ich ertrüge es nicht ! . Nein ! ich ertrüge es nicht . Ich bin nur ein Weib - nur ein Weib , was Dich - - « » Aha ! . Daher weht der Wind ? Verzeih ' , daß ich brutal bin , mein Kind ! . Da scheint doch eine Radicalcur sehr nothwendig zu sein - also - « » Adam ! - « » Nun ? . « » Du liebst mich nicht ! - « » Sei ohne Sorge , Hedwig ! Ich habe immer schöne Formen ... und ... und eigenartige Charaktere ... und ... und seltsame Schicksale geliebt - immer , Hedwig ! - « » Du bist furchtbar , Adam ! - « » Furchtbar ? Warum ? - « » Du bist jetzt so ganz anders , als vorher - « » Oder Du ... aber - « Adam unterbrach sich und wandte sich ab . Er legte sich weit über die Fensterbrüstung , sah auf die stille Straße hinab - nur ein welliges Wipfelrauschen summte von den Linden , die da unten standen , herauf - und blickte empor zum Himmel . Im Nordosten hatten sich die Wolken zu schwarzen , gewaltigen Polstern zusammengeknäuelt . Die Luft war fast noch heißer und schwüler geworden . Adam athmete tief auf . Ein Reichthum verhalten brennender Gefühle stand in seiner Seele . Er hätte so gern , an harmloseren Fäden seiner Vergangenheit angeknüpft . Die Gegenwart zerschnürte ihn fast mit ihren Unklarheiten , mit ihren verschwommen , zerrissen aufgurgelnden Geräuschen . Nein ! Nein ! Das drängte sich Alles zu dicht an ihn heran ! Er sah sich um . Er sah diesen engen , frugalen Raum , der eng und frugal blieb , ob ihn auch das gedämpfte Licht der Lampe anheimelnder stimmte - - er sah dieses Weib an seiner Seite - dieses schluchzende Weib , das ihn mit seiner thörichten Liebe quälte - - es war unerträglich ! Ein Gedanke befiel ihn . » Hedwig ! - « Und nun noch einmal , aber in leiserem , ernsterem , bittendem Tone : » Hedwig ! - « Die Angerufene richtete langsam den Kopf in die Höhe . » Ich will Dir einen Vorschlag machen . Es ist so heiß und so eng hier . Komm ! Laß uns noch ein Wenig hinausgehen ! Draußen ... draußen wird uns freier werden - ich ersticke hier fast ... und wir haben wohl noch so Manches miteinander zu reden , mein Lieb ! ... Komm ! Ja - ? « » Aber , Adam - ! « Hedwig wischte sich mit ihrem Taschentuche die Thränen aus den Augen und trocknete sich die Stirn . Nun nestelte sie mit den Händen an ihrem Haar herum und sah Adam erschrocken an . » Nun ja ! ... Erscheint Dir mein Vorschlag so ungeheuerlich ? Mein Gott ! Es ist doch weiter nichts dabei ! Wir gehen nachher noch in ' n Café - ich muß noch andere Menschen sehen ... muß auf andere Gedanken kommen - ' n bissel fremdes Leben um mich spüren - ' n Glas Absynth trinken - ' ne gute Cigarre rauchen - - und ich dächte : auch Dir thäte eine Abwechslung wohl ... Also komm ! Ja - ? « » Um diese Stunde , Adam - ! « » Es ist eben erst Zwölf . Und dann - - ich weiß nicht - Du bist doch in meiner Gesellschaft ! Da kann Dir doch weiter Nichts passiren ... In ein Nachtcafé zu gehen - nun ja ! es mag für eine Dame , wie für Dich , liebe Hedwig , vielleicht nicht gerade , wie man sagt : anständig sein - aber ich sollte doch meinen : diese dummen Philisterflausen hätten für Dich weiter keine Geltung ! Ich würde es wenigstens sehr bedauern , wenn Du noch in All ' und Jedem mit den verbohrten Anschauungen der alten Generation rechnetest . Also bitte - ! « » Ich kann doch meinen Vater nicht allein lassen - - « » Der wird jedenfalls schlafen - und wenn er irgend welcher Hülfe bedarf - er kann ja das Mädchen rufen - « » Aber was würde Papa sagen - « » Immer neue Bedenken ! Ihr Weiber habt das Talent , am allererbärmlichsten Sandkorn festzurennen , wenn es Euch gerade ' mal in den Kram paßt ! Bist Du denn um gar nichts anders , als die Andern , Hedwig - ? « » Nein , Adam - « » Nicht ? Das ist allerdings sehr schlimm - ! « » Ich meine - Du mißverstehst mich - « » Na ! Wohl kaum - « » Und wie lange - wie lange würden wir bleiben - ? « » Gott ! Das läßt sich doch wahrhaftig auf die Secunde nicht bestimmen vorher - « Hedwig war unschlüssig . Adams Vorschlag reizte sie immerhin . Diese schwüle Atmosphäre lag auch auf ihr schwer und drückend genug . Die starke seelische Aufregung ... der brennende , stechende Sinnlichkeitsaffekt , welcher sie vorhin durchkrampft , hatte sie müde , abgespannt gemacht , wie zerschlagen , zerfasert , zerrupft . Zu Bett gehen konnte sie in dieser fiebernden Stimmung kaum . Sie athmete langgezogen auf . Aber ihr Vater - und weiter : wenn es zufällig Jemand von den Hausgenossen bemerkte , daß sie so spät noch wegginge - mit einem fremden Herrn - und dann womöglich erst mitten in der Nacht nach Hause käme - nein ! nein ! - es war doch nicht möglich - » Nun ? Also - ? « » Adam ! Bitte - laß mich hier ! Thue es mir zur Liebe - ja ? Ich wollte ja gern - aber es geht wirklich nicht ! Ich riskire zu viel - « » So ? Du riskirst zu viel ? Hm ! Und das sagt ein Weib , das eine ... das eine - Ver -