der andere dortaus , Annelisi einen Schrei tat , wie wenn man ihns am Messer hätte , und noch einen , als es knapp um den Türlistock ging , daß man meinte , sie müßten überschlagen , und alles ins Gäßli sprang , um zu sehen , wie es weiterging . Es ging gut ; wenn Christen einmal festsaß , so mußte ein Roß warten und auch der Draguner , wenn auch zähneknirschend und täubelend , traben , wie Christen wollte und nicht , wie es ihm im Leibe stak . » Wer kömmt dort gefahren wie aus einem Stuck , Sind vornehme Leute allem an und bsunderbar am Roß « , sagte ein dicker Mann mit einer weißen Kappe auf dem Kopf , der neben einem schlanken Burschen vor einem Wirtshause stand , die Hände ruhend in den weiten Rocktaschen . Der junge Mann antwortete nicht , sondern trat zum heranfahrenden Bernerwägelein ; lautauf wieherte das braune Roß , schwenkte gegen ihn zu , und vom Wägeli her rief eine stattliche Frau : » E lue , da ist er ja , da hey mr ne ; bis Gottwilche ! Wie gehts ? « » Seh nimm das Leitseil , Resli « , sagte der Mann , » das ist mr e Tusig das , mit dem fahr ich nicht so bald wieder , der Arm ist mir ganz lahm vom Halten . « » Warum nehmt ihr den ? « sagte Resli , » er ist lang gestanden und sonst wild genug , mit der Mähre wäre ein viel ruhiger Fahren gewesen . « » Die Mutter wollte den Draguner ghebt haben « , sagte Christen und stieg mit Mühe vom Wägelein , bei welchem die Tritte nicht eben am passendsten angebracht waren , hob dann die Mutter , welcher das Hinuntersteigen noch saurer geworden wäre , mit kräftigem Schwunge hinunter . Als alle festen Boden unter den Fußen hatten , erst dann ging es recht an mit Fragen und Verwundern über Reslis Zwegsein und über der Eltern stattlichen Aufzug . Auch die Wirtin kam herbei , und nach gehörigen Entschuldigungen , daß sie so strub daherkomme , sich fast nicht zeigen dürfe , nötete sie das Ehepaar in die Stube , und ehe Resli , der den Draguner in den Stall begleitet hatte unter beständigem Wiehern und Kopfanschmiegen , zu ihnen in die Stube kam , hatten sie die beste Bekanntschaft gemacht und die Wirtin bereits erzählt , wie sie den Resli gepflegt , wie das aber auch ein Bursche sei , son e hübsche und manierliche , wie ds Land auf , ds Land ab nicht mancher sein werde . Änneli konnte nicht lange hinter dem Berge halten mit seinem Ärger , daß des Dorngrütbauern seinen Sohn so schnöde entlassen und wie es willens sei , hinzugehen und zu danken und abzuschaffen , damit die doch inne würden , wie man nicht ab der Gasse sei und nichts dr Gottswille begehre . Die Wirtin fand das gar schön und wollte es des Grütlers von Herzen gönnen , wenn sie recht beschämt würden . Das seien die wüstesten und stolzesten Leute weit und breit und meinten , es sei alles schön , was sie machten . Einzig die Tochter , wo noch daheim sei , sei nicht wie die Andern , die gönne armen Leuten noch es Brösmeli und mög auch noch reden mit ihrer Gattig Leuten . Es nehme sie nur wunder , wo die Bäuerin die aufgelesen hätte , oder ob es dann möglich sei , daß eins so aus der Art schlagen könne ; wo Holzäpfel wüchsen , finde man sonst nicht Zuckerbiren . Sei es wie es wolle , das Meitli sei bravs , und wenn sie etwas dazu machen konnte , daß es einen recht braven Mann kriegte , so wärs ihr die größte Freud , nur damit sie es nicht zwängen könnten mit dem Uflat . Nit , das Mädchen daure sie auch , aber daß sie den einmetzgen und noch reicher werden könnten , so ring und ohne Mühe , das absonderlich möge sie denen nicht gönnen . Natürlich fragte Änneli rasch , was das sei mit dem Heiraten , und sagte zu Resli : » Hasts gehört ? « Der blieb kaltblütig und sagte bloß , es werd öppe nit sy ; dLüt redete gar viel , während der Tag lang ist . » Wohl freilich , du Lecker « , sagte die Wirtin , » ist etwas an der Sache , ich würde es sonst nicht sagen . Und dir ist das auch nicht ein Tun , du hättest sonst gestern abend nicht so die Faust gemacht und geflucht , als ich es dir erzählt habe . « » Was ists dann ? « fragte Änneli ungeduldig . » He was ists « , sagte die Wirtin , » ' s ist eine alte Geschichte , die immer wieder fürechunt und neu wird ; ds Meitschi soll ihnen nur Räf oder Kratten sein , um neues Gut auf den alten Haufen zu kräzen . Da ist da drüben zu Schüliwyl ein alter Uflat , aber ein reicher , er hat schon drei Weiber gehabt und alle mögen . Ihm gönnt er , aber Andern nichts , und vor Hässigi kann niemand bei ihm sein . Er hat einen Haufen arme Verwandte , denen das Erben so wohl täte und die deretwegen das Unmögliche verwinden , ihm um keinen Lohn und ds halb Esse werche wie dHüng , aber zuletzt doch alle fortlaufen . Er lockt sie , macht ihnen das Maul süß und spricht , statt ihnen Lohn und Essen zu geben , von Einist und vom Verschreiben und plagt sie dabei so mit Werchen und Hunger und allem Wüsten , daß zuletzt doch Keins aushält und fortläuft , und nicht genug , daß er dann jedem nachruft : Wart du Hung , wasd bist , keinen Kreuzer mußt du von mir haben ! , er vermalestiert und