der Düsseldorfer Professor Hildebrand in den Tagen seiner und ihrer Jugend gemalt hatte . Das eine dieser Bilder besaß sie selbst , das andere war eine Kopie , die sich ihr Bruder , Graf Leo , bei demselben Maler bestellt hatte . Auch dies zweite Bild kam in ihren Besitz , als sie nach dem Tod ihrer Schwägerin , der Gräfin Emilie von Schlabrendorf , die Gröbener Erbschaft angetreten . Aber davon ausgehend , daß ihr Andenken und Gedächtnis in keinem Herzen , ihre Siethener Gemeinde vielleicht ausgenommen , liebevoll fortleben werde , war es ihr widerwärtig , ihre Bilder in die Hände fremder und gleichgültiger Menschen übergehen zu sehen . Und so ließ sie denn im Sommer 66 , in demselben Sommer , der ihrem Tode vorausging , beide Bilder wohlverpackt in eine Gondel bringen , stieg selbst hinein , fuhr mitten auf den Gröbener See hinauf und versenkte sie daselbst . Mit den Bildern zugleich allerhand Briefschaften und Erinnerungen aus ihrer Jugendzeit . « Auf dem Siethener Kirchhofe ruht sie neben der ihr voraufgegangenen Tochter , und die Schöpfungen beider umstehen ihr Grab . An den Schluß ihrer Lebensschilderung aber stell ' ich folgende Worte : » Zu dem seltenen Glück einer harmonischen Übereinstimmung in Lebensauffassung , häuslichem Verkehr und Freundesumgang gesellte sich hier als seltenste der Gnaden eine jeden Tag neu gesegnete Tätigkeit , eine Wirkungssphäre , wie sie sich einer stillen und hingebenden Liebe zwar nicht ohne Müh und Arbeit , aber doch ihrer ganzen Natur nach fast wie von selber erschloß . « 3. Gröben und Siethen jetzt 3. Gröben und Siethen jetzt Herr Karl von Jagow , Erbjägermeister der Kurmark , hatte , wie hervorgehoben , Gröben und Siethen im Herbst 1859 erworben . Er blieb aber persönlich auf seiner väterlichen Besitzung Rühstaedt bei Wilsnack in der Priegnitz und übertrug die Verwaltung der beiden Teltowgüter einem ausgezeichneten Landwirte , der denn auch ohne Verzug allerlei Verbesserungen einleitete . Diese waren in der Tat nötig geworden , da seit dem Tode Graf Leos alles zurückgegangen oder doch ins Stocken geraten war . Das Interesse der Frauen drehte sich eben um andere Fragen als landwirtschaftliche . Mit Wiesenkulturen und Bruchentwässerungen , an die sich bald auch eine lohnendere Behandlung der Forstreviere schloß , wurde begonnen und in rascher Reihenfolge folgten Wirtschaftsgebäude , Tagelöhnerhäuser und Etablissements aller Art. Auch eine neue Brennerei ward als unerläßlich hergerichtet , da das , was sich aus alter Zeit her noch so nannte , kaum noch diesen Namen verdiente . Zugleich aber war der Wunsch des Herrn von Jagow , eines Besitzes wieder los und ledig zu sein , der viel Anforderungen und wenig Erträge mit sich brachte , von Jahr zu Jahr gewachsen , und er verkaufte deshalb beide Güter im Jahre 1879 für die Summe von 180000 Talern an den Engroskaufmann Badewitz in Berlin . Seitens dieses letzteren ist , der kurzen Spanne Zeit unerachtet , bereits viel geschehen und ( um nur eines zu nennen ) ein geschmackvolles und modernen Ansprüchen mehr entsprechendes Herrenhaus in Siethen errichtet worden . Gröben jetzt Gröben gilt bei seinen Bewohnern und fast mehr noch bei seinen Sommerbesuchern als ein sehr hübsches Dorf . Ich kann aber dieser Auffassung , wenn es sich um mehr als seine bloße Lage handelt , nur bedingungsweise zustimmen . Gröben hat ein märkisches Durchschnittsaussehen , ist ein Dorf wie andre mehr , und alles was als bemerkenswert hübsch in seiner Erscheinung gelten kann , ist seine von einem hohen Fliedergebüsch , daran die Nachtigallen schlagen , umzirkte Kirche . Diese Kirche wurde gegen Schluß des dreizehnten Jahrhunderts erbaut , und zwar aus Feldstein , wie die meisten unserer Dorfkirchen aus jener Epoche . Wie viele Wandlungen dieselbe während einer vielhundertjährigen Zeit erfahren hat , ist schwer festzustellen , und ich beschränke mich auf Hervorhebung der zuletzt erfolgten . Es war dies ein vollständiger Um- und Neubau , der in den fünfziger Jahren auf Veranlassung der Gräfin Schlabrendorf geb . von Ryssel durch den damaligen Baumeister , jetzigen Geheimen Baurat Adler begonnen und 1860 , zwei Jahre nach dem Tode der Gräfin , beendigt wurde . Baumeister Adler , bekanntlich auch Archäolog , hatte sich seiner Aufgabe pietätvoll unterzogen und nicht nur das alte Feldsteinmauerwerk aus dem dreizehnten Jahrhundert beibehalten , sondern auch alles neu Herzustellende , wie Kanzel , 51 Altar , Taufe , dem frühgotischen Stile jener Epoche nachzubilden gewußt . In eben diesem Stile wurde zuletzt auch eine jetzt rechts neben dem Altar hängende , vom Generalleutnant Grafen zu Dohna herrührende Tafel gestiftet , auf der wir folgender Inschrift in Goldbuchstaben auf dunklem Grunde begegnen : » Frau Gräfin Emilie von Schlabrendorf , geb . von Ryssel , stiftete durch Testaments-Legat den Neubau der Kirche . Frau Johanna von Scharnhorst , geb . Gräfin von Schlabrendorf , ließ den Bau der Kirche ausführen und 1860 vollenden . « Von so bemerkenswerter Schönheit alle diese Details sind , so werden sie doch an Interesse von dem übertroffen , was seitens des Baumeisters aus der alten Kirche mit in die neue hinüber genommen wurde : Grabsteine , Glasfenster , Schildereien . An Grabsteinen war , als es an ein Abtragen und Niederreißen ging , eine Fülle vorhanden , die nur noch durch die Fülle von Särgen übertroffen wurde , die , dicht nebeneinander , in einer unterm Altar in Kreuzesform angelegten Gewölbereihe standen . Alle diese Gewölbe , weil sie mit Einsturz drohten , mußten zugeschüttet werden und so kam es , daß uns verschiedene mit mehr oder weniger interessanten Inschriften und Emblemen versehene Särge verlorengingen . Von den Grabsteinen dagegen sind uns an zehn oder zwölf erhalten geblieben , die , der Mehrzahl nach , in den Chorumgang eingemauert , eine malerische Nischenwand hinter dem Altar bilden . Alle sind vorzüglich erhalten und wenigstens eines derselben mag hier eingehender gedacht werden . Es ist dies der Grabstein eines jungen , schon in den Kirchenbuchauszügen erwähnten Schlabrendorfs , der bei Mollwitz fiel . Die Inschrift lautet :