Zeit vom 23. Sonntage nach Trinitatis 1753 bis Ostern 1754 , hat die Viehseuche hier so gewüthet , daß alles Vieh , jung und alt , hingefallen und keiner was behalten , ausgenommen der Prediger drei Stück und der Küster fünf Kühe . In der ganzen Zeit ist dieser Ort eingesperrt worden . 1755 . In diesem Jahre hat allhier , wegen des überhand genommenen großen Wassers , kein Heu können gemäht werden , und sind aus eben dieser Ursache auch beide Ernten gar schlecht ausgefallen . 1755 am 21. Juni war ein entsetzliches Unwetter mit Feuerschaden , und nur das große Wohnhaus des adligen Hofes ist gerettet worden . 1757 am 29. Dezember ist der Weinmeisterknecht Martin Hintze mit der Dorothea Harnack getraut worden . Erzbube mit Erzdirne . 1760 am 11. , 12. und 13. Oktober ist Gröben von einigen herumschweifenden Östreichern , nebst etlichen von der Reichsarmee , heimgesuchet worden . Bei welcher Gelegenheit dieser Ort nicht allein an 700 Thlr . Brandschatzung hat geben müssen , sondern sind auch noch die Einwohner geplündert und ihnen ihre Pferde weggenommen worden . Desgleichen ist auch die Kirche und das Pfarrhaus nicht verschont geblieben . In ersterer ist der Kirchkasten aufgebrochen und das darin von etwa vier Jahren her befindliche Klingebeutelgeld geraubt wurden . In dem Pfarrhause haben sie jegliches unten und oben umgewühlt , wodurch dem Prediger über 250 Thlr . Schaden verursacht worden . Gott behüt ' uns vor fernerem Einfall und Räuberhaufen . An anderer Stelle : » Diese grausamen Menschen haben mir und den andern Einwohnern dieses Ortes nichts als das Hemd auf dem Leibe gelassen und haben auch aus dem Gotteskasten das vorhandene Kirchgeld mit weg geraubt . O tempora , o mores . « 1761 am 7. Oktober hat sich der Kossäte Christian Krüger zwischen 3 und 4 Uhr morgens , aus eingewurzelter Melancholie und Gemütsschwachheit , in seinem Garten an einem Birnbaum mit einem Strick erwürget . Er ist in der Stille , aber auf eine ehrliche Art begraben worden . Gott bewahre jeden vor solchem desperaten Weg aus der Zeit in die Ewigkeit . 1762 vom 7. bis 10. Mai hat es so stark gefroren , daß alle Weinberge hier herum erfroren sind . 1765 den 26. Oktober , in der Nacht gegen 12 Uhr , ist in Breslau der weiland hochwohlgeborene Herr Gustav Albrecht von Schlabrendorf , Sr. K. M. in Preußen wohlbestallter Generalmajor von der Cavallerie und Chef eines Regiments Cürassier , Erb- und Gerichtsherr zu Gröben , Jütchendorf und Waßmannsdorf , nachdem er dem hohen K. Hause 41 Jahr und 11 Monate rühmlichst gedient und sein Alter auf 61 Jahre 10 Monate und 4 Tage gebracht hat , selig in dem Herrn entschlafen , und darauf den 10. Dezember c. a. von Breslau nach Gröben gebracht und in dem hochadligen Erbbegräbniß hierselbst beigesetzt worden . Der Verlust dieses würdigen Mannes und wahren Menschenfreundes wird von dem ganzen löblichen Regiment und von allen Denen , welche den Wohlseligen und dessen rühmliche Eigenschaften und hohen Charakter gekannt haben , aufrichtig bedauert . Mit dem Tode Gustav Albrechts von Schlabrendorf , der , wiewohlen er erst in Preußen und dann in Schlesien in Garnison stand , auch aus der Ferne her ein gut Regiment geführt zu haben scheint , geriet alles in einen raschen Verfall . Das der Nebenlinie gehörige Siethen ging darin freilich voran , aber auch Gröben folgte bald . Auf den nächsten Blättern des Kirchenbuchs werden wir ausgiebig darüber unterrichtet und zwar durch Aufzeichnungen des Pastors Redde , der 1769 ins Amt kam und sich ' s angelegen sein ließ , seine verurteilenden Sentenzen ohne Menschenfurcht in seine Toten- , Tauf- und Trauregister einzutragen . Nur für die Nicht-Schlabrendorfs hat er noch gelegentliche Worte der Huldigung , so daß Anerkennung und Verurteilung in seinen Aufzeichnungen wechseln . Aufzeichnungen des Pastors Redde 1771 am 3. Januar ist hier zu Gröben der Hochwohlgeborene Herr Charles Guichard , genannt Quintus Icilius , im Kriege gewesener Chef eines Freibataillons Sr. K. Majestät in Preußen , jetzo K. Obristleutenant bei seiner Suite , mit dem Hochwohlgeborenen Fräulein Henriette Helene Albertine von Schlabrendorf , des weiland Herrn Gustav Albrecht von Schlabrendorf , königlichen Generalmajors nachgelassener Tochter getraut worden . Alter 43 und 24. 1774 . Elisabeth Habedank starb an Würmern . 1774 am 17. November ist ein sechs Monate altes Kind außer der Ehe todtgeboren und danach obduciret worden . Ich bewahre das Herz desselben in Spiritus und überlaß es meinem Nachfolger , daraus die Resultate zu seiner Pflicht zu ziehen . 1775 am 13. Mai starb in Potsdam der Hochwohlgeborne Herr Charles Guichard , genannt Quintus Icilius , Sr. Königl . Majestät Wohlbestallter Oberster von der Infanterie und Adjutant bei Dero Suite , nach einem zweitägigen Krankenlager an einer Kolik und Inflamation , nachdem er mit seiner Gemahlin , der Hochwohlgeborenen Frau Henriette Helene Albertine geb . von Schlabrendorf , aus dem Hause Gröben , beinah 4 1 / 2 Jahr in der Ehe gelebt und mit derselben eine Tochter und einen Sohn , mit Namen Friedrich Quintus Icilius gezeuget . Er war ein Herr , der in diesem Jahrhundert seines Gleichen nicht gehabt , noch haben wird , und ein jeder , der seine Geburt , Wissenschaften und Ehren bedenket , muß sagen : Er hat große Dinge an ihm getan , der da mächtig ist , und Deß Name heilig ist . Seine Eltern waren bürgerlichen Standes zu Magdeburg , woselbst sein Vater das Amt eines Syndicus bei der französischen Colonie bekleidete . In seiner Jugend widmete er sich der Gelehrsamkeit und studirte zu Halle Theologie , danach auch auf einigen holländischen Universitäten und predigte mehrere Male zu Marburg und Heilbronn . Zu gleicher Zeit erwarb er sich Kenntniß in den Antiquitäten und nützte diese zur Explication des Kriegswesens der Alten , sonderlich der Griechen und Römer . Wie viel er darin vermocht , bezeugen unter anderm seine Schriften über die Taktik der Alten und sein Commentar über den Julius Cäsar