leises Kichern aus dem Garten und sah das » feine Lieserl « mit einem jungen Manne beisammenstehen , der sich in die dunklen Büsche drückte , als möchte er nicht erkannt werden . Dem Jäger war es , als sähe er die Knöpfe einer Uniform blinken . » Schau , jetzt hat sie sich wieder an Urlauber aufzwickt ! « Er hätte sein Haus auf kürzerem Weg erreichen können . Eine sehnsüchtige Hoffnung veranlaßte ihn zu weitem Umweg . Aber als er am Bruckneranwesen vorbeiging , sah er den Hofraum leer und alle ebenerdigen Fenster dunkel ; nur aus dem großen Fenster der Giebelstube fiel der strahlende Schein einer Lampe , und manchmal glitt über die erleuchteten Scheiben ein schlanker Schatten , als schritte jemand unermüdlich in dem Stübchen auf und nieder . Seufzend wanderte Franzl davon . Vor der eigenen Haustür mußte er eine Weile warten . Seine Mutter war schon schlafen gegangen . Erschrocken kam sie auf sein Klopfen und öffnete - seit ihres Mannes Tod erschrak sie immer , wenn man zu ungewohnter Stunde an ihre Tür pochte . » Bub ? Du ? Jesus Maria , was is denn gschehen ? « » Nix ! Gar nix ! Grüß dich , Mutter ! « Franzl zeigte ihr den kranken Hirschmann als Ursache seiner späten Heimkehr . Das beruhigte die Horneggerin nicht . Die scharfen Augen ihrer Sorge entdeckten den strengen Zug im Gesicht ihres Buben . Aber Franzl wußte hundert beruhigende Ausreden . Schließlich flüchtete er sich in sein Stübchen und verließ am andern Morgen vor der Dämmerung das Haus mit dem Hund auf den Armen . Er weckte den Nachbar , ließ das Bernerwägelchen einspannen und kutschierte zur Bahnstation , wo der Tierarzt wohnte . Schweren Herzens trennte Franzl sich von dem Hund , der ein jämmerliches Gewinsel begann , als er in das » Spital « gesperrt wurde und den Jäger verschwinden sah . Um die neunte Vormittagsstunde war Franzl wieder im Dorf . Gegen elf Uhr sollte er mit den jungen Herren den Aufstieg zur Jagdhütte antreten . So blieben ihm zwei freie Stunden , die er gut benützen wollte . Diesmal schlug ihm seine Hoffnung nicht fehl . Warme Freude überglänzte seine abgehetzten Züge , als er das Bruckneranwesen erreichte und Mali mit dem Netterl auf der sonnigen Hausbank sitzen sah . Schon von der Straße rief er dem Mädel einen Gruß entgegen . Mali wurde rot und nickte dem Jäger schweigend zu , als hätte ihr die Freude über die unerwartete Begegnung die Rede verschlagen . Franzl kam und reichte ihr die Hand . Mali zog ihn auf die Bank , warf einen scheuen Blick über Hof und Straße und sagte flüsternd : » Red nur gleich ! Bist wieder in Ordnung mit ' m Herrn Grafen ? Hast ehrlich gredt ? « » Alles hab ich ihm gsagt . « » Da muß ja alles wieder gut sein ! « » Wie man ' s nimmt . Ins Gsicht hat er mir freilich gsagt : Ich glaub dir ' s. Aber die ganzen Tag her , bei der Jagd und in der Hütten , hab ich allweil merken müssen , daß er ' s richtige Zutrauen nimmer hat . « » So was von Ungerechtigkeit ! Dös gfallt mir net vom Herrn Grafen . Sonst mag er an ehrenwerter Herr sein ! Aber was er mit dir für a Stückl aufführt - « » Mußt net schelten ! Mein Herr is er allweil . Die Gschicht liegt mir freilich am Buckel wie aber Zentnerstein . Aber im Grund därf ich ' s ihm net verübeln . Er is schon über die vierzig Jahr bei der Jagerei . Da is ihm schon oft a schlechter Kerl unterkommen , der ihn hint und vorn betrogen hat . Was die andern verschuldt haben , muß ich büßen ! Und der Schipper hetzt halt . In Gotts Namen ! Muß ich mich halt in Geduld fassen , bis der Graf einsieht , daß er mir unrecht tut ! « Malis Zorn begann sich zu beschwichtigen . » Franzl , du bist a guter Kerl ! Aber ' s Gutsein hat oft sei ' Gfahr . Dös nützen die Haderlumpen aus , und der ehrliche Mensch hat ' s Nachschauen . « » Da kannst recht haben ! Aber man kann sich net wenden wie der Schneider die alte Joppen . Wie der Stein fallt , so liegt er , wie der Mensch is , so bleibt er . Lassen wir die Gschicht in Ruh ! Ich bin zfrieden , weil ich weiß , du meinst es gut mit mir . Dös hab ich lang schon gspürt . Und gwiß wahr , wenn ich bei dir bin - « Er verstummte mit glücklichem Lächeln und rückte näher . Mali wurde ein wenig verlegen , aber dem kleinen Netterl schien die Annäherung des Jägers Freude zu bereiten ; lange schon hatte das Kind die Händchen begehrlich nach den in Silber gefaßten Hirschgranen , Adlerklauen und Murmeltierzähnen gestreckt , die an Franzls Uhrkette in dicker Quaste klunkerten ; nun konnte Netterl den Gegenstand seiner Sehnsucht erhaschen und äußerte sein Vergnügen mit fröhlichem Gezappel . » Schau nur grad dös Kindl an ! « lächelte Mali . » Geh , laß ihm sei ' Freud a bißl ! « » Aber freilich ! « Um dem Kind das Spiel zu erleichtern , beugte Franzl sich vor ; dabei war ihm der linke Arm ein bißchen hinderlich , und er mußte ihn um Malis Schultern legen . » Ja , du , « sagte er , » völlig staunen tu ich , um wieviel dös Kindl heut besser ausschaut gegen ' s letztemal . « Die Freude glänzte in Malis Augen . Und um dem Netterl die Sache recht bequem zu machen , schmiegte sie sich eng an den Jäger . » Gelt , ja ? Die ganzen Nachbarsleut reden schon davon , wie dös gute Kindl völlig wieder