sie mit dem Schürhaken , den er mechanisch rasch zu ergreifen wußte , niederzuschlagen . Es war ein ängstlicher Anblick gewesen , wenn der wilde Blinde wuthschäumend herumtastete und die Andern vor ihm flohen . Heute aber machte ihn das Wort vom In - Goldauszahlen stutzig . Er wetterte nur mit Schimpfreden , die von der zänkischen Anneliese unterstützt wurden , bis ihr der Blinde andeutete , sie sollte nun auch an die Arbeit gehen . Eine Zeitlang ging es in der Schmiede zwar geräuschvoll genug , aber still in der Unterhaltung so fort . Um acht Uhr sprach ein Jäger mit Pfeife und Büchse auf dem Rücken vor . Es war Heunisch , der den alten Zeck um einen Karren bat , um Fränzchens Sachen nach dem Ullagrund zu fahren . Er verlangte auch , daß der junge Zeck den Karren ziehen sollte . Das hatte beim Alten durchaus keinen Anstand ; doch mußte ihm Heunisch erst erzählen , wie diese Änderung so rasch gekommen war . Während Der das umständlich und in seiner Weise vortrug , machten sich die Arbeiter einige Male bedeutende Gebehrden , sodaß Heunisch , der sie misverstand , nachdrücklich seine Erzählung damit schloß : Natürlich geh ' ich mit dem Jungen mit und stopfe nicht blos meine Pfeife dabei , sondern auch meine Büchse . Es soll jetzt Gaunervolk hier herum lungern . Der Schlosser lachte vor sich hin . Warum lacht Er ? fragte Heunisch . Ich rathe Ihm nicht zu lachen , wenn ich Ihm morgen noch im Walde begegnen sollte ! Der Blinde nahm den aufgeregten Jäger und ging mit ihm vor die Thür der Schmiede . Wie gesagt , meinte jetzt der Schlosser wieder , wenn die Diäten nicht wären - Ich muß sagen , fiel der Andre ein und wischte sich den Schweiß von der Stirn , eine solche Commission übernehm ' ich nicht wieder - eine Kugel in den Leib macht allen Diäten ein Ende ! Der grimmige Kerl könnte uns den Spaß versalzen . Vom Forsthause können wir nicht ein Wort berichten . Vorgestern Abend , den Versuch werd ' ich mein Lebtag nicht vergessen . Ich wünschte nur , ich hätte die bleierne Pille , die der Kerl mir zu kosten geben wollte , aus dem Eichbaum , in den sie fuhr , mitnehmen können . Die sollten sie mir zu Hause schon versilbern ! Wenn der Jäger heut ' Nachmittag fort ist , bemerkte der Spengler , und wir um Mittag aus unserm Dienst treten und doch noch einen Versuch machten , in ' s Forsthaus zu kommen ... Wir müssen Pfannenstiel fragen , sagte der Schlosser und winkte zum Schweigen ; denn der alte Zeck kam zurück und zwar allein . Bis gegen neun Uhr wurde so fortgearbeitet ... Der Spengler hatte da den Muth , den Blinden zu fragen : Wißt Ihr denn , Meister , was es auf dem Schlosse zu arbeiten gibt ? Das geht Euch nichts an ! Vielleicht ist ' s Schlosserarbeit , meinte der Andre , der vorhin verrathen hatte , daß er mit dem Gerichtsdiener Pfannenstiel vertraut war . Der Blinde wußte schon , daß das Anfertigen einer Stimmschraube für ein Fortepiano von ihm verlangt wurde und sprach darüber lauernd und listig , um sich Raths zu holen . Als der Schlosser sich auf einen solchen Drücker , wie er ' s nannte , besonnen hatte , fragte der Spengler : Spielt der Alte mit der schwarzen Binde auf dem Clavier oder der Franzose ? Mit der schwarzen Binde ? wiederholte Zeck . Welcher Alte ? Wer ? Schwarze Binde ? Wer ist da blind ? Der mit dem Franzosen hier angekommen und oben logirt . Er heißt , wie heißt er doch ? Der Schlosser sagte : Es ist ein Engländer , Namens Murray , blind ist er nicht , aber fühlt ihm auf den Zahn , Meister ! Der hat den Teufel im Leibe und seine Augen scheinen mir gesünder als die Eurigen . Woher kennt Ihr denn die Leute , die da oben wohnen ? Man kommt in der Welt herum ! sagte der Spengler . Der Blinde forschte nicht weiter . Er riß nur die Augen groß auf , als wollte er um jeden Preis sehen . Es kam ihm vor , als hätte in diesen Äußerungen seiner Gesellen ein Ton gelegen , der ihm befremdlich vorkommen sollte . Nach einer Weile wiederholte er : Ihr seid in der Welt herumgekommen ? Warum trägt der denn oben eine schwarze Binde ? Was wissen wir ' s ? Fragt ihn ! meinte der Spengler . Aber der könnte Euch ja wiederfragen : Warum seid Ihr denn blind , Meister ? Lumpenvolk ! schrie Zeck jetzt zornig und hob die Schürstange , daß jene bei Seite sprangen . Warum ich blind bin ? Weil Ihr ' s nicht seid ! Ihr Faullenzer ! Habt Ihr je einmal im Leben einen Zoll tiefer in ' s Feuer gesehen , als Ihr solltet ? Euch haben die Funken wenig um die Nase getanzt , Ihr Landstreicher Ihr ! Weil ich fleißig war , bin ich blind . Der junge Zeck lachte über die furchtsame Art , wie die Gesellen retirirten und fast rücklings über altes Eisen fielen . Indem rief aber eine Stimme an der Thür : Hoho ! Meister ! Seid Ihr auf der Jagd ? Wollt Ihr wol Ruhe geben ! Es war Pfannenstiel , der vom alten Zeck immer mit einer Art Beklommenheit empfangen und begrüßt wurde . Guten Morgen , Herr Amtsvoigt ! sagte der Blinde , der die Stimme sogleich erkannte . Die Hallunken gehen heute , sonst erlebt ' ich vor Ärger nicht die nächste Lichtmeß und Lichtmeß ist mein Geburtstag . Kommt Ihr einmal heraus , rief Pfannenstiel den Arbeitern , ich hab ' Euch etwas zu berichten . Damit ließen die Arbeiter Alles liegen und gingen vor die Schmiede zu dem Amtsvoigt . Zeck sah das Alles im Geiste