daß Sie Freunde würden . Er heißt - - - - und wohnt - - - - « So , » etwas breit nach Art der lieben Jugend « hatte mir der junge Mann den weiteren Verlauf seines Abenteuers erzählt , ich hörte ihm gerne zu , obgleich nichts peinlicher für mich ist , als eine lamentable Liebesgeschichte recht lang und gehörig breit erzählen zu hören ; aber interessant war mir dabei die Art , wie er mir erzählte . Sein ausdrucksvolles Auge schien die Glut seiner Gefühle widerzustrahlen , seine Züge nahmen den Charakter düsterer Wehmut an , wenn er sich unglücklich fühlte , und ein angenehmes Lächeln erheiterte sie , wenn er mir die Reize der jungen Dame zu beschreiben suchte . Plötzlich , als er mir eben erzählte , wie er das Haus der Signora verlassen habe , drückte er meinen Arm fester und brach in einen kleinen Fluch aus . » So muß der Teufel diesen Pfaffen doch überall haben « , rief er und wandte sich unmutig um . Ich war erstaunt , welchen Pfaffen sollte ich denn überall haben ? Ich fragte ihn , was ihn so aufbringen könne . » Sehen Sie nicht hin , sonst müssen wir grüßen « , gab er mir zur Antwort , » ich kann ihn nicht ansehen , den Jesuiten . « Ich stellte mich , als befolge ich treulich seinen Befehl , doch konnte ich nicht umhin , einen Seitenblick in die Straße zu werfen , und sah wirklich ein höchst ergötzliches Schauspiel . Die Straße herauf kam ein hoher Prälat der Kirche , der Kardinal Rocco , ein Mann , der schon längst als einer der zweiten Klasse mit dem Prädikat » gut « auf meinen Tafeln verzeichnet ist . Eine große majestätische Gestalt voll stolzer Würde ; sein weißes Haar , von einem einfachen roten Käppchen bedeckt , stach sonderbar ab gegen ein Gesicht , das man eigentlich reich nennen könnte . Gewölbte Brauen , große Augen , eine Adlernase , die Unterlippe etwas übermütig gezogen , das Kinn und die Wangen voll und kräftig . Über das rollende Untergewand trug er einen Talar , dessen eines Ende er in malerischen Falten über den Arm gelegt hatte ; das andere Ende hielt in einiger Entfernung hinter ihm herschleichend sein Diener , ebenfalls ein Mönch , ein dürres bleiches Geschöpf , dessen tückische Augen nach allen Seiten spähten , ob seine Eminenz von den Gläubigen ehrfurchtsvoll , wie es sich gebührt , begrüßt werden . Der Gang des Kardinals war der Gang eines Siegers , und eine solche Erscheinung in diesen Straßen erinnerte nur zu leicht an die Senatoren der » Ewigen Stadt . « » Sehen Sie , wie er hingeht , dieser Pharisäer « , flüsterte der junge Mann mit den Zähnen knirschend . » Sehen Sie , wie der Pöbel sich zum Handkuß drängt , mit welcher Würde , mit welcher Grazie er seinen Segen erteilt . Theaterpossen ! wenn diese Leute wüßten , was ich von ihm weiß , sie würden diesem Pharisäer , diesem Verfälscher des Gesetzes die Insignien seiner Würde vom Leibe reißen , oder sie wären wert , von einem Türken beherrscht zu werden . « » Was bringt Sie so auf ! verehrter Freund ? Wer ist dieser Ehrenmann ? was hat er Ihnen zuleid getan ? hängt er mit Ihren Abenteuern zusammen ? « Ich mußte lange fragen , bis er mich hörte , denn er schaute mit durchbohrenden Blicken der Eminenz nach , und murmelte Verwünschungen wie ein Zauberer . » Ob ich ihn kenne ? ob er mir etwas zuleide getan ? Oh ! dieser Mensch hat ein Leben vergiftet , ein Herz zu Boden getreten , das - doch Sie werden mehr von ihm hören ; es ist der Kardinal Rocco , der Satan ist nicht schwärzer als er ; mit seinem roten Hut deckt er alle Sünden zu , aber trotzdem , daß er geweiht ist , wird ihn dennoch der Teufel holen ! « Da hat es gute Wege , dachte ich ; Nro . 2 , gute Sorte ! doch was konnte dieser Berliner gegen Rocco haben ; unmöglich konnte ich glauben , daß sein Protestantismus so tief gehe , daß er jeden , der violette Strümpfe trug , in die Hölle wünschen mußte . Er hatte sich wieder gesammelt : » Vergeben Sie diese Hitze , Sie werden mir einst recht geben , so zu urteilen , wenn ich Sie erst mit dem Treiben dieser Menschen bekannt mache . Doch jetzt noch einiges zum Verständnis meines Abenteuers . Die Geschichte mit - - - war bald abgetan . Er schickte einen Franzosen zu mir , der mir erklärte , daß jener sich in mir geirrt habe und um Verzeihung bitte . Durch ihn erfuhr ich auch , daß Luisens Geliebter früher Offizier , und zwar in .... schen Diensten gewesen sei . Um diese Zeit kam die Schwester des sächsischen Gesandten nach Rom , sich einige Zeit mit ihrer Familie bei ihrem Bruder aufzuhalten . Ich war am ersten Abend ihres Aufenthaltes zufällig zugegen , und - stellen Sie sich einmal mein Erstaunen vor , als ich hörte , wie sie eine andere Dame fragte , ob nicht ein Fräulein von Palden hier lebe ? Ich wandte mich unwillkürlich ab , um nicht dem ganzen Kreise mein Erröten , mein Entzücken zu zeigen ; es war mir etwas so Neues , so Schönes , Luisens Namen aus einem fremden Munde zu hören . Jedoch keine der anwesenden Damen wollte von ihr wissen , und ich fühlte mich nicht berufen , unaufgefordert mein Geheimnis mitzuteilen . Deutsche , besonders Frauen pflegen immer großen Anteil an Landsleuten zu nehmen ; es konnte daher nicht anders sein , als daß man seine Verwunderung laut darüber aussprach , daß ein deutsches Fräulein in Rom lebe , die auch keinem von allen bekannt sein sollte ? Wer ist sie ? ist sie schön ?