mich . Ich streichelte dem Herzen die Backen : so unsägliche Mühe hatte es mich gekostet , dies behagliche , reinliche , zierliche Rom aufzuerbauen - und nun sollte das alles umsonst sein ? Und warum ? Wegen wessen ? Wofür und wozu ? Kienbaums wegen ? Der ewigen und der menschlichen Gerechtigkeit wegen ? Ich sah mir mein Weib an , sah mir die Zeitgenossenschaft an und nahm jeden aus der letztern , soweit sie um die Rote Schanze herum wohnte , vor . Um nachher von der Gesamtheit keinen Vorwurf zu verdienen , nahm ich es mit jedem einzelnen ernst ; und - ich fand nicht einen drunter , dem ich persönlich verpflichtet gewesen wäre , ihm sofort bekanntzumachen , wer in der Tat Kienbaum totgeschlagen hatte . Aber die ewige Gerechtigkeit ? wirst du fragen , Eduard . Ja , sieh mal , lieber Freund , in deren Belieben hatte es , meiner Meinung nach , denn doch lange genug gelegen , das Ihrige zur Sache zu tun . Da sie es nicht getan hatte und den Vater Quakatz allein hatte suchen lassen , so hatte sie von seinem Schwiegersohn gar nichts zu verlangen : ich aber durfte sie dreist ersuchen , jetzt meine Frau mit den widerwärtigen Geschichten wenigstens so lange , als es gar nicht anders ging , in Ruhe und Frieden zu lassen . Blieb also nur die Frage : Aber du ? Nämlich ich , lieber Eduard - Heinrich Schaumann , genannt Stopfkuchen . - Dir sitzt doch nun mal der Floh im Ohr , Heinrich ! Willst und kannst du ihn wirklich ruhig sitzen lassen , ohne den Kitzel wenigstens wegzujucken ? Ein Gott hätte man sein müssen , um das zu können , und , wie ich mich auch schätzte , auf diesen hohen Standpunkt oder bis zu dieser , wenn du lieber willst , Dickfelligkeit hatte ich mich noch nicht erhoben , und da sagte ich mir denn : Na , so kratze dich , da es juckt und wo es juckt ! Sitze erst mal selber zu Gerichte über den verjährten Sünder : nimm ihn mal unterwegs vor , aber allein ! Ist dir in der Sache schon einmal allein der Präsentierteller unter die Nase gehalten worden , so macht sich das sicherlich auch zum andern Male . Laß sie dich nicht umsonst Stopfkuchen genannt haben . Friß auch dieses für dich allein herunter . Und am liebsten auch wieder unter der Hecke , so unterm Brombeerbusch , bei ruhigem blauem Himmel und heller Sonne , mit den Feldgrillen als Beisitzern und dem Angeklagten , dem Landbriefträger Friedrich Störzer , auf dem Chausseegrabenrand dir gegenüber ... Aber Kind , Meta , so laß dich doch endlich mal wieder sehen ! Heraus da aus dem dunkeln Winkel und hier an den Tisch , Mädchen ! « Der Folterer klopfte mit dem Hammer an die Daumschrauben - nein , er klappte mit dem Deckel seines Kruges , und Meta , bleich , aufgeregt , mit fliegendem Atem wankte hinter ihrem Schenktische hervor . » O Gott , Gott , Herr Stopf- Herr Schaumann , lieber Herr Schaumann , ich kann ja nichts dafür , aber - « » Gehorcht hast du . Nun , weißt du , denn mach es dir bequemer , setz dich her und höre weiter . Aber erst noch einen Schoppen und dem Herrn da - nein , der scheint nicht mehr zu wollen ; aber er hat auch nur zugehört und seinen genauesten Freund reden lassen . So , jetzt rücke her , Herz , und laß dir erzählen . Deine Abend-Stammgäste kommen ja wohl bald ? Ich höre die Schritte der großen Bruderschaft der Erde nahen ; und siehst du , Eduard , besser konnte sich die Sache gar nicht für mich machen : der alte Störzer ist tot , hat seinen fünfmaligen March , um die Erde vollendet , und zu dem Tinchen kommt morgen Frau Fama auf ein halbes Stündchen zum Besuch und setzt sich zu der Erbtochter der Roten Schanze eine Weile auf den Grabenrand des Prinzen Xaver von Sachsen ; und ich habe es nachher wirklich behaglicher mit meinen dazugehörigen Kommentaren . Das Glas ist aber schlecht eingeschenkt , Jungfer ! « » O Gott , darauf achten Sie noch ? Darauf können Sie jetzt achten , Herr Schaumann ? « schluchzte das entsetzte , zitternde junge Ding . » Da , setz dich her , Krabbe , und sperr jetzt weiter die Ohren auf und nachher den Schnabel , meinetwegen , so weit du willst : des Menschen Maul tut heute in dieser Angelegenheit keinen Schaden mehr . Wenn das Schicksal will , daß Leute zusammenkommen , weiß es das schon einzurichten . Ich tat in diesem Falle gar nichts dazu : ich ging meine Wege und ließ Störzer die seinigen gehen ; ihm irgendwo hinter einem Busch einer meiner Hecken aufzupassen und ihn beim Kragen zu nehmen lag nicht in meiner Natur . Meine Wege ? Sie führten mich nimmer weit über meinen Grenzwall hinaus , aber doch von Zeit zu Zeit wenigstens ein wenig hinein in die Feldmark . Bist du Mitgründer und Aktieninhaber einer Zuckerfabrik , so siehst du auch in Afrika dann und wann nach deinen und der andern Rüben , so faul du auch sonst auf deiner Löwenhaut liegen und Gier-Maul-Affen feilhalten magst . Auf einem dieser beschwerlichen Gänge kam es denn zu der Auseinandersetzung . Du weißt , wo die kaiserliche Poststraße von der Stadt her nach Gleimekendorf durch das Bauerngehölz , den Papenbusch , führt . Die Schlupfpfade unserer Jungenszeit laufen heute noch dort kreuz und quer , aber teilweise immer auch noch auf die Landstraße zu . Der Busch ist ein wenig höher geworden ; aber der Graben , der ihn auf beiden Seiten der Landstraße von derselben scheidet , ist ganz derselbe geblieben . Man muß ihn überspringen oder hindurchsteigen , wenn man auf den Heerweg will . Und letzteres war