» Steh Sterblicher und betrachte die unvergängliche Kron ' , welche erlanget hat der Hochwohlgeborene Ritter und Herr , Herr Johann Christian Siegmund von Schlabrendorf , Sr. K. Majestät in Preußen bei Dero Infanterie unter dem hochlöblichen Regiment Sr. Excellenz des Herrn Generallieutenants v. d. Marwitz hochverdienter Lieutenant , Herr der Güter Gröben , Beuthen , Jütchendorf und Waßmannsdorf , welcher den 20. Dezember 1711 auf dem Hause Gröben geboren und den 10. April 1741 in der zwischen der Preußischen und der Österreichischen Armee bei Mollwitz in Schlesien vorgefallenen scharfen Aktion , in der auf Seiten der Preußischen der Sieg geblieben , durch einen Musquetenschuß , so ihn durch den Kopf getroffen , für Gottes , des Königs und des Vaterlandes Ehr ' und Rechte seinen Heldengeist aufgegeben , nachdem er sein Alter gebracht auf 29 Jahr und 4 Monat . « Ein andrer Schlabrendorf , der fünfundfünfzig Jahre früher vor Ofen fiel und auch ebendaselbst begraben wurde , hat selbstverständlich keinen Grabstein in Gröben , sondern nur eine Gedächtnistafel , mit einer Malerei darüber . Man sieht einen Fluß ( die Donau ) , an dessen Ufern hüben und drüben zwei bastionsartige Festungswerke : Pest und Ofen , liegen . Über dem einen Festungswerke steht eine große , rauchumhüllte Feuerkugel , die mutmaßlich als eine platzende Bombe gelten soll . Eine naive symbolische Darstellung eines durch Bombardement erlittenen Todes . Darunter steht : Der hochedelgeborene Herr , Herr Gustavus Albertus von Schlabrendorf , ist geboren Anno 1665 den 21. Juni , sein Leben aber hat er beschlossen am 15. Juli Anno 1686 als Fähnrich und tapfrer Soldat in Sr. Churfürstlichen Durchlaucht von Brandenburg Armee vor der Festung Ofen in Ungarn . So griff der tapfre Held zugleich den Erbfeind an , Sein unerschrockner Muth ließ seine Kraft nicht fallen , Es war ihm nur zur Lust Carthaunen hören knallen , Und rühmet jedermann , was dieser Held gethan . Wohl , seine Tapferkeit nun auch sein Leben zeigt , Das er für ' s Vaterland beherzt hat hingegeben , Es soll sein Nam ' und Ehr ' bei Mit- und Nachwelt leben , Unsterblich Der , deß Ruhm bis an die Wolken steigt . So viel über die Schildereien und Grabsteine . Wichtiger ist das schon erwähnte Glasfenster mit dem Schlabrendorfschen Wappen und der Bischofsmütze darüber , das mit großer Wahrscheinlichkeit als ein Geschenk des Havelberger Bischofs , Johann von Schlabrendorf , anzusehen ist . Außer seinem historischen Interesse hat es auch ein kunsthistorisches , insoweit es uns ein Beispiel ( deren es wohl nicht allzu viele mehr geben dürfte ) von der Art und Weise der zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts in unserer Mark in Übung gewesenen Glasmalerei gibt . Aus der Kirche schreiten wir nunmehr dem Dorfausgange zu , wohin der Kirchhof ums Jahr 1811 verlegt wurde . Schon das Jahr darauf empfing der neue Begräbnisplatz ein Sandsteinmonument , dessen auffallende Stattlichkeit sich bei der in den Kriegsjahren überall herrschenden Armut einzig und allein aus der Aufregung erklären läßt , die damals in Veranlassung eines besonderen Unglücks- und Todesfalles in der Gröbener Gemeinde hervorgerufen wurde . Noch jetzt lebt die Geschichte fort und wird mit mutmaßlichen Ausschmückungen wie folgt erzählt . Es war die Zeit , wo wieder , wie alljährlich , das zu drei , vier Stämmen zusammengebolzte Floßholz in langer langer Linie die Nuthe herunterkam , um erst bei Potsdam in die Havel und dann bei Havelberg in die Elbe zu gehn . Und wie gewöhnlich hatte man auch diesmal wieder allerlei Mannschaften an Bord kommandiert , die , mit Rudern und Stangen in der Hand , durch beständiges Abstoßen vom Ufer das Auf-und Festfahren des Floßholzes hindern mußten . Es waren ihrer elf , lauter junge Burschen von Trebbin und Thyrow her , darunter auch des Gröbener Kiezer-Schulzen ältester Sohn . Denn Gröben , trotzdem es nur ein kleines Dorf ist , hat doch ein wendisches Anhängsel , einen » Kiez « , auf dem die Fischer wohnen bis diesen Tag . Und auf dem Floße war gute Zeit , und immer die , die nicht Dienst hatten , hatten sich ' s bequem gemacht und lagen auf Strohbündeln in einer großen Bretterhütte . Da vergnügten sie sich und trieben allerlei Kurzweil und trieben es arg . Es war aber Sonntag und um die neunte Stunde zog ein Wetter herauf , wie noch keines hier gewesen , und war ein Blitzen , als ob feurige Laken am Himmel hingen . Und einer , dem es bang um ' s Herz wurde , war vor die Hüttentür getreten und betete zu Gott , daß er sich ihrer erbarmen und eine Ende machen und ihnen den erlösenden Regen schicken möge . Denn es war ein Trockengewitter und noch kein Tropfen gefallen . Des Kiezer-Schulzen Sohn aber und ein Kossätensohn aus Thyrow , die verspotteten ihn und luden ihn wieder hinein ( hell genug sei ' s ja ) , da wollten sie knöcheln . Und sie fingen auch an , und der Thyrower warf dreizehn , weil ihm der eine Würfel zersprang . Aber in selbem Augenblicke fuhr es auch nieder und war Blitz und Schlag und alles entsetzte sich und stob auseinander – alles was in der Hütte gelegen hatte . Nur die beiden Spötter nicht , die lagen tot auf dem Floß und lagen da bis an den andern Morgen , wo man sie zu holen kam . Auch von Thyrow kamen welche . Des Kiezer-Schulzen Sohn aber kam auf den Gröbener Kirchhof und war der erste , den sie da begruben , und kriegte den Stein und die Inschrift darauf . – Fast unmittelbar neben diesem Stein ist die Grabstätte Graf Leo Schlabrendorfs und seiner Gemahlin . Es ist ein umgitterter Platz und der Sockel eines in Sandstein ausgeführten Kruzifixes , das zu Häupten beider Gräber steht , trägt folgende Doppelinschrift . Links : Ernst Leopold Graf von Schlabrendorf zu Gröben , geb . 13. Mai 1794 , gest . 27. Juli 1851