haben , dann bieten wir eben mit . Ihr Vater hat unter allen Umständen das Nachsehen . Wir wollen nur den Wald , das sagte ich ihm schon damals . Uns mit einem Bauernhöfe belasten , dazu liegt gar kein Anlaß vor . So steht die Sache . Sie sehen , Büttner , ich kann Ihnen nicht helfen . « » Ich habe gehört , daß Harrassowitz eine Dampfziegelei anlegen will auf unserem Gute , « sagte Gustav . » So eine gute Gelegenheit , hat Harrassowitz gesagt , zu einer Ziegelei , wie bei uns , gäbe es bald gar keine wieder . « Gustav hatte das ohne Hintergedanken gesagt . Der Hauptmann stutzte bei dieser Bemerkung . » Eine Ziegelei ! « rief er . » Habt Ihr denn Lehm ? « » Freilich , is Lehm da ! Das haben die Leute schon oft über meinen Vater gesagt , er wäre ein Esel , daß er keine Ziegel brennen täte . « » Und das hat mein Harrassowitz natürlich sofort herausgefunden ! « rief der Hauptmann in unverkennbarem Ärger über die Entdeckung . » Setzt uns da womöglich eine Dampfziegelei direkt vor die Nase hin . Das fehlte wirklich noch zu allem ! « Jetzt fiel es Gustav auf einmal ein , daß die Herrschaft vor kurzem eine Ziegelei angelegt hatte . Nun begriff er den Ärger des Hauptmanns . Er war klug genug , zu erfassen , daß dieser Umstand günstig sei , und daß man ihn ausnützen könne . Plötzlich leuchteten neue Möglichkeiten vor ihm auf , an die er nie zuvor gedacht hatte . Die Laune des gräflichen Güterdirektors hatte sich in den letzten Minuten wesentlich verschlechtert . Er versetzte einem Stuhle , der ihm in den Weg kam , einen Fußtritt , daß er in die äußerste Ecke flog . » Nun haben wir die Bescherung ! Alles wittert so einer aus ! alles unterbietet so ein Schuft ! verdirbt uns die Preise , zieht uns die Leute ab und macht uns die Kunden abspenstig - verdirbt die ganze Bevölkerung ! Mit der Ziegelei fängt es an , dann kommt eine Stärkemühle oder chemische Bleiche - was weiß ich ! Schließlich ist die Fabrik am Orte . Und dann , Prosit Mahlzeit ! Dann können wir mit der Landwirtschaft einpacken . Wie ist ' s denn drüben in Heigelsdorf ! Esse an Esse ! Die Wässer verdorben , kein Mensch mehr als Feldarbeiter zu haben ; alles läuft in die Fabrik . So wird ' s hier auch noch kommen . Ich sehe schon die infamen Industriespargel am Horizonte . Alles Rauch und Kohlendunst dann ! Na , da kann sich der Graf ja gratulieren , dann hat er einen Landsitz gehabt ! « - Gustav sagte zu alledem nichts . Im stillen war er nicht unzufrieden mit dem Gange der Dinge . Besser konnte es ja gar nicht kommen . Wenn Herrschaft und Händler sich schließlich noch um das Bauerngut rissen , dann konnte ja nur sein Vater dabei gewinnen . Der Hauptmann blieb abermals vor dem jungen Menschen stehen , legte ihm vertraulich eine Hand auf die Schulter . » Nun , sagen Sie mal , Büttner ! Sie sind doch Unteroffizier gewesen und wie mir scheint , ein anständiger Kerl . Soll denn nun wirklich Ihr alter Vater vom Gute runter und der Jude rein ? « - Gustav meinte , mit seinem Willen geschehe das gewiß nicht . Er fing an , jenen zu durchschauen . Ganz so selbstlos und großmütig , wie der Herr sich anstellte , war er wohl auch nicht . Es war schon so , wie der alte Bauer neulich in seinem Ärger gesagt hatte : den Bauern liebten die Großen wie die Katze die Maus . - » Das darf nicht zugelassen werden ! « rief der Hauptmann . » Das Gut ist schon lange in den Händen Ihrer Familie , wie ich höre - nicht wahr ? - Was soll denn werden , wenn so unter dem alten bäuerlichen Grundbesitze aufgeräumt wird ! Und wenn erst so einer , wie Harrassowitz , einen Fuß drinnen hat , dann ist er bald Alleinherrscher . - Was Sie mir da von der Ziegelei erzählt haben , Büttner , gefällt mir gar nicht . « Gustav hatte bei sich beschlossen , den Mann , der so eifrige Besorgnis für seinen Vater an den Tag legte , beim Worte zu nehmen . Er erklärte , mit einigen tausend Mark sei alles gut zu machen . Dann setzte er denselben Plan auseinander , den er neulich seinem Onkel , Karl Leberecht , vorgetragen hatte . Der Herr Hauptmann möge doch die vom Kretschamwirt , Ernst Kaschel , eingeklagte Hypothek übernehmen , bat er schließlich . » Ich , mein Lieber ! « rief Hauptmann Schroff . » Ich bin ein armer Teufel wie Sie . Nur noch schlimmer dran , weil ich bessere Tage gesehen habe . - Na , lassen wir das ! ... Jeder hat so sein Teil zu tragen . Nein , von mir erwarten Sie um Gottes willen nichts ! Ich bin nur der Vertreter meiner Herrschaft ; darf nichts anderes sein . « Aber vielleicht könnte sich der Hauptmann beim Herrn Grafen verwenden , meinte Gustav . Hauptmann Schroff runzelte die Stirn und strich sich mißmutig den Bart. » Der Graf ! Der ist in Berlin . Der nimmt auch lieber bar Geld ein , als daß er es ausleiht . Wir haben ' s auch nicht zum Wegwerfen , wie Ihr Leute Euch einbilden mögt . Die Ansprüche an so einen Herrn wachsen jährlich , und die Einnahmen verringern sich . In jetziger Zeit eine schlechte Hypothek übernehmen ... Ich kann meinem Herrn mit gutem Gewissen nicht zureden . « Er hatte sich wieder in seinen Stuhl geworfen und sann . » Ihr Vater hängt wohl sehr an seinem Besitze - was ? « fragte er nach einiger Zeit . Gustav meinte