, gern die Aufträge übernommen , die mir Herr - Dominicus Nück gegeben ... Ich soll Ihnen - vorlegen , was die Agnaten der Dorstes , die Landschaft , die witoborner Curie zuvor gesichert wünschen müssen , ehe die Vermählung zwischen Ihnen und - Comtesse - Paula zu Stande kommt - worüber Sie wahrscheinlich schon die directe Entscheidung durch Ihre Frau Mutter erhalten haben ... Kein Wort - ! sagte Graf Hugo , immer noch wie scherzend ... Er versuchte , eine Cigarre anzündend , den Ton der Leichtigkeit beizubehalten ... Kein Wort , wiederholte er , das entscheidend wäre - Die Mutter kommt in diesen Tagen zurück - Sie kann schon heute da sein - Da werden wir ja - hören ... Ich zweifle nicht , daß sie die Nachricht von Comtesse Paula ' s Einwilligung bringen wird - Ich wünsche Ihnen Glück zur Verbindung mit einem der edelsten Wesen der Welt ... Graf Hugo schwieg ... Die Cigarre , die nicht brennen wollte , fortlegend , sagte er : Sie bringt mir ein großes Opfer ... Es währte eine Weile , bis er , während er die Hand aufstützte , fortfuhr : Ich bin beschämt davon ... Herr von Asselyn , das sind sehr traurige Nothwendigkeiten ... Sie werden ja unterrichtet sein - wie - alles das schon seit Jahren - Mit diesem Worte stockte seine Rede ... Benno sah , wie sich die hochgewölbte , männlichstarke Brust hob und senkte ... Man sollte - sagte der Graf , wieder nach einem möglichst heitern Tone ringend - man sollte eigentlich niemals großmüthig sein ... Es war seit Jahrzehnden in unserer Familie die stehende Redensart : Allerdings wenn die Urkunde sich fände - ! ... Nun ist sie da und alle unsere Bravaden werden beim Wort genommen ... Soll ich wieder aufs neue processiren ? ... Soll ich die Urkunde angreifen ? ... Soll ich die Verbindlichkeit als eine gefälschte leugnen ? ... Ihr Staat duldet bei Testamenten keine Religionsverbindlichkeiten ... Das weiß ich vollkommen ... Ich würde selbst einem Gegner , wie Nück gegenüber , gewinnen ... Aber erst nach zehn Jahren ... Diese Zustände einer Proceßführung sind nicht mehr zu ertragen ... Als Benno zustimmend schwieg , fuhr der Graf fort : Die Leute sagen , die Urkunde wäre ein Extrastück Terschka ' s , befohlen aus Rom ... Aufrichtig , ich glaube das nicht ... Der arme Schelm hat uns alle betrügen müssen ... Das ist wahr ... Aber hierin ist er unschuldig ... Meine Mutter hat ernste Scenen mit ihm gehabt ... Ich will hoffen , daß ihm England den » neuen Menschen « anzieht , der , wie Sie wol wissen , zur Garderobe meiner guten Mutter gehört ... Die Arme ! ... Ihr Eifer , ihre Bemühung rühren mich ... Ich will alles thun , was Mama auf ihre alten Tage Beruhigung gewährt ... Benno breitete die Papiere aus und horchte den Worten , die nicht herzlos klangen , horchte um Terschka ' s willen , dem das Zugeständniß der Verschwiegenheit und einer wirklich geübten Discretion machen zu müssen , ihn fast schmerzte ... Meine Religion ist in diesem Land sehr schwer gestellt , fuhr der Graf in den Papieren blätternd fort , ... Ich fürchte , Gräfin Paula wird darin am meisten Anstoß bei mir nehmen ... Zumal bei ihrer übergeistigten Richtung ... Ich hoffe , Ihre Papiere enthalten nichts von einer Bedingung , mir erst durch eine Conversion die Gemeinschaft auch des Himmels mit ihr sichern zu sollen ? ... Benno bestätigte diese Voraussetzung und berichtete , daß die Vorbehalte lediglich auf Besitzfragen gingen ... Der Graf erklärte , alles das , was er da fände , schon mit wiener Advocaten besprochen zu haben und sagte , die Papiere zurücklegend : Am liebsten fänd ' ich in diesen Papieren ein Bild der Gräfin ... Wie ist es jetzt mit ihrer Krankheit ? ... Meine Mutter schreibt nichts darüber ... Wahrlich , ich gestehe , ich würde verzweifeln , wenn sich alle diese Dinge hier so fortsetzten , wie in Westerhof ... Man sagt , die Ehe hebt einen solchen Zustand ... entgegnete Benno ... Graf Hugo erhob sich , sah zum Fenster hinaus und sprach mit einer Schüchternheit , die Benno an einem Mann , der die Gesetze des Lebens so leicht zu nehmen schien , kaum erwartet hatte : Die Ehe ! Eine Ehe , wie sie eben in unsern Standesverhältnissen so oft geschlossen wird - ! Und ich soll dann nach Westerhof kommen ... Ich bin es kaum im Stande - ... So - fürcht ' ich mich ... Benno ehrte diese Ausbrüche des ringenden Ehrgeizes durch Schweigen ... Ich weiß es sehr wohl , fuhr der Graf fort , wir Männer bringen mit unserm Herzen viel zu Stande ... Wir können aus unserer Liebe nicht das nur einmal vorhandene Kleinod machen , das eben die Frauen darin sehen wollen ... Nach diesen mit einem leichten Seufzer und einem schärfern Fixiren Benno ' s begleiteten Worten verlor sich der Blick des Grafen wie innenwärts ... Er stand am Fenster , strich sich sein Haar , ergriff mechanisch von der Console ein kleines Fernrohr , wie Offiziere beim Felddienst führen , und sah weithin in die Ebene ... Es waren Bewegungen , die der Zerstreuung angehörten ... Benno lenkte zu den Papieren zurück , die er in der Hand behalten hatte ... Plötzlich blickte der Graf starr durch sein Perspectiv , das er zu verlängern anfing ... Einzelheiten dessen , was den Grafen beim Sehen in die Ferne zu interessiren schien , konnte Benno bei der ohne Zweifel großen Entfernung nicht unterscheiden , aber die Gruppen der Reitenden waren es gewiß ... Der Graf erblaßte , reichte Benno das Glas und sagte : Was sehen Sie , Baron ? ... Benno sah zwei Reiterinnen , Angiolina und Olympia , im Wettlauf ... Die Offiziere schienen beide umringt zu haben ... Nach der selbst bei der großen Entfernung ersichtlichen Schnelle mußte