hierher zu kommen , gewußt habe . « » Aber wenn Sie sie entdecken , geben Sie mir augenblicklich Nachricht ? « » Sofort ! « » Ich danke Ihnen ! Und nun gehen Sie ! Ich will Sie nicht abhalten , nachzuforschen , zumal ich gerade jetzt einen sehr wichtigen Besuch erwarte . Also , ich bin Doktor Tsi , der Arzt , weiter nichts ! « Wir drückten einander die Hände , und ich ging . Als ich wieder in das Gastzimmer kam , saß da ein älterer Chinese bei einer Tasse Tee . Er war durchweg in kostbaren Ghilam31 gekleidet , doch ohne alle Rang- oder Standesabzeichen ; aber es schien mir , als ob er auf seinem Hute eigentlich einen Knopf zu tragen habe . Kaum war ich eingetreten , so bezahlte er , ohne auszutrinken , und ging den Weg , den ich soeben gekommen war . Tsi wartete auf ihn . Was ich von diesem erfahren hatte , das klang so geheimnisvoll . Jedenfalls handelte es sich um wichtige Angelegenheiten . Ich hatte nichts darnach zu fragen und begnügte mich mit der Freude , meinen jungen Freund Tsi hier so unverhofft wieder getroffen zu haben . Nun nahm ich eine Rickschah und fuhr nach den genannten drei Hotels . Es hatte in keinem derselben ein Missionar Waller nebst Tochter logiert . Aber als ich nach Hause kam und im Bureau nachfragte , erfuhr ich , daß sie allerdings hier gewohnt hatten , doch bereits wieder abgereist seien . Waller war krank gewesen , so krank , daß er zwei Aerzte zu Rate gezogen hatte , und von diesen war ihm dringend geraten worden , so schnell wie möglich die niedere Küstengegend zu verlassen und Bergland aufzusuchen . Das von hier aus nächste Höhengebiet hatte man an der Nordspitze von Sumatra zu suchen , und so war er mit der Tochter und all seinem Gepäck nach Uleh-leh gegangen , von wo aus die Berge schneller und leichter als von einem Orte der Ostküste aus zu erreichen sind . Das war vor nun fast zwei Wochen gewesen ; eine Nachricht hatte man während dieser Zeit nicht bekommen . » Es kam indessen ein Brief aus Ceylon an , « fuhr der Bureauschreiber fort , welcher mir Auskunft gab . » Wir haben ihn mit dem nächsten Schiffe nachgesandt . « Das war jedenfalls der Brief des Professors Garden aus Amerika . » Nach welcher Stelle haben Sie ihn geschickt ? « erkundigte ich mich . » Hotel Rosenberg in Kota Radscha , der Hauptstadt von Atjeh ; Uleh-leh ist nur der Hafenort . « » Das weiß ich . Der Atjeh-Fluß führt nach Kota-Radscha , und außerdem ist eine Eisenbahn vorhanden . Doch , Hotel Rosenberg ? Das kann nicht der richtige Name sein . Ich kenne Rosenberg persönlich . Er ist ein sehr unternehmender Kaufmann und hat lange Zeit einem in Kota Radscha von ihm selbst gegründeten Geschäft vorgestanden ; aber die Rücksicht auf die Gesundheit von Frau und Kind zwang ihn , es später aufzugeben . Er lebt jetzt in Wien . « » Das stimmt . Aber er kehrt zuweilen wieder und pflegt dann bei uns zu logieren . Jetzt steht ein Schwager von ihm an der Spitze des Geschäftes , welches mit einem Hotel verbunden ist . Wir nennen es jetzt noch immer nach dem Namen des Gründers Hotel Rosenberg . « Nun erkundigte ich mich nach der Art der Krankheit des Missionars , konnte aber nur erfahren , daß er außerordentlich hinfällig gewesen sei . Der Name eines der beiden Aerzte wurde mir gesagt . Ich suchte ihn per Rickschah auf und fand ihn daheim . Er teilte mir mit , daß es sich um einen besorgniserregenden Fall von Dysenterie gehandelt habe . Als Spezifikum war Ipecacuanha gegeben worden , als Diät nur Reiswasser und Marantaaufguß , durch Rizinus eingeleitet . Das waren genau dieselben Mittel , mit denen man auch in den Nilländern dieser gefährlichen Krankheit entgegentritt . Man sagt , daß Ipecacuanha gegen die Dysenterie ebenso sicher wirke wie Chinin gegen das Fieber ; aber einen schon durch die Krankheit so außerordentlich geschwächten Körper durch Rizinusöl , Reiswasser und Aufguß von Arrowroot , denn Maranta ist nichts anderes als Arrowroot , aufhelfen zu wollen , das konnte ich mit meinen Erfahrungen nicht vereinigen . Ich begann , um Waller besorgt zu werden , und ging mit mir zu Rate , was zu machen sei . Sollte ich Tsi benachrichtigen ? Ich hatte es ihm versprochen , und er war ja , wie er mir mitgeteilt hatte , Arzt . Aber wer dem Missionar helfen wollte , mußte ihn in Atjeh aufsuchen , und vor Kapitän Wilkens gab es Niemand , der dorthin ging . Man hatte also auf alle Fälle zu warten , und da eine ausführliche Mitteilung an Tsi ihn ganz unnützer Weise aufgeregt hätte , so gab ich ihm durch einige Zeilen nur die kurze Nachricht , daß meine Erkundigungen nach Wallers nicht ganz erfolglos gewesen seien , ich aber bis übermorgen noch Ausführlicheres zu erfahren hoffe . Mein Sejjid Omar befand sich in sehr gehobener Stimmung ; er sagte zunächst nichts , aber ich sah es ihm deutlich an . Er pflegte über solche Dinge nicht eher zu sprechen , als bis er glaubte , sie geistig richtig untergebracht zu haben . Ich konnte überzeugt sein , daß er dann nicht versäumen werde , mir seine Mitteilungen in der ihm eigenen drolligen Wichtigkeit zu machen . Und wie gedacht , so geschah es auch ! Am Abend saß ich im offenen Vorzimmer . Die nahe Brandung predigte zu mir herüber ; ein kühler Hauch bewegte die Wipfel der Bäume , zwischen denen die aufgegangenen Sterne zu mir niederfunkelten . Die Fee des Südens stieg aus den Wogen , um in den Gärten Penangs nach offen träumenden Blumen suchen zu gehen . Da gab es nun aber Einen , der die Brandung nicht hörte , die Bäume