er sich über am Spieß oder unter heißen Steinen gebratenes Bärenfleisch lobend aussprechen soll . So hatte ein Jeder zu tun , das Herzle aber am allermeisten , denn sie buk heut auch Brot , gleich für drei oder vier Tage , dazu einen leckern Brombeerkuchen , zu dem die Beeren massenhaft in nächster Nähe unseres Zeltes standen . Hierdurch wurde die erste der von Trinidad mitgenommenen Mehlbüchsen leer , und das Herzle beeilte sich , sie mit dem zerlassenen Bärenfett zu füllen . Bärenfett ist nämlich im Westen ein sehr wichtiger Artikel , der sehr vielfach zur Benützung kommt und jeden Braten , sogar jedes Backwerk , wie Kenner behaupten , schmackhafter macht . Diese Wichtigkeit besaß er schon in alter , alter Zeit bei den Indianern , noch ehe die Weißen kamen . Fast jede Stadt und jedes Dorf besaß einen besonderen Stall oder Zwinger , in welchem Bären gezüchtet , gefüttert und gemästet wurden , um dann geschlachtet zu werden . Auch das ist einer jener Punkte , welche denen , die über die rote Rasse schreiben , ohne die hierzu nötigen Kenntnisse zu besitzen , noch völlig unbekannt sind . Die Vergangenheit der Indianer ist eben eine ganz andere , als man denkt ! Die Sioux kamen heut und auch morgen noch nicht . Wir , nämlich der » junge Adler « und ich , benutzten diese freie Zeit , den Wortschatz , den meine Frau aus der Sprache und der Ausdrucksweise der Apatschen besaß , möglichst zu vermehren . Sie hatte den Wunsch , besonders Kolma Putschi damit zu erfreuen . Erst am dritten Tage stellten sich die Erwarteten ein , und zwar gegen Abend . Wir sahen sie schon von weit draußen her kommen , über einen fernliegenden , kahlen Bergesrücken . Sie ritten einzeln hintereinander , im sogenannten Gänsemarsch , ganz so , wie es früher geschah , als man den Westen noch als » wild « bezeichnete . In jener Zeit aber hätten sie sich gewiß sehr gehütet , ihren Weg über diesen nackten Berg zu nehmen , der ihnen so wenig Deckung bot , daß man sie sofort entdecken mußte . Da es sich um keinen Kriegszug handelte , wenigstens jetzt noch nicht , so waren sie noch nicht mit den Farben des Krieges bemalt , an denen es möglich ist , die Stämme und Nationen genau von einander zu unterscheiden . Dennoch gab es einige Kennzeichen , besonders in Beziehung auf ihre Lanzen und besonders auf die Anschirrung , Ausschmückung und Halfterung ihrer Pferde , aus denen ich ersah , daß wir es da mit Utah-Indianern zu tun hatten , und zwar in sehr gemischter Zusammensetzung . Wir sahen - um mich eines gebräuchlichen Ausdruckes zu bedienen - wilde , halbwilde und zahme Utahs . Sie gehörten zu den Unterabteilungen der Pah-Utahs , der Tehsch-Utahs , der Kapote- , Wihminutsch- und Elkmountain-Utahs , der Yamba- , Pahwang- und sogar der Sempisch-Utahs . Unter den Kapote-Utahs sah ich einen alten , grauköpfigen Häuptling , bei dessen Anblick ich an Tusahga Saritsch14 denken mußte , von dem ich im dritten Bande von » Old Surehand « erzählt habe . Ich bitte , das nachzulesen . Aber die Entfernung war leider so groß , daß ich die Gesichtszüge nicht deutlich erkennen konnte . Später stellte es sich heraus , daß ich mich nicht geirrt hatte ; es war Tusahga Saritsch , der mir bekannte Häuptling der Kapote-Utahs , der sich damals nur notgedrungen mit uns aussöhnte , jetzt aber , wo er am Rande des Grabes stand , wieder zu unseren Feinden gehörte . Als diese Utahs den Felsenkessel erreichten , ersahen wir aus ihrem Verhalten , daß dieser Ort auch für sie ein heiliger war . Sie betraten ihn nur mit Scheu . Sie brachten sich sogar Feuerholz mit , um die Bäume und Sträucher der Devils pulpit schonen zu können . Und sie blieben nur im westlichen Teile ; den östlichen , wo wir den Bär erschossen hatten , wagten sie nicht zu betreten . Und , was für uns das wichtigste war , sie umlagerten die Teufelskanzel nur im weiten Kreise . Keiner nahte sich ihr , und noch viel weniger hatte Einer von ihnen den Mut , sie zu ersteigen . Die Verhandlungen und Beratungen begannen jedenfalls erst nach dem Eintreffen der Sioux . Dann befanden sich » verschiedene Nationen « beisammen , und hierauf erst war es erlaubt , die Kanzel zum Zwecke der Diskussion zu betreten . Was dann besprochen wurde , das wollten wir hören , Unwichtiges aber nicht . Darum verzichteten wir darauf , uns jetzt schon anzuschleichen und um bloßer Neugierde willen uns in die Gefahr zu begeben , entdeckt zu werden , ohne daß wir irgend einen Nutzen davon hatten . Wir blieben also in unserem Lager und nahmen uns vor , recht auszuschlafen , weil wir nicht wissen konnten , ob wir hierzu so bald wieder Gelegenheit hatten . Am Abende sahen wir unten einige Feuer brennen , die aber so klein waren , daß sie für uns nicht ausreichten , die Gestalten der an ihnen sitzenden Indianer zu erkennen . Auch still ging es da unten zu , außerordentlich still . Es gab keinen Laut , der bis herauf in unsere Höhe drang . Wir schliefen gut . Nichts störte unsere Ruhe . Der nächste Tag verging , ohne daß die Sioux kamen . Aber am darauf folgenden Morgen sahen wir , daß die ausgestellten Posten sich einstellten , um das Erscheinen der Erwarteten zu melden . Diese kamen genau so im Gänsemarsch wie vorgestern die Utahs . Voran ritt ein sehr alter , sehr langer und sehr hagerer Häuptling , der sein Pferd von zwei gewöhnlichen Indianern führen ließ , daß es ja keinen Fehltritt tue . Er schien also nicht mehr gut bei Kräften zu sein . Daß er trotzdem einen so weiten Ritt unternahm , ließ darauf schließen , daß der Gedanke , der ihn jetzt nach dem