kann ich nicht , Murray ... Louis bat den Alten nun um Vergebung , daß er ihn heute Abend wieder allein lasse . Er wolle mit Siegbert bei Oleander den Abend zubringen . O gewiß ! Thun Sie Das ! sagte Murray . Wenn drei so reine Flammen ineinander flackern , Das muß ein behagliches Licht geben ! Gehen Sie ! Aber erst nach einer Weile . Murray fesselte Louis durch die Wiederholung Dessen , was sie für morgen versuchen wollten . Dann kam Brigitte , ordnete das Bett , gab auf die Frage nach zwei Männern im Garten die Antwort , daß sie nichts gesehen hätte und es vielleicht der Kutscher und der Bediente der Frau von Sänger wären ; kurz , Murray war endlich beruhigt und gestattete Louis hinunter zu gehen in die Schmiede , um seinen Bruder für morgen zu bestellen . Er wünschte Louis jede nur mögliche Anregung durch einen mit einem Künstler und einem Dichter zugebrachten Abend . Louis sah sich unten nach allen Richtungen um , die beiden Männer zu entdecken . Er fand sie nicht . In der Schmiede war Alles wie ausgestorben . Das Handwerkszeug lag umher . Die Kohlen waren verglüht auf dem Herde . Louis rief . Niemand antwortete . Eine Treppe , bemerkte er in der Dunkelheit , ging von der Werkstatt empor . Er rief hinauf . Die Stimme eines alten Weibes ließ sich hören . Ist denn Niemand hier ? fragte Louis laut hinauf . Niemand hier ! wiederholte es fast echoartig . Alles fort ? Alles fort ! Wie ausgestorben und ausgeflogen ? Jetzt hörte er Holzpantoffeln . Eine kleine gebückte Alte kam mit einer Laterne ... Du mein Gott , lärmte sie , sind die beiden Taugenichtse fort - Der alte Zeck und sein Sohn ? fragte Louis erstaunt über dieses Prädikat , das im Munde eines wie es schien hier dienenden Wesens etwas vermessen war . Nein , hieß es , die beiden Gesellen ! Hier ist Niemand . Wo ist der Meister und sein Sohn ? Dieses Volk ! Wetter ! rief Louis . Ich frage nach Denen , die ihr nicht Volk nennen werdet . Sind sie im Ullagrund ? Die beiden alten Schlingel ? Die krumme Alte kam aus dem Zorn über die unerlaubte Abwesenheit der beiden Gesellen nicht heraus . Sie wetterte über diese unzuverlässigen Spitzbuben , die jedoch morgen , Gott sei Dank ! mit dem letzten Wochentage das Weitere zu suchen hätten . Louis zweifelte kaum daran , daß die beiden so heftig vermaledeiten Gesellen die Späher im Garten waren und beschloß ernstlich auf seiner Hut zu sein . Als er den alten und jungen Zeck zu morgen früh zehn Uhr , falls er nicht im Ullagrunde arbeitete , auf das Schloß bestellt hatte , konnte er nicht umhin , die Alte zu fragen , ob sie schon lange bei dem Meister diene . Sie sagte : Funfzehn Jahre ! Es drängte ihn , sie weiter auszufragen ; doch fürchtete er , dem mistrauischen Blinden , der gewiß jedes seiner Worte wiedererzählt bekam , damit Verdacht zu erwecken . Er wiederholte daher nur einfach seine Bestellung und verließ die Schmiede , während die Alte sich nicht beruhigen konnte , wo die beiden Gesellen , wie sie sagte , ein Ende genommen hätten . Louis beflügelte jetzt seinen Schritt , um an das Pfarrhaus zu kommen . Wie erstaunte er , als er in der Ferne deutlich wieder jene beiden Gestalten entdeckte , aber nicht allein , sondern mit einem Manne in Amtskleidung im Gespräch begriffen ! Sie trugen kurze Jacken und waren ohne Zweifel die beiden unfleißigen Arbeiter . Den Mann in der Amtskleidung hatte er bei dem Diner heute auf dem Corridor gesehen . Er folgte den Dreien , die ruhig und wie im vertraulichsten Gespräch nebeneinander schlenderten . Sie schlugen den Weg zum Amthause ein . Jetzt wandten sie sich , blieben eine Weile stehen , zeigten auf das Schloß hinauf und traten dann wieder ihre Wanderung zum Amthause an , wo sie zuletzt durch einen Vorbau Louis ' weiteren Blicken entzogen waren . Er war dabei über das Pfarrhaus schon hinausgekommen . Nachdenklich mußte er stehen bleiben und sich zu erklären suchen , was er von diesem Vorfalle denken sollte . Die Furcht vor Dieben gab er auf . Da ihm nichts beifallen wollte , was ihm ganz wahrscheinlich dünkte , so glaubte er zuletzt sich beruhigen zu können und voraussetzen zu müssen , daß diese Arbeiter in das Amtshaus wären gerufen worden zu irgend einer mit dem Schlosse in Verbindung stehenden Reparatur oder einer sonstigen Dienstleistung . Er kehrte zum Pfarrhause zurück und sah in das nicht geschlossene , matt erleuchtete Fenster . Es war eine Scene , die ihn fesselte . Zwei Kinder saßen um einen runden Tisch und hatten große Zeitungen vor sich aufgeschlagen , aus denen Siegbert sie vorlesen ließ . Die Mutter , das jüngste schlummernde Kind im Schooße , mit einem Strickstrumpf in der Hand , sah bald auf diesen , bald auf das Kind , bald auf Siegbert , der seine Freude an dem geläufigen Lesen der Kinder hatte und ihnen das Gelesene zu erklären schien . Sie lächelte vor Vergnügen über die Fertigkeiten , besonders Hedwig ' s , die alle von Siegbert ihr vorgelegten Fragen gewandt beantwortete . Dazu das matte Licht einer kleinen Lampe , die lautpickende , bis draußen hörbare Wanduhr , die Stille im Dorfe ... Louis mochte sich kaum entschließen , die einfache , friedliche Scene zu stören . Aber der Hund , der unterm Tisch lag , witterte ihn und schlug an . Da mußte er in die Hausthür und seinen guten Abend sagen . Ich bin lange geblieben ... Oleander ist auch noch nicht da , bemerkte die Pfarrerin . Die Müllerin hat ein zehrendes Siechthum und bittet immer den Guten , ihr Abends ein Capitel aus der Bibel vorzulesen . Heut ' sind es mehr geworden , sagte sie