triftige Veranlassung ein , diese lange Zeit derartig abzukürzen , daß aus den drei Tagen nur drei Stunden wurden , und diese Veranlassung - - - die war ich selbst ! Aber interessant , hoch interessant waren diese zwölf Reden ; das darf ich gestehen . Sie begannen alle mit der Versicherung , daß die Apatschen und die mit ihnen verbündeten Nationen die niederträchtigsten Menschen seien , die man sich denken könne , daß aber der Gipfel dieser Niederträchtigkeit nur von Winnetou und Old Shatterhand , seinem Freunde , erreicht worden sei . Und diesem Winnetou solle jetzt ein Denkmal gesetzt werden ! Auf dem Berge , der nach seinem Namen benannt worden ist ! Ein Denkmal von purem , glänzendem Golde ! Und dieses Gold haben alle , alle Stämme der Indianer zu liefern ! Aus all den Bonanzen , Lagern und Nuggetverstecken , die man den Bleichgesichtern jahrhundertelang so sorgfältig verheimlicht habe ! Da käme das Gold ja viele , viele Zentner schwer zusammen ! Für diesen einen , verächtlichen Menschen , den man nie anders genannt habe als nur den Hund , den Coyoten , den Pimo , den Apatschen ! Und von wem soll dieses Denkmal gefertigt werden ? Von einem Bildhauer und von einem Maler ! Von Young Surehand und Young Apanatschka , deren Väter Verräter an der ganzen roten Rasse und nichtswürdige Geschöpfe der Bleichgesichter waren ! Dieses Denkmal ist jetzt einstweilen auf Leinwand gemalt und aus Thon zusammengeklebt . Es wird am Mount Winnetou ausgestellt , und die Häuptlinge , die berühmtesten Männer und Frauen aller roten Nationen sind eingeladen , sich dort einzustellen , um diese Figuren und Bilder zu sehen ! Sogar Old Shatterhand wurde eingeladen , der räudige Hund ! Diese wahnsinnige Ueberhebung der Apatschen muß verhindert werden ! Sie müssen erfahren , daß man wohl einem Utah- oder einem Siouxkrieger ein goldenes Denkmal setzen kann , nicht aber einem kläffenden Köter vom Rio Pecos her ! Das Wann und das Wie zu beraten , sei man hier an der » Kanzel des Teufels « zusammengekommen . Und was da beschlossen werde , das habe man auszuführen , und wenn die ganze indianische Rasse dabei vollends zugrunde gehe ! So weit war man gekommen ; da trat eine Störung ein , die nicht nur von den Roten , sondern auch von uns Beiden gesehen wurde . Sie kam in Gewalt eines Menschen am Bache dahergeschritten , und dieser Mensch war kein Anderer als Sebulon L. Enters . Er hatte Sporen an den Stiefeln , war aber ohne Pferd . Er trug ein Gewehr und war genau so ausgerüstet , wie noch vor dreißig Jahren ein Westmann ausgerüstet zu sein pflegte . Die Sioux kannten ihn . Sie hinderten ihn nicht , heranzukommen . Sie führten ihn nach der Kanzel . Er mußte hinaufsteigen . Das sahen wir . Und nun hörten wir auch wieder Stimmen . » Wer ist dieses Bleichgesicht ? « fragte Tusahga Saritsch . » Ein Mann , den ich kenne , « antwortete Kiktahan Schonka . » Ich habe ihn an die Kanzel des Teufels bestellt . Er sollte erst morgen kommen . Warum kommt er schon heut ? « Diese Frage war an Sebulon gerichtet . Sie klang gar nicht etwa höflich . Der Indianer pflegt den Weißen , den er als Spion gebraucht , stets nur verächtlich zu behandeln . Sebulon antwortete . » Ich mußte mich beeilen , so bald wie möglich hierher zu kommen , um euch zu warnen . « » Vor wem ? « » Vor eurem ärgsten Feinde , vor Old Shatterhand . « » Uff , uff , uff , uff ! « ertönte es rund im Kreise , und auch Kiktahan Schonka selbst rief aus : » Uff , uff ! Old Shatterhand ! Vor ihm warnen ! Warum ? « » Er kommt hierher . « » Uff , uff ! Woher weißt du das ? « » Er sagte es . « » Wem ? « » Mir . « » So sahst du ihn wohl ? « » Ja . « » Und sprachst mit ihm ? « » Ja . « » Wo ? « » Am fallenden Wasser des Niagara . « » Uff ! Wir wissen , daß er kommen soll . Aber daß er schon gekommen ist , das wußten wir noch nicht . Und er kommt nach der Devils pulpit ? « » Ja . « » Was will er hier ? « » Euch belauschen . « » Uff , uff ! Das klingt ja , als ob er wüßte , daß wir hierher kommen , und was wir hier wollen ! « » Er weiß es . « » Von wem ? « » Das sagte er nicht . Er reiste ab . Wir folgten hinterher . Wir trafen in Trinidad seine Spur . Er ist dort wieder fort , wahrscheinlich geraden Weges hierher . « » Uff , uff , uff , uff ! « ging es wieder rund im Kreise , und Kiktahan Schonka rief zornig aus : » Ist dieser Hund denn noch nicht alt genug , die Schärfe des Auges , der Ohren und der Nase zu verlieren ? Konnte er nicht drüben , jenseits des großen Wassers , in seinem stinkenden Wigwam bleiben ? « » Und seine Frau mit ihm ! « fügte Sebulon hinzu . » Seine Squaw , sagst du ? - Hat er sie mit ? « » Ja . « » Wirklich ? Ist das wahr ? « » Natürlich ! Ich sage es doch ! « » Sie war mit am Falle des Niagara ? « » Ja . Und auch in Trinidad war sie bei ihm . Wir hörten es , als wir hinkamen und uns erkundigten . « » Uff , uff ! Das ist ein gutes Zeichen , ein sehr gutes Zeichen für uns ! Sein Kopf ist schwach geworden ! Er ist