und hielt L ' Hermite die Hand hin , als er ihr wahrsagen wollte , natürlich aber bloß » killekille « machte . Sie war überglücklich und unterließ nicht , als ihre Hand wieder frei war , ihn abwechselnd auf Brust und Knie zu tippen . So ging es bis neun Uhr , wo man sich trennte , Maruschka mit dem Trauerworte , daß es bald wieder ganz anders sein würde , was L ' Hermite mit einem » oui , oui « bestätigte . Dann nahm dieser Lehnerts Arm , und eine Minute später stiegen beide gemeinschaftlich die Treppe hinauf . Als man oben war , wurde noch ein Plauderabend beschlossen , was Lehnert durchaus zupaß kam , weil er nun endlich zu hören hoffte , was es mit dem » feast « und dem » festival « , von denen Totto wie von etwas geheimnisvoll sich Steigerndem gesprochen hatte , denn eigentlich auf sich habe . L ' Hermite lachte . » Ja , feast und festival ; dies ist die Woche dazu . Les jours de fête sont passés pour nous , mais « ( und er schmunzelte ) » les jours de fête commencent pour Obadja . « Und nach diesem zugespitzten Einleitungsworte begann er dem aufhorchenden Lehnert zu erzählen , daß die letzten Septembertage regelmäßig die großen Fest- und Ehrentage von Nogat-Ehre seien . Im Laufe des nächsten oder zweitnächsten Tages werde nicht nur Obadja mit Ruth und Toby wieder von Halstead her eintreffen , sondern auch alles Mennonitische , was auf dreißig und fünfzig Meilen in der Runde zu finden sei , und dann würde der Betsaal unten seine großen Aufführungen haben . Einem zivilisierten Geschmacke könne die Sache nicht eigentlich genügen , da man indes eine wirkliche Komödie nicht haben könne , so sei solch Heiligensabbat immer noch das Unterhaltlichste , was Nogat-Ehre biete . Das Ganze hier auszuplaudern würde zu lange dauern , weshalb er es vorzöge , sich für heut auf ein kurzes Programm zu beschränken . Die Sache beginne mit einer Art Vorfeier , und zwar mit der sogenannten Fußwaschung , bei der Obadja den Heiland spiele . Beiläufig gut genug , nur um vierzig Jahre zu alt . Das alles ( bei einer Fußwaschung übrigens selbstverständlich ) sei Abendprogramm , und nun folge tags darauf der eigentliche jour de fête . Dann sei das ganze Tabernakel so gefüllt , daß kein Apfel zur Erde könne ; wo noch Lücken seien , würden ein paar Indianer hineingestopft , und endlich erscheine Obadja in höchsteigener Person und spreche das Gebet . Daran schlösse sich dann am selben Tage noch , oder auch am Tage darauf , die Taufe der Neuaufzunehmenden , unter denen nur selten eine Weißhaut sei , und dann komme die Predigt , in der der Alte meistens Geschmack genug habe , sich kurz zu fassen . Im weiteren Verlauf singe Ruth , was immer das Beste sei , und zuletzt falle der Chor der Cherokee- und Arapahokinder ein und habe man dann einen Lärm wie bei » Ferdinand Cortez ou la Conquête de la Mexique « , namentlich wenn gleichzeitig das große Tamtam geschlagen würde , das beiläufig wirklich aus Mexiko stamme . Der alte Gunpowder-Face aber , den er ( Lehnert ) bisher nur von seiner Doktorseite kennengelernt habe , sei dann - weil er nicht bloß die kettle-drums , sondern auch das Tamtam zu bedienen habe - auf seiner eigentlichen Höhe , sähe dabei aus wie ein mexikanischer Oberpriester , und Obadja verschwinde daneben . L ' Hermite hatte das alles in bester Laune vorgetragen und Lehnert mehr als einmal ein Lächeln abgenötigt . Aber ihn in eine wirklich heitere Stimmung zu bringen war ihm trotzdem nicht gelungen . Im Gegenteil , Lehnert blieb befangen und unruhig und sah den Festlichkeiten fast wie mit Bangen entgegen . Der zweitnächste Morgen brachte nicht nur Obadja samt Ruth und Toby nach Nogat-Ehre zurück , sondern auch alle Mennoniten aus dem weiteren Umkreise trafen ein , meist Lehrer und Prediger , die zwischen den Ozark-Mountains und den Shawnee-Hills ihre Wohnung und ihren Wirkungskreis hatten , und mit ihnen viele bekehrte Rothäute , Männer und Frauen , die , während des Festes , in die Gemeinde der » Taufgesinnten « aufgenommen werden sollten . Ein Teil davon , so viele waren ihrer , mußte , wegen Raummangels , in einer benachbarten Indianersiedlung untergebracht werden , drin unser Freund Gunpowder-Face - welchen Namen er wegen seines anscheinend mit Schießpulverkörnern überstreuten Gesichts erhalten hatte - das Regiment führte . Nach diesem mehr oder weniger befreundeten Indianerdorfe kamen viele , der Rest aber verblieb teils in Nogat-Ehre , teils in Obadjas eigenem Hause , darin wieder Mistress Kaulbars , nach inzwischen erfolgter Rückkehr vom Vorwerk , mit bewährter Umsicht das Wirtschaftliche leitete , während Ruth die Honneurs des Hauses zu machen hatte . Freitag war alles versammelt ; erste Begrüßung im Tabernakel und Ansprache , woran sich dann tags darauf der Akt der Fußwaschung mit vieler Feierlichkeit anschloß . Und nun ging man dem eigentlichen großen Festtage , dem Sonntag , entgegen , dessen Programm Monsieur L ' Hermite bereits in aller Kürze gegeben hatte . Bis in die Nacht hinein und dann wieder in frühester Morgenstunde war im Betsaal alles für den großen Tag hergerichtet worden , so daß man sich , um die neunte Morgenstunde , darin versammeln und Plätze , nach vorher getroffener Anordnung , einnehmen konnte . Wie sich denken läßt , hatte das Tabernakel unter all diesen Herrichtungen seine fast an Kahlheit grenzende Schlichtheit eingebüßt : überallhin waren Laub - und Blumengirlanden gezogen , am meisten an der der Eingangstür gegenübergelegenen dreigeteilten Empore , zu deren Füßen , um ein geringes vorspringend , der von Lichtern flimmernde Altar aufragte . Hierher richtete sich denn auch die Hauptaufmerksamkeit , desgleichen nach dem breiten Mittelteile der Empore , wo Ruth in vorderster Reihe stand , um sie her die den Chor bildenden Mennonitentöchter von Nogat-Ehre . Daneben aber , in