ist kein solches Wort aus meinem Mund gangen . Wer hat das gesagt ? Er soll sich stellen und mich überführen . « Der Hirschbauer schwieg . » Ich weiß schon « , fuhr Friedrich fort . » Meine Stiefmutter - Ihr müßt sie nicht meine Mutter heißen - , die sucht mich auszurotten , sie gönnt mir das Schwarze unterm Nagel nicht . Aber saget selber : wie stimmen ihre Reden zusammen ? Wie kann sie denn behaupten , ich möcht über alle Berg und aus diesen Banden los sein , wenn sie hinwieder von mir sagt , ich sei auf meinen Willen so versessen , daß ich sengen und brennen woll , wenn ich Eure Tochter nicht krieg ? - Ohne die hätt ich bei meinem Vater ein leichteres Spiel . Wenn meine Schwester und ihr Mann , der Chirurgus , nicht wären , so ging ich gar nicht fort , denn sie tät mich in meiner Abwesenheit vollends ganz untergraben , aber ich hoff , die zwei werden mich verteidigen . « » Vielleicht « , sagte der Hirschbauer nach einigem Besinnen , » ließ sich ein Wort mit Seinem Herrn Schwager reden und auch mit dem Herrn Pfarrer . Wenn die beiden Herren etwas bei Seinem Vater ausrichten , so könnt man ja noch einmal von der Sach reden . Aber so , wie ' s jetzt steht , kann ich nicht nur so ohne weiteres meine Einwilligung geben , denn ich will mir nicht nachsagen lassen , daß ich mich mit den Meinigen in eine Familie eingedrungen hab , wo wir überlästig sind . « » Redet mit dem Pfarrer und dem Chirurgus , wenn ich fort bin « , sagte Friedrich , » denn fort muß ich jedenfalls auf einige Zeit , das tut mein Vater nicht anders . Und füget mir ' s dann zu wissen , wie die Unterredung ausgefallen ist . Jetzt aber bin ich die längst Zeit dagewesen , und Ihr werdet es nicht anders als billig finden , daß ich von meinem Schatz unter vier Augen Abschied nehm , denn mein Schatz ist und bleibt sie , und wenn der Himmel einfällt . Nun behüt euch Gott , Vetter und Bas , und geb , daß ich bald Schwährvater und Schwieger zu euch sagen kann . Haltet mir mein ' Schatz gut ; ich will nicht , daß sie euch zur Last fallen soll , und werd das Kostgeld für sie bezahlen , solang sie bei euch im Haus ist , denn ich seh sie als mein Eigentum an und will sie bei euch eingestellt haben wie das Lamm , das ihr gehört . « - Hiermit legte er lachend einen guten Teil des Reisegeldes , das ihm sein Vater gegeben hatte , auf den Tisch ; denn er hatte unter dem Reden wahrgenommen , daß sich die zerbrochene Scheibe noch in . dem Zustande , wie sie von Christinen verstopft worden war , befand , und daraus den Schluß gezogen , daß die Armut der Leute nicht einmal gestattet habe , den Glaser zu holen . » Ihr zwei aber « , sagte er zu den beiden Söhnen , die ebenfalls in der Stube anwesend waren , sich aber sowenig wie Christine ins Gespräch mischten , » ihr zwei kommt in einer Stunde ins Beckenhaus , wir müssen den Abend noch einen Abschiedstrunk miteinander tun . « Er gab dem Bauer und der Bäuerin die Hand zum Lebewohl , und sie ließen es schweigend geschehen , daß er sein Mädchen am Arme nahm und mit sich aus der Stube zog . Ein Seufzer der Bäuerin , den man verschieden auslegen konnte , und ein Kopfschütteln des Bauern , das schon nicht so viele Deutungen zuließ , war alles , was nach seinem Weggehen geäußert wurde . Christine fiel ihm draußen laut weinend um den Hals . » Wenn mich nur mein Vater geschlagen hätt « , schluchzte sie , » vielleicht wär mir ' s leichter geworden . Sieh , es hat mir Stich auf Stich durchs Herz geben , wie ich gehört hab , daß du fortgehst ; mein Herz hat sich ganz zusammengezogen , und seitdem tut mir ' s fortwährend weh . Ach Gott , was soll aus mir werden , wenn ich dich nicht mehr hab ! « » Mach mir das Herz nicht schwer « , sagte er . » Sieh , es ist mir ja schrecklich , daß ich von dir gehen muß , aber es kann nicht anders sein , und ich bin bei dir und du bei mir , wo ich auch sein mag in der Welt . Es ist wohl weit weg , aber doch nicht so gar weit , daß wir nicht einander schreiben oder sogar zueinander kommen könnten , wenn ' s nottut . Denk dir alle Möglichkeiten der Reih nach , so muß es uns doch zuletzt nach Wunsch und Willen gehen . Entweder gibt mein Vater nach , wenn er unsere Beständigkeit sieht , dann ist ja alles recht und gut ; oder wir müssen warten , bis er das Zeitliche segnet , dann ist ' s zwar schlimm , aber doch besser als gar nichts ; oder er verstoßt mich , wenn er mir den Sinn nicht brechen kann , dann kann er mir aber auch nichts mehr verbieten , und heißt ' s eben : Mann , nimm deine Hau , ernähr deine Frau ; oder find ich vielleicht in der Fremde bei meinem Vatersbruder oder sonstwo eine Heimat , man kann ja nicht wissen , wie ' s geht in der Welt , dann laß ich dich nachkommen ; wenn ' s vielleicht fürs erst nur ein Dienst wär , den ich dir da drunten verschaffen könnt , so wären wir doch näher beieinander und könnten ' s nach und nach weiterbringen . Kurzum , ich mag mir ausdenken , was ich will , das End vom Lied ist eben immer ,