , Behringer ! - Geh amal her ! - Hast nit du gsagt , daß dir a Junggsell mangelt in deiner Werkstatt ? « Der Angeredete ging auf uns zu und fragte : » Warum ? - Hast leicht oan ? « » Jawohl , Euer Gnaden ! « rief da geschwind der Magister und nahm mich bei den Schultern : » Wenn Euer Gnaden geruhen wollten , den Burschen auf eine Probe zu dingen ! - Er ist ein Vetter von mir , - versteht sein Sach von Grund aus , - kann bloß mit den Leuten nicht recht umspringen . - War ja auch sein Lebtag immer bei der eigenen Freundschaft ; - gewöhnt sich aber schon noch an die fremden Leut . - Welchen Zweig der edlen Malerei pflegen Euer Gnaden , wenn man fragen darf ? « » Mir tean vergolden und Figuren von die Herrn Bildschnitzer bemaln « , erwiderte der Meister ; » der Dreßler in der Hackenstraß und i - mir san die oanzign von dem Fach . - I hab halt zwoa Altgselln und vier Junggselln in der Werkstatt , ohne die Lehrbubn . - Wie heißt er denn , der Krowat ? - Hat er Kundschaft ? « » Schröckh , Euer Gnaden ! « beeilte sich der Magister statt meiner , der ich dastand wie Sankt Sebastian mit den fünfzig Pfeilen im Leib ; » Johannes Schröckh . - Hallo - geschwind deine Flebben , Bursch ! - Nur nicht so verdattert , mein Lieber ! - Der Meister wird bald genug Respekt vor dir kriegen ! « Langsam , als tät ich mein Halstüchl ab , damit mir der Scharfrichter den Kopf leichter abhauen kunnt , holte ich die verfluchten Hadern heraus und gab sie dem Magister hin , denkend , es wär wohl das Best , wenn mir unser lieber Herr in dem Augenblick geschwind einen sanften Tod schenkte . Aber ich blieb lebend und gesund und hatte eine Weil darnach einen brennenden Dinggulden in der Hand . Der Magister aber bedankte sich mit geschraubter Red bei dem Meister und fragte , ob er mich einmal aufsuchen dürft mit Verlaub Seiner Gnaden . » Aber gwiß ! « sagte dieser . » Kommts nur , wenns Euch beliebt ! - Ich habs gar nit ungern , wann hie und da eins von der Freundschaft ein bißl dahinter steht mit der Fuchtel ! - Sie schlagn dann nit so leicht über d ' Sträng , find ich ! « » So ists ! « sagte der Erzgauner , der scheinheilige . » Und wo sind Euer Gnaden zu finden , wenn man fragen darf ? « » Ja so « , erwiderte ihm mein Meister ; » also , wenn Ihr Euch merken wollt : Christian Behringer is mein Nam ; Mal- und Vergolderwerkstatt , - glei da drüben im Hackenviertel ; - Brunngassen . ' s erste Haus linker Hand , wenn