auflebt ! « » In deiner Lieb halt , weißt ! « sagte Franzl ernst . » So was is gut . Dös spürt einer gleich . So was is oft besser wie der beste Dokter . Da wird eim völlig warm in die innern Urgan , weißt , und ' s ganze Leben kriegt an andern Zug . Wie a kranks Blümerl , wann d ' Sonn kommt ! Gelt , Netterl ? So was tut wohl ! Jaaaaa ! « Zärtlich tätschelte er das Gesichtl des lallenden Kindes , das auf dem Schoß seiner jungen Pflegemutter immer lustiger zappelte und mit beiden Händen in dem klappernden Spielzeug wühlte . » Jaaa , Netterl , gelt ? Die richtige Lieb hilft gschwinder als Meisterwurz und Hollertee ! « » Da soll ' s net fehlen an mir ! « beteuerte Mali . » Lieb hab ich an ganzen Sack voll im Herzen , und alles gib ich her , wann ' s helfen kann ! « Nun saßen sie stumm und sahen lächelnd dem Spiel des Kindes zu . - Forbeck betrat den Hofraum . Seine Stirn war bleich , dunkle Schatten lagen um seine Augen , als hätte er eine schlaflose Nacht verbracht . Beim Anblick der drei Menschen , die anzusehen waren wie eine junge , glückliche Familie , heiterte sein Gesicht sich auf . Auch der malerische Reiz des Bildes fesselte ihn , und gern begrüßte er die Gelegenheit , den Jäger , den er wiedererkannte , als Modell zu gewinnen . Als Forbeck sich der Hausbank näherte , rückte Mali errötend zur Seite , und Franzl machte ein verdrossenes Gesicht . Auf die Bitte des Malers , ihm eine Stunde Modell zu stehen , fand der Jäger nicht gleich eine Antwort . Erst als ihm Mali ermunternd zunickte , erhob er sich und sagte : » Wenn der Herr Maler an mir was z ' malen findet , meintwegen . A Stündl hab ich noch Zeit ! « Forbeck und Franzl stiegen hinauf in die Giebelstube , und die Arbeit wurde sofort begonnen . Der Jäger , der an dem Bild seine Freude hatte und über die Ähnlichkeit der » lieben Konteß « nicht genug zu staunen wußte , erfaßte mit flinker Gelehrigkeit seine Aufgabe . Doch als er eine Weile in der ihm vorgeschriebenen Stellung ausgehalten hatte , ließ er die Arme sinken und schüttelte nachdenklich den Kopf . » Sind Sie müde ? « fragte Forbeck . » Gott bewahr ! Aber ich glaub , wir könnten die Sach a bißl besser machen . Ich denk mir freilich , daß ich wieder die Konteß so trag wie selbigsmal . Aber die richtige Kraft im Gstell käm besser aussi , wann ich was auf ' m Arm hätt - was Gwichtigs ! Meinen S ' net auch ? « » Allerdings - « Da rannte Franzl zur Tür und rief über die Treppe hinunter : » Mali , geh , komm gschwind a bißl auffi ! « Das Mädel erschien mit dem Netterl in der Stube . Geschäftig breitete Franzl seinen Wettermantel über die Dielen , setzte das Kind zu Boden und gab ihm die Uhrkette mit den baumelnden Schätzen als Spielzeug . » Aber was machst denn ? « stotterte Mali . » Was is denn los ? « » Paß nur auf ! « lachte Franzl und hob das Mädel mit flinkem Griff auf seinee Arme . » So , Herr Maler ! Jetzt fangen S ' an ! « Unter Lachen wollte Mali sich sträuben ; aber Franzls Arme pflegten festzuhalten , was sie einmal gefaßt hatten . Und als auch Forbeck sich noch mit einem bittenden Wort ins Mittel legte , gab Mali ihren ohnehin nicht allzu energischen Widerstand auf und sagte : » Weil ' s der Herr Maler will , in Gottsnamen ! « Forbeck arbeitete mit stillem Eifer , während durch das Fenster die Morgensonne breit und leuchtend auf die zwei geduldigen Modelle fiel . Die beiden waren so ganz bei der Sache , daß Franzl die Elfuhrglocke und Mali die Stimmen überhörte , die sich drunten im Flur vernehmen ließen . Die zwei älteren Kinder des Bruckner waren von der Schule heimgekehrt und auf der Straße mit dem Vater zusammengetroffen . Als der Bauer die Stube leer und in der Küche den Herd ohne Feuer fand , rief er nach der Schwester . Da hörte er Lärm in der Giebelstube und eine erschrockene Männerstimme : » Mar ' und Josef ! Elfe vorbei ! Jetzt pressiert ' s aber ! « Droben wurde die Tür aufgerissen , hastige Schritte polterten über die Treppe herunter , und Franzl , mit Büchse und Bergstock , stürmte ohne Gruß an dem Bauer vorüber , wie ein Flüchtling . Bruckner erblaßte . Mit bebendem Fluch stieß er die Schuhe von der Füßen und sprang über die Treppe hinauf . Droben , auf der Schwelle der offenen Tür , blieb er ratlos stehen . Er hatte gefürchtet , die Schwester allein zu finden . Nun stand sie neben dem Maler , mit dem Netterl auf den Armen , und betrachtete vergnügt die Leinwand . » Mali ! Die Kinder sind daheim ! « sagte der Bauer mit schwankender Stimme , wandte sich ab und stieg wieder hinunter in den Flur . Hier wartete er . Als die Schwester kam , hing er mit finsterem Blick an ihrem Gesicht , dessen Augen in Freude leuchteten . » Jetzt koch ich aber auf der Stell ! « sagte sie und wollte an dem Bruder vorüber in die Küche . Er vertrat ihr den Weg , und seine gedämpfte Stimme klang heiser . » Wie kommt der Jager ins Haus ? « Lachend wollte Mali Antwort geben . Als sie das bleiche , vor Erregung zuckende Gesicht des Bruders sah , verging ihr das Lachen . » Aber Lenzi ? Was hast denn schon wieder ? « » Wie kommt der Jager ins Haus