, während er vorbeireitet , auf einem Beine , was ihnen natürlich nicht leichtfällt . Diese Begrüßungsart entspricht einem besonderen Wunsche des Prinzen . Den Fremden ist es jedoch verboten , den Prinzen auf einem Beine zu begrüßen . Der Ali hat noch immer die merkwürdigsten Einfälle . Es liegt in der Zeit eine gewisse Sucht nach auffälligen Geschichten . Jeder will bemerkt und » berühmt « werden . Dabei belacht zu werden - gilt nicht als Schande - im Gegenteil ! Der Prinz ärgert sich drum auch garnicht , als er auf dem Sklavenmarkte mit einem Spottliede empfangen wird , das ihm hauptsächlich die Frauen gern zu hören geben , da er seiner ungewöhnlichen Neigungen wegen ebenfalls » berühmt « ist . Das sehr harmlos klingende Spottlied geht also : » Prinz Ali ist ein Mann ! Prinz Ali ist ein Mann , Der wunderschön regieren kann , Man seh ihn sich nur länger an ! Prinz Ali ist ein Mann ! « Diese nicht grade geistreichen Verse haben zum Ruhme des Prinzen sehr viel beigetragen - er hört sie deshalb zuweilen mit größtem Wohlgefallen . Sein Bruder , der Prinz Abdallah , der durch seine eigenen Gedichte berühmt werden will , ist ordentlich neidisch auf dieses Spottlied - auf ihn hat man noch keins gemacht . Die Zeit leidet an Ruhmsucht . Abu Hanifa sagt Jedem , dem was fehlt : » Mensch sei vergnügt ! Wenn man nur berühmt ist - dann ist Alles gut ! « Unzählige Araber murmeln ihm nach : » Wenn man nur berühmt ist ! « Drollige Zeit ! Von dem Chalifen hört man nicht mehr viel . Man weiß garnicht mehr , » wer « eigentlich an der Regierung ist - fragt auch nicht danach . Sehr viele religiöse Sekten werden gegründet . Der nichtswürdige Dichter Al Rumy , ein Anführer der Tofailys , hat auch eine neue Religion gegründet - deren Kultus sich um Wettlaufen , Faustkämpfe und Ringkämpfe dreht . Al Rumy hält die Leibesübungen für die besten Erlösungsmittel und preist die in sehr marktschreierischer Weise an - bei den Tofailys erzielt er einen ungeheuren Erfolg . Die Tofailys verbesserten durch Al Rumys Religion die Aufnahmefähigkeit ihres Magens . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Osman beschäftigt an die hundert Schreiber . Die lauteren Brüder schreiben ja nicht allzu viel - dafür schreiben aber die Tofailys um so mehr - besonders Dschinnengedichte werden von den letzteren geschrieben . Buchtury hat auch ein langes Gedicht geschrieben - in dem kommt eine Dschinne vor , die so viel ißt und danach so dick und schwer wird , daß sie schließlich ihrem Hengst das Rückgrat zerbricht - - - Abu Hanifa schreibt über die Omijaden . Kodama schreibt Vorreden zu den Werken der älteren arabischen Literatur . Der alte Suleiman ist so gut wie verschollen - er soll in Kufa leben . Er verschwand , als sich die Sailóndula in den Tigris stürzte und - ertrank . Jakuby klettert in den Ruinen von Persepolis umher und gedenkt , nach Nordchina zu pilgern - unermüdlich ist der alte Herr . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Die Sareppa hats Genick gebrochen . Die Abla ist krank . Said ist auch gestorben . Die arabische Literatur versammelt sich jetzt beim Schneider Dschemil . Es geht dort allerdings ein bißchen gemischt zu . Battany und Osman besuchen den Schneider nicht , die haben sich zurückgezogen . Osman gibt zuweilen einem ganz erlesenen Kreise von Gelehrten ein fürstliches Abendessen - mag jedoch die meisten lauteren Brüder nicht zu oft bei sich sehen . Aus der » Gesellschaft der lauteren Brüder « ist jetzt wirklich ein abgeschlossener Geheimbund geworden . Und zu diesem Geheimbunde gehören diejenigen , die einst den Bund gründeten , zum großen Teile nicht mehr . Die Inder und die Ägypter , die bei Al Battany ständig zu Gaste sind , haben sich ganz und gar des Bundes bemächtigt . Die Bundesangelegenheiten werden sämtlich in den Gärten des reichen Al Battany erörtert - Osman wird immer seltener zu Rate gezogen - an die andern Araber denkt man garnicht . Bei den Indern hat sich beinahe eine Feindschaft gegen das Arabertum ausgebildet , und öfters zog man in gehässigen Ausdrücken gegen den armen Safur los , in dem man das Urbild des Arabers sehen wollte , der an seiner Genußgier zu Grunde gehen mußte . Als Osman den Toten mal in Schutz nahm , ihn besonders als Dichter sehr herausstrich und schließlich sagte : » Seine Tollheit war eine ganz ernste Tollheit - er hatte Vieles in sich , was ihn sehr berühmt gemacht haben würde « - da ward der kühne Schreiber fast garnicht mehr von Battany eingeladen . Daß Safur ein echter Araber vom Scheitel bis zur Zeh war - daran zweifelte natürlich im Volk und unter den Tofailys kein Mensch - bei Battany wurde ihm das aber zum Vorwurf gemacht - - - was glücklicherweise nicht allgemein bekannt geworden ist - - - sonst wärs dem Battany noch schlecht ergangen - - - Safurs Einfluß auf die Tofailys war recht groß - die waren im Jahre 897 sämtlich große Feinschmecker geworden - und viele von ihnen schrieben Dschinnengedichte ... Nicht immer das Beste kommt an die Oberfläche . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Die Sternwarte ist fast verödet . Abu Maschar steht zwar noch immer auf dem Mittelturm und rechnet - sonst ist es aber ganz still - die Mongolen reiten unten nicht mehr herum - Battany hat sich eine neue Sternwarte in seinem Garten erbaut . Der Prophet steht auf seinem Mittelturm wie ein Gespenst - auch an dem christlichen Neujahrsmorgen . Wie