. Die Sepu hat verschiedene blaue Blumen unter ihren Kräutern - aber die alten blauen Blumen sind alle vertrocknet und nicht mehr scharf genug . Mit so trockenem Kraut ist nicht viel auszurichten - bei den Menschen schon ganz und gar nicht , denn die haben sich allmählich derart an die verschiedenen Gifte gewöhnt , daß es den Hexen immer schwerer wird , zum Ziele zu kommen . Die Krallenfinger werden oben ganz steif . » Es gibt trotzdem noch eine gute blaue Blume ! « sagt die Hexe zu sich selbst , » und die hat doch immer die Menschen toll gemacht . Die blaue Blume reizt die Phantasie der Menschen so schrecklich auf , daß die armen Menschen immer Tolleres sehen und hören und schließlich glauben , sie sähen das Unsichtbare und vernähmen das Unhörbare - das Weltgeheimnis aus dem neuen Reich - das , was hinter Mond und Sternen in ganz andren Zaubergrotten thront . Mag ' s kosten , was es will - diese blaue Blume muß ich finden . « Die Sehnenkraft in den Krallenfingern läßt nach . Die Hexe weiß : es ist keine Kleinigkeit , die blaue Blume des Jenseits zu finden . Sie ist ganz dünn wie ein Zwirnsfaden und mit dem bloßen Auge nicht zu entdecken . Die seltsame Blume streut kleine , scharfe Stachelfädchen um sich . Und wo diese Stachelfädchen sind , da ist sie in der Nähe - tief im Erdreich verborgen ; sie zieht sich tief ins Innre der Erde hinein , wenn was naht - läßt kaum ein Loch zurück - so schlank ist sie . Die Finger in den Wolken werden schlaff . Oh , diese schlanke Wunderblume muß die Sepu haben - sie geht gleich suchen - mit nacktem Leibe - die Stachelfädchen will sie fühlen - wenn ' s auch weh tun sollte . Das Tastgefühl des Leibes wird immer feiner . Die Sepu windet sich über die Dünenhügel und über die Steine am Strande des Meeres wie eine Schlange - und fühlt - mit dem ganzen Leibe - mit ungeheurer Aufmerksamkeit . Die Sepu sucht lange Zeit . Die Finger in den Wolken sind nicht mehr Krallen , sie sind so wie hängende tastende Fühlhörner . Die Finger suchen auch nach einem neuen Kitzel wie die Sepu . Die Sepu sucht lange Zeit . Plötzlich schreit sie auf - ein Stachelfädchen hat ihr das Knie geritzt - es tut weh - Blut sickert in den Sand am Meeresstrande . Aber die Sepu wird jetzt das Kraut , das den Menschen das Jenseits offenbaren soll , schon finden . In den Wolken sieht die junge Hexe lauter Handteller mit ausgespreizten langen Fingern . Die Sepu gräbt . Sie gräbt immer tiefer und noch tiefer - und - findet die blaue Blume . Die blaue Blume ist wie ein Zwirnsfaden . Wenn sie sorgsam gestreichelt wird , faltet sie sich langsam auseinander und zeigt Blätter und Blüten - aber sie muß sehr zart gestreichelt werden . Der Himmel ist voller Fäuste . Sepu läuft lachend über den Strand mit der blauen Blume des Jenseits . Sepus Knie blutet noch immer . Die Fäuste in den Wolken tun sich auf und lassen funkelnde Sterne herunterfallen . Die Sterne haben alle nur denkbaren Farben und Formen . Die Sepu sieht ' s und nickt . Hexengelächter ! Händegeklatsch ! Und dann kam die Stunde , in der ich Abschied nehmen sollte . Der Pyramideninspektor flüsterte mir noch zu : » Was jedem Schaf im Schlaf kommt - kann doch nicht so erhebend sein - wie das , was Andern in wilder Qual kommt . « » Verachte Nichts ! « sagte mir noch der Oberpriester , » je unwissender und dümmer Jemand ist - um so mehr steht ihm noch bevor . « Und dann standen wir auf . Und alle Nilpferdchen umarmten mich . Da sie halb so groß als ich waren , kletterten sie alle zu diesem Zweck auf den Tisch . Ich mußte lächeln - aber die Aufmerksamkeit gegen mich war doch sehr fein . Indessen - ich weiß heute noch nicht , wie ' s kam - jedenfalls erinnerte ich mich plötzlich an eine Geheimtasche , in der noch eine Geschichte stak . Kurz und gut : ich holte sie vor - und die Herren lasen sie , ohne vom Tische runterzuklettern . Die Fabrik lebenslustiger Kreaturen Kosmische Existenz-Komödie Nacht war ' s auf Erden , und der Mond schien hell , und die gelben Butterblumen blühten auf der Wiese , denn es war sehr warm . Und über die Wiese gingen fünf Damen mit fünf Herren , und diese zehn Personen fanden Europa langweilig - zum Sterben . » Es ist überall nichts los , « sagten sie melancholisch , » man kann hinkommen , wohin man will , überall ertönt die alte Leier des vollendeten Stumpfsinns . Wer da wüßte , wo was los ist , könnte ein Bombengeschäft machen . « Und bei diesen Worten ging die kleinste Gesellschaft , storchartig hoch die Beine aufhebend , über die Wiese , auf der die gelben Butterblumen im Mondenscheine blühten - so sorglos blühten , als wäre wirklich nichts los . Da sprang ein fremder Herr über den nächsten Chausseegraben und rief laut und kräftig : » Meine Damen und Herren ! Verzagen Sie nicht : ich weiß , wo was los ist . « Die Gesellschaft blieb erschrocken stehen und starrte den fremden Herrn wie ein Weltwunder an . Der Fremde sah sehr elegant aus - schwarzer Cylinder , gelber langer Überzieher , Prinzenkrawatte , Lackstiefel - alles höchst elegant . Der Herr trug allerdings bloß einen Lackstiefel , der andere Fuß stak nur in einem lilafarbigen Strumpf . Und im Cylinder befand sich vorn ein regelmäßiges fünfeckiges Loch , das mit Goldfäden sauber umsäumt war . Und auf dem Rücken des Überziehers hatte der Schneider eine weiße Weste aufgenäht - ebenfalls mit Goldfäden . Jedoch sonst war alles tadellos