Walde zu thun , und drohte sie zu pfänden , denn das sei verboten . Das Mädchen spielte prächtig . Zuerst erschrak sie und bedeckte ihr Körbchen , dann lag sie auf den Knieen , der gestrenge Herr möchte sie nur diesmal noch gehen lassen . Der König befahl ihr barsch , die Erdbeeren und den Korb zurückzulassen . Da stürzten ihr die Thränen aus den Augen und sie bat um Gottes Willen , die möchte er ihr lassen für ihre arme Mutter , sie wollte es lieber dem gnädigen Herrn Förster abarbeiten , was sie Schaden gethan . Das befremdete ihn doch von solchen Leuten . Isst denn Deine Mutter so gerne Erdbeeren ? Und er sprach von Abkaufen . Die Kleine wehrte schnell mit der Hand : Nichts verkaufen ! Meine Mutter hat mir aufgetragen , die schönsten und reifsten Erdbeeren zu sammeln . Alles für den guten Herrn König . - Den König ! rief der König , wie kommt der dazu ? Für den König werden wohl Andere denken und sorgen , die ihm näher stehen . - Das ist ' s eben , was Mutter sagt , fiel das Mädchen ein , die denken und sorgen nicht so für ihn , wie er ' s verdient , und er ist so sehr gut und jetzt krank . Die frischen Walderdbeeren werden ihn wenigstens einen Augenblick erquicken , und jeder Augenblick , der dem guten König eine Erquickung schafft , sagt Mutter , das ist ein gesegneter vor dem Herrn . « » Oh weh ! « zuckte der Minister auf . » Da hätte er etwas merken können . « » Nein , Excellenz , er merkte nichts . Er drückte die Thräne aus dem Auge : Lichtenau , ich werde doch geliebt ! Die Lichtenau hatte ihm etwas den Rücken gedreht . « » Richtig , ich sehe sie noch stehen . « » Und wischte auch am Auge . Er streichelte sie sanft am Arm , und sagte in seiner Herzensgüte : Das Kind versteht es nicht . Es sind Viele um den König , die für ihn sorgen und ihn lieb haben . - Wie das Kind ihn da groß und unschuldig ansah : Der König hat Jeden lieb , sagt Mutter , und das wäre ein schlechter Mensch , der nicht sein Alles für ihn giebt . - Er musste schnell weiter gehen , er fühlte sich erleichtert : Ich habe mal eine Stimme aus dem Volke gehört ! Die Lichtenau sagte plötzlich : Ich wünschte , Eure Majestät hörten einmal die Stimme Ihres ganzen Volkes . - Ach die ist wohl anders ! - Nein , Sire , sagte die Gräfin , das Tuch vor ihren gerötheten Augen . Ueberall dieselbe Liebe und Verehrung ; nur uns traut man nicht zu , daß wir sie theilen . Es ist vielleicht recht gut so . - Ach es war ein kapitales Weib ! « » Es brachte ihr auch die Schenkung ein von dem Gute - wie heißt es doch gleich - über das noch der Prozeß ist . Aber die Malchen , jetzt entsinne ich mich ihrer ganz deutlich . Ein anstelliges Ding , leichtsinnig , aber wohl zu leiden . War sie nicht schon früher zu den Genien gebraucht worden , auch in den Kinderballets ? « » Und später bei den Geistererscheinungen . Sie war viel bei Bischofswerder und Hermes . Vielleicht erinnern sich Excellenz auch , daß sie nachher einen Unteroffizier von Larisch ' Musketieren heirathete . Im Anfang ging ' s ihnen gut , aber der Mann trank , es gab Unrichtigkeiten mit dem Montirungsgeschäft im Lagerhause , die Frau konnte es nicht mehr ausgleichen , sie ward doch auch älter , und eines Nachts waren sie über Hals und Kopf verschwunden . Sonst ein braver Mann , auch sehr zu brauchen , und soll jetzt holländischer Werbeoffizier sein oder schon drüben in Ostindien . Genug , sie hat ihn avanciren lassen , was uns nichts angeht , und ist seit einigen Monaten als Frau Obristin in Berlin . Ich versichere , Excellenz , sie ist ein wahrer Trüffelhund . « Der Minister griff tief in seine Spanioldose : » Wenn nur keine Klagen bei der Polizei eingehen ! Sie wissen nicht , lieber St. Real , was uns diese Bagatellen oben zu schaffen machen . « » Man sucht ihr ein gewisses Lüstre zu erhalten . « » Der Name der neuen Schönheit ? « St. Real sprach leise ins Ohr des Ministers . » Wie gesagt , durchaus keine beauté du diable , eine wie gemacht , um auf die Dauer zu fesseln , und eine Fraicheur , Excellenz , wie er es liebt . « » Und ein halbes Kind ? « » Weil sie noch nicht erzogen ist . Aber mit einem Elan , einer Vivacité für alle neue Eindrücke . « » Languissant ? « » Au contraire , eher un peu romantique , etwas Spirituelles , soit disant Schwärmerisches . Es kommt nur darauf an , ihrer Phantasie eine Richtung zu geben . « » Hoffen Sie eine Maintenon oder eine Pompadour zu erziehen ? « » Warum nicht eine La Balliere ! « » Tugendhafte Maitressen helfen uns nichts . Uebrigens wünsche ich , daß Ihnen keinen Querstrich kommt . « Der Kammerherr drückte mit einiger Heftigkeit seine Krücke : » Das ist es eben . Zwar thun wir Alles , die Dehors zu beobachten , auch ist es nur ein ganz kleiner , höchst anständiger Societätskreis , der sich da zur Erholung zusammenfindet . Ganz anders als bei der Schubitz ; un petit circle von Gewählten . Aber sie ist noch immer die alte ; gutmüthig , leichtsinnig , unbesonnen zum Rasendwerden . Ihre Zunge geht mit ihr durch und um einen witzigen Einfall setzt sie ihre Existenz aufs Spiel . Habe ich das Wunderkind erst in einige Kreise entrückt , mag sie der Teufel holen , aber