Paradieses und dachte sich in dieses wunderherrliche Tal , über das ein ungestörter Friede sich gelagert hatte , das noch keine Leidenschaft gesehen , keine Störung erfahren . Er mußte es sich denken in herrlichem Sonnenschein wie ein himmlischer Sonntag , der in aller seiner Heiligkeit sich ausgebreitet wie ein unsichtbarer , aber alles verklärender Teppich über diesen schönen Garten . Vor seine Augen stellte sich wie ein himmelanstrebender dunkler Tannenbaum an silbernem Gewässer der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen . Goldene Früchte sah er strahlen in dunklem Laube , er sah die bunte Schlange schimmern in den dunklen Ästen , sah sie spielen mit der goldenen Frucht und naschen davon mit lustfunkelnden Augen . Und wie zwei Lichter strahlten diese Augen weithin in die Ferne ; zwei andere Augen begegneten ihnen , und er sah flüchtigen Schrittes die junge Mutter des alten Menschengeschlechtes nahen dem verhängnisvollen Baume . Und in zierlichen Ringen funkelte die Schlange so herrlich in dunklem Laube und naschte so zierlich von der prangenden Frucht und ringelte sich noch funkelnder hinaus auf des Baumes Äste , wiegte sich in süßem Behagen , und hinauf mit glänzenden Augen sah die junge Mutter . Die Schlange prangte so üppig , die Frucht duftete so süß , in ihrer jungen Brust schwoll das Gelüsten auf . Da wiegte die Schlange näher und naher sich , walzte spielend die schönsten der Früchte zu des Weibes Füßen und lockte in süßen Tönen die neu geborne Lust zum fröhlichen Genuß . Schmeichelnd pries sie des Weibes Wohlgestalt und herrlich Wesen und schalt bitter des Allvaters Mißgunst , der ihr diesen Genuß verpönt , damit sie nicht an Herrlichkeit würden wie er . Er sah , wie die giftigsüßen Worte schwellten die Lust , wie sie höher und höher wuchs , wie die schmeichelnde Stimme verdrängte des Allvaters gebietend Wort ; er sah , wie Eva naschte in neugieriger Schüchternheit , wie sie eilte , mit Adam die Sünde zu teilen , wie einer düstern , geheimnisvollen Wolke gleich ein düsteres Etwas über das Tal sich senkte , es verhüllte . Wüst und dürre breitete der Erdboden vor ihm sich aus , und im Schweiße ihres Angesichtes sah er die ersten Eltern verdüstert und verstört den ersten Acker bauen , sie , die ersten Opfer der verlockenden Stimme , die vom Vater die Geschöpfe locket und ihnen Elend gibt zum Lohn . So saß Uli in seinem kalten Stübchen vertieft in die heilige Geschichte , und seine Einbildungskraft stellte ihm das alles so lebendig vor , als wenn er es wirklich vor Augen hätte . Er vergaß , daß er in der Glungge war , und es kam ihm wirklich vor , als sei er im Paradies hinter einem Holderstock und er , lebe alles mit . Da wurde plötzlich die Türe aufgerissen und eine rauhe Stimme sagte : » Seh , bist du da , und wieder geistlich ! « Uli , obgleich er nicht nervös war , fuhr doch hochauf , als die unerwartete Stimme ihn anrief ; er wußte es nicht gleich , war es die des Engels Michael , der ihn dem Adam nachjagen wolle , und erst bei näherem Besinnen merkte er , daß es einer der Knechte war . Sie hatten ihn allenthalben gesucht , sagte dieser , aber nicht gedacht , daß er in diesem kalten Loch sei . Er solle hinüberkommen in die Küherstube . Uli war aufgestanden und fühlte erst jetzt die Kälte , die ihn ganz steif gemacht . Was er dort solle ? fragte Uli . Er solle nur kommen , hieß es , er werde es dann schon sehen . In des Kühers großer , warmer Stube war die ganze Dienerschaft versammelt , sogar die zwei Mägde . Einige spielten mit einem Kartenspiel das so beschmutzt war wie zehnjährige Küherhosen , Andere lagen auf dem Ofen herum . Fluchen und Zotenreißen waren Trumpf . Als Uli kam , brüllte ihm alles entgegen : Er müsse Brönz oder Wein zahlen , was er lieber wolle , das täte jeder neue Meisterknecht . Es komme auf sie an , ob er dableiben könne oder nicht , und sie wollten ihn bald weghaben , wenn er sich nicht nachela well . Uli wußte anfangs gar nicht , was er da machen solle . Das Geld reute ihn , er hatte nicht Lust , gemeine Sache mit ihnen zu machen , fürchtete sich nicht vor ihnen ; aber geizig mochte er auch nicht scheinen , und zuletzt dachte er , wenn er hier etwas nachgebe , so könne er vielleicht um so besser beharren auf seinen Forderungen an sie . Es wurde abgeredet , daß sie nach dem Abendessen ins Wirtshaus wollten , und die Leute , die nicht Zeit hatten , für die Kirche sich anzuziehen , die hatten jetzt Zeit genug , sich anzuziehen für das Wirtshaus ; die Leute , welche um Gottes und ihrer armen Seele willen zu faul waren , zu rechter Zeit aufzustehen , die waren jetzt mit Freuden bereit , um einer Man Wein willen viele Stunden ihres Schlafes zu opfern . Als beim Nachtessen die ganze Sippschaft gsunntiget erschien und die Mägde mit dem Essen pressierten , machte Vreneli große Augen und fragte , was das geben müßte ? He , sie wollten alle ins Wirtshaus , hieß es , Uli müsse Wein zahlen . Vreneli war das nicht recht . Es konnte nicht begreifen , warum Uli das tat . Wollte er jetzt auch mit ihnen gemeine Sache machen und war es ihm schon erleidet , ihr Widerpart zu sein , oder hatte er sich betören lassen ? Es hatte das für sein Leben gerne gewußt . Es war kurz angebunden beim Nachtessen und trümpfte alles , was ihm nahe kam , verzweifelt ab . Und als Uli , ehe er wegging , es fragte , ob es nicht auch mitkommen wolle , so antwortete es : Es wurde sich schämen , mit sellige