. Eine natürliche Folge seines Geschmacks am Militair und seiner Kenntniß desselben war es , daß er sich diesem Stande widmete . Zuerst trat er in holländische Dienste . Bei Beginn des letzten Krieges aber ward er von Sr. Majestät in Preußen , so seine Bücher über Taktik gelesen , ins Lager und zur Armee berufen . Hier war er , soweit es der Krieg gestattete , beständig um und an der Seite des Königs , der an ihm einen Mann zu seinem Umgang und Vergnügen fand , einen Mann , den er als Soldaten und Philosophen und zugleich auch in politicis jederzeit gebrauchen konnte . Kurz , er war der Favorit unseres großen Monarchen , und kein Tag verging , an dem er nicht um ihn gewesen wäre . So weit man Friedrichs Namen kannte , so weit kannte man auch den des Quintus Icilius , mit welchem Namen ihn der König selbst beehrt hatte . 47 Wer Alexander ehrte , der sah auch freundlich auf Hephästion , und als Quintus Icilius seinen Commentar zum Julius Caesar an Kaiser Joseph überreicht hatte , ward ihm ein Gegengeschenk : ein rothes Etui mit zweiundzwanzig goldnen Medaillen , auf deren jeder das Bildniß eines Mitgliedes der kaiserlichen Familie befindlich war . Alles in einem Gesamtwert von mehr als 1000 Thaler . Sein Körper ward auf Befehl des Königs , der den Sitz der Krankheit und die Todesursache erfahren wollte , geöffnet und danach erst hierher nach Gröben gebracht , allwo der Sarg unter dem Kirchenstuhle , daran die Predigersfrau ihren Sitz hat , beigesetzt wurde . Charles Guichard war am 27. September 1724 geboren und achtzehn Jahre lang in Königs Diensten gewesen . Sein Alter hat er folglich gebracht auf fünfzig und ein halbes Jahr . Sein moralischer Charakter war gutthätig und freundlich gegen seine Nächsten , ohne Hochmuth und Geiz , übrigens aber von deistischem Glauben . 1778 am 14. April starb zu Berlin Joachim Ernst von Schlabrendorf auf Siethen Lehns- und Gerichtsherr . Nachdem derselbe sein Gut über den doppelten Werth hinaus verschuldet und selbiges endlich seinen Creditoribus zur Administration und Sequestration überlassen , auch seine Mobilien an die Meistbietenden öffentlich verkauft hatte , hatte sich derselbe vor etwa anderthalb Jahren mit Frau und Tochter nach Berlin begeben . Und eben daselbst ist er denn auch , der sich von jeher bis an sein Ende mit nichts als Intriguen und Listen zu seinem großen Schaden beschäftigt hatte , 63 Jahre alt an der Lungenentzündung gestorben . Er war auf dem ehemalig Schlabrendorfschen Gute Blankensee geboren , klein von Statur und hageren Leibes , und hat in seiner Jugend einige Zeit auf Schulen und Universitäten zugebracht . Alles was er von daher profitiret , wandte er an , um anderen Übles zu tun , aber freilich immer zu seinem eigenen Verderben . Vor den Augen und insonderheit vor Leuten , die seine Schliche noch nicht kannten , erschien er als ein Biedermann in Worten und Mienen , und war kein christlicher und ehrlicher und treuherzigerer Mann als er in der ganzen Welt zu finden . Er zeigte sich dann immer ohne Stolz des Adels , dienstfertig gegen alle Menschen , frei , munter und offenherzig , und insonderheit milde gegen alle Bedürftigen . Aber dies alles nur um zu blenden und Vertrauensselige zu finden , deren Vertrauen ihm dann eine gute Gelegenheit bot , das Vermögen von Kirchen , von Wittwen und armen Leuten an sich zu reißen . Alle diejenigen jedoch , die sich nicht blenden und zu seinem Dienste nicht wollten gebrauchen lassen , die wußt ' er mit allen Mitteln zu verfolgen und ihnen zu schaden überall . Und so konnt ' es denn freilich nicht ausbleiben , daß ihm der Haß aller rechtschaffenen Leute zutheil wurde , wozu sich alsbald der Niedergang in seiner Wirthschaft und Haushaltung und zuletzt der vollkommenste Bankrutt gesellte , so daß er Siethen unter den kümmerlichsten Umständen aufgeben mußte . Zurück läßt er eine seit Jahren kranke Frau , sammt einer Tochter , so ihrem Vater ähnlich ist . Vor einigen Jahren zeugete er mit einigen Mägden in seinem Hause noch einige Kinder , und ergab sich endlich dem Trunke zur Stärkung und Erfrischung seines Leibes und Gemüths-Charakters . 48 1779 am 23. Januar starb in Siethen , wohin sie zurückgekehrt war , Frau Sophie Margaretha , verwittwete von Schlabrendorf , des Vorgenannten Ehefrau , 56 Jahre alt , an einer vieljährigen Schwindsucht und in der armseligsten Verfassung . Sie war eine Tochter des Herrn Christian Julius von Bülow aus dem Hause Lüchfeld in der Grafschaft Ruppin . Nachschrift . Einige Jahre nach ihr starb auch , und zwar ebenfalls zu Siethen , der letzteren Bruder , Karl Christoph Friedrich von Bülow aus dem Hause Lüchfeld . Er war in früheren Jahren , als bei seinem Schwager und seiner Schwester noch Wohlleben war , ein Nimrod , ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn gewesen . Und es beweiset solches noch der Siethensche Thurmknopf , den er mit der Kugelbüchse vielmals durchschossen hat und an dem die Löcher noch sichtbar sind . Er war geboren den 23. Nov . 1711 , besaß einen dauerhaften Körper , wurde vor einigen Jahren blind , und wohnte zuletzt arm und elend in einem Tagelöhnerhause . Starb an Entkräftung . 1783 am 1. Mai starb zu Potsdam die Hochwohlgeborene Frau und Wittwe Henriette Helene Albertine von Schlabrendorf aus dem Hause Gröben , verwittwete Quintus Icilius an einem Friesel und zwölftägigem Lager , und ward am 3. selbigen Monats in der Gruft ihres seligen Gemahls , unter dem Kirchenstuhl der Predigersfrau früh um 4 Uhr beigesetzt . Aetate 36 Jahr . 1784 am 21. Januar starb in Siethen die Wittwe Maria Katharina Schumann geb . Ebel aus Blankensee , geboren den 10. Januar 1681 . Brachte dergestalt ihr Leben auf 103 Jahr . 1785 am 11. Dezember starb die verwittwete Maria Elisabeth Siegel . Sie war vordem das Sünden-Instrument des verstorbenen von Schlabrendorf zu Siethen , der