, der Alte würde den Verlust schwerlich überleben . » Ja , ja , das kann ich begreifen ! « sagte der Hauptmann . Schließlich sprang er auf von seinem Sitze . » Ich will Ihnen mal was sagen , Büttner ! Ich werde die Sache machen ! Ich will dem Grafen schreiben . Versprechen kann ich nichts , aber ich kann wohl sagen , der Graf tut im allgemeinen , was ich ihm empfehle . Die Verantwortung ist nicht klein , die ich auf mich nehme ; aber ich will ' s tun , weil ... Um der Sache willen will ich ' s tun . « Gustav ging vom Rittergutshofe mit viel leichterem Herzen , als er gekommen . II. Samuel Harrassowitz saß in seinem halbverdeckten Wägelchen , in welchem er über Land zu fahren pflegte . Auf dem Bocke der Kutscher , mit einer goldbetreßten Livree angetan , die Sam bei irgendeiner Zwangsversteigerung billig erstanden hatte . Er war auf der Fahrt nach Wörmsbach begriffen , ein Dorf , in dem er verschiedene Häuser und Landparzellen besaß . Sein Weg führte ihn über Halbenau . Eigentlich hatte es nicht in seinem Plane gelegen , sich hier aufzuhalten , aber als er von weitem den Giebel des Büttnerschen Hauses winken sah , konnte er der Versuchung nicht widerstehen , einen Abstecher dorthin zu unternehmen . ' mal sehen , wie die Dinge dort standen . Auf ein Stündchen kam es ja nicht an . Und » stets auf dem Platze sein « , das war eines von Sams Geschäftsgeheimnissen . Außerdem hatte er den Bauernhof und seine Bewohner nicht ungern . Harrassowitz war einer gewissen Gutmütigkeit fähig . Er haßte die nicht , welche er schädigte . Auch besaß er Sinn für die Gemütlichkeit . Er vertilgte nicht gierig ; das war nicht klug , und man verdarb sich den Genuß . Er nahm sich Zeit und machte sich öfters das Vergnügen , um seinen Baum herumzugehen , mit den Früchten zu liebäugeln , ehe er sie schüttelte . Er gab dem Kutscher Weisung , von der großen Straße abzubiegen und hielt bald darauf im Büttnerschen Hofe . Die alte Bäuerin erschien in der Haustür . Sie erschrak , als sie den Händler erkannte , und vergaß darüber ganz , ihn zu begrüßen . » Ist denn mein braver Büttner zu Haus ? « fragte Sam . Die Bäuerin erklärte , er sei mit Karl im Walde , und Gustav sei aufs Rittergut gegangen . » Ich bin ack ganz alleene mit den Madeln , « meinte sie schüchtern . » Recht so , Frau Büttner , recht so ! « sagte der Händler im Aussteigen . » Ihr Mann ist ein fleißiger Mann , immer bei der Arbeit , trotz seiner Jahre . Das ist brav ! Mein Kutscher kann wohl etwas Hafer bekommen für das Pferd - nicht wahr ? « Die Bäuerin beeilte sich , zu versichern , daß hier alles zu seinen Diensten stünde . Sie schickte sofort Ernestinen in den Stall , um Hafer und Heu für das Pferd des Herrn Harrassowitz zu besorgen . » Leg die Decke auf ! « befahl der Händler . » Und laß dir überschlagenes Wasser geben - hörst du ! daß er mir nicht etwa Husten kriegt ! « Nachdem er so für das Wohlergehen seines Tieres gesorgt hatte , wandte sich Sam wieder an die Bäuerin . » Und mir machen Sie wohl eine kleine Tasse Kaffee zurecht , beste Frau Büttner ! Ich bin ganz ausgekältet von der Fahrt , und Sie kochen ja solch ausgezeichneten Kaffee ; das weiß ich von neulich . « Damit trat er ins Haus und klopfte der alten Frau wohlwollend auf den Rücken . Die Bäuerin war nur zu froh , Herrn Harrassowitz eine Aufmerksamkeit erweisen zu dürfen . Der Mann spielte keine geringe Rolle in den Hoffnungen und Befürchtungen der Familie . Sein Name wurde nur mit gedämpfter Stimme ausgesprochen . Die alte Frau wußte , daß ihrer aller Wohl und Wehe in dieser Hand lag . Nach Weiberart glaubte sie , daß man einen Feind dadurch entwaffnen könne , wenn man ihm schmeichle . Trotz ihrer Lähme , die sich im Laufe des Winters verschlimmert hatte , lief sie auf und ab , rief den Töchtern zu , sie sollten sich sputen , ließ das Feuer schüren , setzte selbst das Wasser an und schaffte heran , was nur irgend im Hause an Leckerbissen aufzutreiben war . Sam entledigte sich inzwischen seines Nerzpelzes , der nach seiner Angabe von den Mädchen breit am Kachelofen aufgehangen wurde , damit er nicht auskühle . Dann ließ er sich selbst in der Nähe des Ofens nieder . » Ein hübsches , warmes Zimmer haben Sie hier , Mama Büttnern ! « sagte er in gemütlich scherzendem Tone . » Es geht nichts über die Temperatur in den Bauernstuben . Ich wollte eigentlich erst durchfahren durch Halbenau ; dann dachte ich : mußt doch mal sehen , was Büttners machen . « Die Bäuerin wußte kaum , wie sie ihren Dank für so viel Ehre in Worte kleiden sollte . » Jetzt im Winter ist ruhige Zeit auf dem Lande , « fuhr er fort . » Keine Arbeit auf dem Felde , was ? Im Frühjahre da geht ' s dann wieder ordentlich los mit allen Kräften . Sie haben ja jetzt auch Ihren zweiten Sohn hier , wie ich höre . « » Se meenen Gustaven ? « » Der bei den Soldaten war bis vor kurzem ; der wird dem Vater nun wohl tüchtig in der Wirtschaft helfen ? « » Freil ' ch ! Das mechte aben sein ! Aber er tutt sich sei Madel heiraten . Und hernachen da will er furt von uns . Ar spricht , er wullte sei eegner Herre sein . ' s gefällt ' n ni mih zu Hause . Ar gieht , und ar sieht s ' ch nach