erzürnen sich und kriegen das Tageln : dat is so bi Karkmeß mit vermokt . Hein Mück haut den Lukas , daß es knallt , und läßt sich für die hervorragenden Leistungen eine goldene Medaille an die Heldenbrust heften . Jan Tiemann läßt sich elektrisieren , Hinnik Külper kauft seiner Braut ein großes Zuckerherz , Peter Gröhn fordert den Neger sogar zu einem Boxkampf heraus . Und ein Getute und Geblarre , ein Flöten und Knarren , ein Juchen und Schreien ! Das beste Teil erwählen sich die alten Fahrensleute ; sie ziehen ein weißes Hemd an , holen den Stuhl aus der Dönß und setzen sich geruhig auf den Deich . Sie lassen die Karkmeßleute an sich vorüberziehen , necken die beladenen Kinder und führen ein nachbarliches Gespräch . Das Allerschönste sehen aber auch sie nicht vor Luftbällen und Kinderspielzeug : die blassen , roten Rosen am Westerdeich und das wogende Korn im Lande und den weißen Flieder auf den Wurten und die Lindenblüten am Elbdeich : das große Sommerblühen . Das geht allen verloren . * * * Der große und der kleine Klaus Mewes hätten nicht von hier sein müssen , wenn sie dem Karkmeß fern geblieben wären . Zumal Störtebeker hatte sich den Tag ehrlich verdient . Bis an den Bauch im Wasser stehend , hatte er geschrubbt , einen ganzen Tag im Maststuhl zwischen Himmel und Erde hängend , hatte er die Besan gelabsalbt , mit krummem Rücken war er in den Bünn gekrochen und hatte die toten Schollen aus den Ecken geholt , er hatte beim Lohen geholfen wie ein Großer , er hatte das Nachthaus grün angestrichen , er hatte das alte Bettstroh mit allen Flöhen und Wanzen auf dem Schlick verbrannt . Als Klaus Mewes den Sonnabend von der Aueschule zurückkam , wo er seines Amtes gewaltet hatte , denn er saß trotz seiner Jugend schon im Vorstande der Seefischerkasse , da hatten Kap Horn , Hein Mück , Klaus Störtebeker und Gesa gerade die bekannte letzte Feile weggelegt . Wie ein Königsschiff lag der große Ewer auf dem blinkenden Wasser und glänzte wie der Regenbogen . Seine deutsche Flagge wehte im Winde , und grüßte seinen Schiffer . Dem aber lachte das Herz . * * * Wennt Karkmeß is , wennt Karkmeß is , denn goht wie langsen Diek ! Sie gingen zu vieren : Klaus Mewes , Gesa , Kap Horn und Störtebeker . Dieser voran , denn er hatte die Taschen voll Geld . Er nahm alles mit , die Reitbuden und die Schaukeln . Nur Spielzeug kaufte er sich nicht mehr . » Kann ik up See jo doch ne bruken « , sagte er verächtlich , und als er beim Allemalundjedesmal einen Goldfisch gewonnen hatte , schenkte er ihn dem kleinen Paul Meier . Seiner Mutter aber kaufte er einen bunten Blumentopf , Kap Horn eine Kokosnuß , damit der an China erinnert würde , und seinem Vater einen dicken , geräucherten Aal . Einen Augenblick guckten sie auch bei Trina Külpers am Auedeich ein , wo Musik war . Klaus und Gesa tanzten durch den Saal wie Bräutigam und Braut . Da bekam auch der alte Janmaat einen Tanz von der schönen , jungen Frau seines Schiffers . * * * Abends gingen Klaus und Gesa nochmal nach dem Karkmeß . Kap Horn und Störtebeker blieben auf dem Neß . In der Dämmerung saßen sie vor der Tür . Der Matrose guckte nach den Lichtern auf der Elbe und erzählte vom Walroßfang bei Grönland . Und über den blühenden Lindenbäumen tanzten die Mücken . Im Westen aber stand dunkel und drohend eine Wolkenbank . * * * Sommer heißt der gewaltige Herr , den die Welt hat . In königlicher Pracht schreitet er einher , weithin über Land und See gleißt und funkelt sein Purpurmantel . Groß und ehern sind seine Schritte . Alles wirft er nieder , alles muß sich vor ihm beugen ! Das grüne Korn erbleicht und senkt die Ähren , die Blumen verdorren , die Vögel verstummen , die Tiere verkriechen sich . Nach dem spielenden Kind , nach dem lachenden Jüngling ist der Mann gekommen , der Riese . Stückwerk ist nicht sein Handwerk : er macht ganze Arbeit . Mit gewaltiger , furchtbarer Kraft drückt er alles Freundliche , Milde , Leichte in Grund und Boden , zermalmt er es zu Staub , bis er allein dasteht . Dann zuckt es in seinen Fäusten , dann reckt er die Arme , dann stemmt er die Beine , dann sprüht es aus seinen Augen , dann glüht und dampft sein Atem , und hart lacht es um seine Zähne . Selbst die großen Meister die Winde , müssen , vor ihm ducken , und wollen sie sich erheben , so fegt er sie mit Blitz und Donner von dannen . Eö weiß , was er zu tun hat , weiß , daß es um Brot und Leben geht , weiß , daß der Winter kommt . Was andre nicht gekonnt haben an all den langen Tagen , in all den milden Monden , das vollbringt er in wenigen Wochen : in unerbittlichem Ernst , in kochendem Eifer , in glühendem Haß , in flammendem Zorn , - und all sein Ernst und Zorn ist wilde , gewaltige Liebe ! Schwer liegt des Sommers Hand auf der Fischerei . Auch Klaus Mewes fühlt sie . Lange Tage treibt der Ewer mit schlaffen Segeln in der Windstille , und das Deck ist bratenheiß . Nachts steht der ganze Heben in Flammen , und das Schiff erzittert . Wie lang ziehen sich die Reisen hin , wie oft müssen sie in Norderney und Cuxhaven binnen laufen , weil ihnen das Eis geschmolzen ist ! Sie fahren wieder viel nach der Weser , denn die Zungen , die nicht freihändig verkauft , sondern in der Halle versteigert werden , sind in Geestemünde ebenso teuer wie in St. Pauli und Altona . Zweimal segeln sie