Sie nur , bedeutete ihn Louis , Das trag ' ich selbst , da ist keine Hülfe nöthig . Damit hob er den Bündel auf , der mit der nöthigen Wäsche versehen war . Franziska sagte : Wir wechseln ab . Nur fort ! Adieu Onkel ! Behüte Sie Gott und kommen Sie gleich morgen ! Heunisch hatte nicht das geringste Mistrauen in dies Verhältniß zwischen Franziska und dem jungen Fremdling , der sich ihrer Angelegenheiten so theilnehmend annahm . Er sagte : Die Katze kriegt doch noch ein Pfötchen ? Sieh , wie sie sich anschmiegt ! Komm , Mutz , gib dein Patschchen ! Der fremde Herr macht sie confus . Ja , Herr , so wohnen wir hier im Walde ... sehen Sie sich um ! Schießen Sie gern ? Aber Fränzchen , doch noch ein Licht ! Ei , willst mich im Dunkeln lassen ? Ein Licht , daß der Herr da sieht , wie ' s bei einem alten Jägersmann sich wohnen läßt . Den Eilf - Ender da an der Wand schoß ich selbsten ... Louis machte Licht mit einem Streichfeuerzeuge , das er nach seinen praktischen Gewohnheiten immer bei sich führte . Ich gehe nicht mehr in die Küche , flüsterte ihm Fränzchen zu , kommen Sie nur ! Siegbert sprach einiges romantische Durcheinander vom freien Jägerleben und vom lust ' gen Waldrevier . Er betrachtete die Bilder , die Vogelkäfige , den Eilf - Ender und die Rehbockhörner über der Thür , die Büchsen an der Wand , Fränzchen , das mit ihrem Bündel stand , wie er sich Goethe ' s Dorothea gedacht haben würde , nur war sie kleiner , aber lieblicher und wohl frischer , wie jene Emigrantin gewesen sein mag . Es gelang Heunischen nicht , den Auszug noch länger hinzuhalten . Man verließ das Haus . Er begleitete die Scheidenden noch die Wiese entlang . Er hatte so ein dringendes Verlangen , so eine Freude über die Nachricht der Erlaubniß des Generalpächters , Fränzchen in die Nähe des alten Sandrart zu bringen , daß er über diesen Abschied ordentlichen Jubel empfand und versicherte , ihr morgen alle ihre andern Habseligkeiten nachzubringen . Was ist Das für ein Vogel ? fragte Siegbert , sich plötzlich umdrehend . Der so lacht ? meinte Heunisch und lachte selbst . Eine Lachtaube ist es nicht , Herr . Fränzchen zog Louis , der den Bündel trug , mit Gewalt weg . Louis hatte aber auch ein grelles , thierisches Auflachen gehört und blieb stehen . Das ist die Urschel ! meinte Heunisch und konnte nicht anders , als selbst über die Alte lachen , die ihrer Rivalin , ihrem Störenfried , der nun abzog , einen Spott nach ihrer Art nachsandte . Meine alte Haushälterin , setzte er für Siegbert , der über diese Bosheit hier in Gottes stiller Natur erstarrt war , hinzu . Meine alte Ursula Marzahn ! So wie ich sagte : Fränzchen kommt ! kroch sie oben auf ihre Kammer und legte sich in ' s Bett . Nun sie hört : Fränzchen geht ! kichert sie hinter uns her . Alte ! schweig ! rief Heunisch jetzt hinauf und klatschte , wie man etwa einem Thier thut , das man verscheuchen will , einige Male in die Hände . Da hörte das boshafte Lachen auf ... An der Eiche , unter der einst Dankmar von dem Bunde der Guten und Denkenden zuerst geträumt hatte , nahm Heunisch Abschied , nach der Art dieser Leute umständlich , ohne fertig werden zu können und die Rührung durch tausend Kleinigkeiten verdeckend . Fränzchen erhielt darauf von Siegbert den Arm angeboten . Warum sollte sie ihn nicht annehmen ! War sie doch in einer Stimmung , als hätte sie sich jetzt allen Menschen an den Hals werfen und rufen sollen : Ich lebe wieder ! Ich bin gerettet ! Louis regte eine Aufklärung Siegbert ' s an . Man erzählte ihm , was diese Freude begründete . Da sah er wohl , ein wie glückliches Wesen er am Arme führte . Fränzchen trat behend wie ein Reh und hing ihm wie im Tanz so leicht am Arme . Sie hatte , da es kalt war , ein Mäntelchen über und einen Strohhut mit rothem Bande , der die Blässe ihres Gesichts noch zarter hervorhob . Sie erzählte , wie sie die Nacht in Ängsten zugebracht hätte und heute früh , während Heunisch aus war , hätte sie jeden Augenblick erwarten können , die böse Frau würde die Treppe heruntergeschlorrt kommen und sie wieder so durchbohrend und hexenartig ansehen wie gestern . So und ähnlich plaudernd und dabei überrasch vorwärtsschreitend kamen sie mit dem fünften Glockenschlage in Plessen richtig an . Es war die höchste Zeit , denn vor dem Pfarrhause sahen sie schon den kleinen Wagen Ackermann ' s und bei dem Licht in der Stube harrende Figuren am Fenster . Näher kommend unterschied Louis Ackermann , Oleander und Selma . Am Amthause war schon Alles still . Eintretend in das Pfarrhaus und in die Wohnstube gleich linker Hand übergab Louis , der den Bündel auf die Hausflur geworfen hatte , Ackermann und Selma die neue Schutzbefohlne . Ackermann verrieth durch einen flüchtig musternden Blick , daß ihm das Mädchen gefalle und Selma bot ihr freundlichst die Hand . Da hab ' ich ja , sagte sie , was ich wünschte ! Wir wollen fröhlich zusammenleben und uns schon gut vertragen . O Fräulein ... stammelte Franziska . Und so prächtigen Putz machen Sie ! Wie schön ist das Band am Hute aufgesteckt ! Ich verstehe gar nichts von diesen Dingen , auf die die Leute so streng sehen . Heute am Tisch bin ich so gemustert worden , daß ich immer dachte : Wartet , das nächste Mal sollt Ihr sehen , daß ich die neueste Mode trage . Ich dachte an Sie , liebe Franziska . Wie sind Sie gütig ! Ich gestatte Euch , Eure Toilettengespräche im