mir auf meine Frage , daß er von einem inneren Frost geschüttelt werde , und bat mich wieder um Chinin . Ich hielt es für geraten , ihm dieses Mittel jetzt vorzuenthalten und schlug ihm eine Wiederholung unseres Wettrennens vor . Sofort richtete er sich munter im Sattel auf und sagte : » Ich bin mit Freuden einverstanden , Sihdi . Aber ich mache eine Bedingung . « » Welche ? « » Daß wir die Pferde wechseln ! « Welch ein kleiner Schlaumüller ! Ich erklärte mich selbstverständlich bereit dazu und gab ihm meinen Assil , während ich seinen Barkh bekam . Am liebsten hätten wir auf diesem Ritte den Weg eingeschlagen , den wir überhaupt zu nehmen hatten , wären da aber zu Fragen an den Scheik gezwungen gewesen , der mit uns schmollte . Wir beschlossen also , eine andere Richtung zu nehmen , und zwar rund um einen Berg , welcher zur Linken vor uns lag . Wir mußten , wenn wir ihn umritten hatten , wieder auf die Dinarun , und wenn nicht auf sie selbst , so doch auf ihre Spuren stoßen . Wir riefen also Nafar Ben Schuri zu , was wir beabsichtigten , und wollten schon die Pferde antreiben , da antwortete er : » Bleibt doch hier ! Dort , jenseits des von euch erwähnten Berges , liegt ja der Kreuzungspunkt , auf welchem meine Krieger auf uns warten . « » Das ist für uns kein Grund , uns in eure Langsamkeit zu fügen . Ihr kennt ja nun die Schnelligkeit unserer Pferde . Wahrscheinlich sind wir eher dort als ihr . « » Aber ihr kommt gewiß ? « » Ja . « » Schwöre es mir ! « » Was fällt dir ein ! Einen Schwur giebt es selbst für viel wichtigere Dinge bei uns nicht . Du hast mein Wort , und das muß dir genügen ! « Nun ritten wir fort , aber zunächst langsam , denn Halef hatte eine Mitteilung auf seinem Herzen : » Er ist mißtrauisch , Sihdi . « » Und beleidigend , « fügte ich hinzu . » Ja , es war eine Beleidigung , einen Schwur zu verlangen . Wir müssen ihm von großem Werte sein . « » Das scheint freilich so ! « » Hast du eine Ahnung , warum ? « » Ja . « » Welche ? « » Es ist eben nur eine Ahnung , das heißt , etwas Unklares . Von Wert sind wir ihm als Helfer gegen die Dschamikun . Er weiß , daß er sich auf unsere Erfahrung und auf unsere Fertigkeit im Schießen mehr verlassen kann , als auf sich selbst und alle seine Leute . Das hat er uns ja schon gesagt , ohne es eigentlich sagen zu wollen . Aber diese Betrachtung genügt mir nicht , verschiedenes zu erklären , was mir aufgefallen ist . « » Was ? « » Er trachtet so auffallend und eifrig darnach , die Geheimnisse unserer Waffen und unserer Pferde kennen zu lernen . Warum ? Diese Geheimnisse haben doch nur für den Besitzer Wert . Hat er etwa die Absicht , unser Eigentum an sich zu reißen ! « » Sihdi ! « rief Halef überrascht . » Ist er etwa unser Feind , der nach den Pferden und Gewehren trachtet , die ihm aber ohne vorherige Aufklärung unnütz sind ? Und giebt er nur deshalb vor , unser Freund zu sein , weil er auf diesem Wege die Geheimnisse zu erfahren hofft ? Wird er dann , sobald er sie kennt , uns sein richtiges Gesicht zeigen - - das Gesicht eines Räubers und Mörders ? « » Sihdi ! Kann ein Mensch von so bodenloser Schlechtigkeit sein ? « » Das fragst du und hast doch schon solche Menschen kennen gelernt ! « » Wie thöricht wäre ich gewesen , wenn du recht hättest ! « » Tröste dich ! Auch ich habe keineswegs klug gehandelt . Wir haben die größte Vorsicht zu beobachten . Das ist um so schlimmer für uns , als wir von der Krankheit jeden Augenblick niedergeworfen werden können . « » Du , Sihdi , die Krankheit ist nun bei mir Nebensache ! Seit du deine Befürchtung ausgesprochen hast , giebt es für mich nicht eher Zeit , krank zu sein , als bis wir wissen , woran wir mit diesem Nafar Ben Schuri sind . Ist jetzt noch etwas zu besprechen ? « » Nein . « » So wollen wir beginnen . Zu gleicher Zeit . Paß auf ! Eins - - zwei - - - drei ! « Bei » drei ! « begann die Jagd nach der Ehre , welche , wie ich wollte , dem Scheik der Haddedihn zufallen sollte . Leider sollte sie ihm nicht vergönnt sein , aber auch mir nicht . Es wurde eine ganz andere Jagd daraus . Wir hatten uns von den Dinarun auf einem Plateau getrennt , von welchem wir hinunterritten , um an den Fuß des Berges zu gelangen , den wir halb umkreisen mußten . Unten angekommen , sahen wir , daß sich das Terrain zunächst so sehr verengte , daß wir gezwungen waren , langsam zu reiten . Wir hatten uns vorsichtig durch ein fast unzugängliches Felsengewirr zu winden , wo es aber doch Spuren davon gab , daß zuweilen Menschen hier vorüberzukommen pflegten . Diese Enge trat dann mit einem Male weit auseinander , um sich in das Thal zu öffnen , dem wir rund um den Berg zu folgen hatten . Grad als wir aus ihr hervor wollten , tauchten kaum zwanzig Schritte entfernt zwei Reiter vor uns auf , welche da hineintrachteten , wo wir herauskamen . Und wer waren sie ? Sallab , der Fakir ! Er ritt eine braune Stute , die sichtlich ein Pferd allererster Rasse war , jedenfalls » Sahm « , dem Ustad angehörig . Sein Begleiter , ein jüngerer Mann , sichtlich