im Alter noch Christum verwarf . Starb elend . 1786 ist wieder der Gröbner See mit seinem Eis nicht sicher gewesen ; aber der Siethner ist über und über unsicher , weil er voll warmer Quellen ist . Seit meinem neunzehnjährigen Hiersein sind nunmehr zehn Personen im Wasser verunglückt . 1786 am 28. April wurde des Hirten Frau zu Siethen , Maria Dorothea Ebel , glücklich entbunden . Die Mutter der Frau rief aber : » Was hast du für ein Kind zur Welt gebracht ! « Auf welchen Zuruf die junge Mutter sofort vom Schlage gerührt wurde . Das Kind selbst war gesund und wohlgebildet . 2. Gröben und Siethen unter den neuen Schlabrendorfs 2. Gröben und Siethen unter den neuen Schlabrendorfs Die vorstehenden Auszüge schließen mit dem Jahre 1786 . In eben diesem Jahre war auch Gröben – wie Siethen schon acht Jahre früher – der alten Schlabrendorfschen Linie verlorengegangen , aber nur um im Gegensatze zu Siethen , das auf Jahrzehnte hin der Familie verloren blieb , unmittelbar auf eine andere , jüngere Linie der Schlabrendorfs überzugehen . Eine Klarstellung dieser Punkte fordert einen kleinen genealogischen Exkurs . Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatten die Gröbenschen Schlabrendorfs , die bis dahin , den Bischof abgerechnet , in unserer Landesgeschichte von nicht sonderlicher Bedeutung gewesen waren , einen Aufschwung genommen und zwar in dem Brüderpaare : Gustav Albrecht von Schlabrendorf und Ernst Wilhelm von Schlabrendorf . Des ersteren ( Gustav Albrecht ) ist in vorstehendem bereits ausführlich Erwähnung geschehen . Er war , um in Kürze zu rekapitulieren , einer der Helden des Siebenjährigen Krieges , kommandierte bei Zorndorf das Alt-Platensche Dragonerregiment und wurde später Generalmajor und Chef der zu Breslau garnisonierenden Kürassiere . Nach seinem 1765 erfolgten Ableben ward er nach Gröben übergeführt und in der Kirche daselbst in unmittelbarer Nähe des Altars beigesetzt . Es würde nun dem einen oder andern seiner überlebenden drei Söhne zugestanden haben , auf dem alten Familiengute sich niederzulassen , alle drei jedoch zogen den Dienst und ihre städtischen Garnisonen einem Gröbener Aufenthalte vor und einigten sich unschwer dahin , ein ihnen aus mehr als einem Grunde begehrenswert erscheinendes Besitztum an einen schlesischen Vetter , einen Sohn des vorgenannten Ernst Wilhelm von Schlabrendorf abzutreten . Dieser Ernst Wilhelm von Schlabrendorf nun , ein jüngerer Bruder Gustav Albrechts , hatte sich , während dieser in der Armee von Stufe zu Stufe stieg , im Staatsdienste zu der hohen Stellung eines dirigierenden Ministers von Schlesien emporgeschwungen und blieb in dieser bis zu seinem 1770 erfolgenden Tode . Von seinen fünf Söhnen 49 stellten sich die vier ältesten um nichts günstiger zu der Besitzergreifungs-Frage von Gröben als ihre drei Gustav Albrechtschen Vettern und nur der jüngste , dem , wie wir in der Folge sehen werden , ein gewisser romantischer Zug innewohnte , zeigte sofort eine Neigung , das altschlabrendorfsche Familiengut auch bei den Schlabrendorfs erhalten zu sehen . Und so brachte er es käuflich an sich . Heinrich Graf Schlabrendorf Dieser jüngste Sohn Ernst Wilhelms , des dirigierenden Ministers von Schlesien , war Heinrich von Schlabrendorf , der in demselben Jahre 1786 , in dem er Gröben käuflich an sich gebracht , auch den Grafentitel erhalten hatte . Seine Mutter war ein Fräulein von Otterstedt , während seine drei ältesten Brüder , und unter ihnen Graf Gustav » der Pariser Graf « , aus der ersten Ehe seines Vaters mit dem Fräulein von Blumenthal geboren waren . Graf Heinrich trat früh in das Regiment Czettritz-Husaren , die jetzigen braunen oder Ohlauschen Husaren , und machte als junger Offizier die Bekanntschaft eines durch Schönheit , Geist und Wissen ausgezeichneten Fräuleins von Mütschephal , deren Vater in demselben Husarenregiment ein oberes Kommando bekleidete . Diese Bekanntschaft führte bald zur Verlobung und Vermählung ; um welche Zeit indes , ist nicht mit Bestimmtheit ersichtlich . Erst um 1792 , also sechs Jahre nach Ankauf von Gröben , wurde das älteste Kind geboren , und abermals zwei Jahre später ( 1794 ) ein Sohn : Graf Leopold von Schlabrendorf . Es war wohl keine Neigungsheirat gewesen , wenigstens nicht von seiten des Fräuleins , und so wurden aus Geschmacks- und Meinungsverschiedenheiten alsbald Zerwürfnisse . Man mied sich , und wenn der Graf in Gröben war , war die Gräfin in Berlin und umgekehrt . Aber auch in diesem sich Meiden empfanden beide Teile noch immer einen Zwang und ihre Wünsche sahen sich erst erfüllt , als gegen Ende des Jahrhunderts aus der bloß örtlichen Trennung auch eine gesetzliche geworden war . Der Sohn verblieb dem Vater , die Tochter folgte der Mutter , welche letztere , noch eine schöne Frau , bald danach einem thüringischen Herrn von Schwendler ihre Hand reichte . Doch auch Graf Heinrich vermählte sich bald wieder und zwar mit einem Fräulein von Mecklenburg , aus welcher Ehe demselben abermals eine Tochter : Gräfin Johanna von Schlabrendorf geboren wurde . Dies war 1803 , am 22. April , nachdem bereits einige Zeit vorher das nur etwa fünfzehn Jahre lang in erneutem Schlabrendorfschen Besitz gewesene Gröben in nunmehr völlig fremde Hände , die des Oberrechnungsrates Schmidt übergegangen war . Es blieb freilich auch diesem nicht , kehrte vielmehr , wie gleich hier bemerkt werden mag , nach Ablauf einer bestimmten Frist ( und dann einige Jahre später auch Siethen ) ein drittes Mal in den Besitzstand der Schlabrendorfschen Familie zurück ; eh ' ich jedoch die zu dieser dritten und letzten Schlabrendorfschen Gutsübernahme führenden Verhältnisse schildere – Verhältnisse , daran Graf Heinrich , trotzdem er damals noch lebte , nicht mehr beteiligt war – versuch ' ich es zuvor dem Lebensgange des Grafen einzig und allein im Hinblick auf seine Person einen Abschluß zu geben . Unmittelbar nach dem Verkauf des Gutes war er nach Berlin übersiedelt , um daselbst seinen oft wechselnden , im übrigen aber immer harmlosen Passionen leben zu können . Von Erfüllung eigentlicher ihm nahe liegender Pflichten , beispielsweis auf dem Gebiete der Erziehung , war dabei wenig die Rede ,