hat der Grassteiger die Hütten bezahlt , und nun ist er ein ansehnlicher Mann . Der Pfarrhof ist der Vollendung nahe und die Kirche ebenfalls , und danach kommt das Schulhaus dran ; - o Gott , ich erlebe eine sehr große Freude in diesen Wäldern . Gestern zur Abendstunde haben wir die Kirche zum erstenmal zugesperrt . Es ist der Baumeister , der Tischler aus Holdenschlag , der Holzmeister dabei gewesen , aber ich weiß nicht , wie es gekommen , daß , wie wir auseinander gegangen , der Schlüssel mir in den Händen ist verblieben . Ja so - ich bin der Schulmeister . Ich weiß es selber kaum , daß ich es bin , und da schreibt mir letztlich der Waldherr , er sei mit meinem schulmeisterlichen Wirken im Walde recht zufrieden . Was tue ich denn ? Geschichten erzähle ich den Kindern , und weise ihnen mancherlei Kleinigkeiten des Waldes , die sonst zeitlebens kein Mensch hier noch beachtet hat , mit denen aber die Kinder tolles Wesen treiben und ihre Freude haben . Die vordersten Fenster in der Kirche , zwischen welchen der Altar kommt , sind mir nicht ganz recht . Die Scheiben sind so hell , und das tut mir zuweilen im Auge weh . Und es schaut die Waldlehne und der Holzschlag herein . Ei , das wäre was rechtes für den Sonntagsbeter , da tät ' er im Gedanken allfort Holz hacken , statt seine arme Seele demütig dem lieben Gott vorzuführen , und er tät die geschlagenen Stämme zählen und die Stöcke und die Reisighaufen und solche Dinge , um deren Anzahl er sich sonst die ganze Woche nicht kümmert . Da muß das Gebet schon wie ein Blutquell aus dem Herzen strömen , wenn der Gedanke dabei nicht durchzugehen trachtet , und weil das nicht immer ist , so muß man die Kirche wie eine Burg bewahren , daß der Sonntag nicht hinaus und der Werktag nicht herein kann . Die beiden Fenster müssen mit Glasmalereien versehen werden , und das will ich besorgen . Ich habe mir rotes , gelbes , blaues und grünes Papier kommen lassen und arbeite nun schon seit Tagen als Bildschnitzer bei verschlossenen Türen . Über den Kirchenheiligen sind die Leute noch nicht einig geworden . Aber ich habe darüber meine Gedanken . Stellen wir gar keinen auf . » Leute , « habe ich gesagt , » stellen gar keinen auf . Jeder soll sich den seinen denken nach Belieben . Die Heiligen sind unsichtbar und im Himmel ; wir können sie nur aus schlechtem Holz nachmachen , und das täte sie leicht verdrießen . « » ' s mag wohl richtig sein , « haben einige auf diesen Vorschlag geantwortet , » und wir ersparen die Unkosten . « Den Altartisch hat ein Vorhacker vom Karwasserschlag gezimmert . Der Vorhacker ist ein armer Mann mit reichem Kindersegen ; er hat aber für die Kirchenarbeit kein Entgelt genommen . - » Auf eine gute Meinung tu ' ich ' s « , hat er gesagt , » für die Meinigen tu ' ich ' s , auf daß mir keines stirbt und keines mehr dazukommt . « Der liebe Gott muß nicht recht verstanden haben ; kaum ist der Altartisch fertig , rückt dem Vorhacker der neunte Bub auf die Welt . Um zu zeigen , daß es eine Ehre ist für den Wald , wenn so ein armer Mann ein gemeinnütziges Werk vollbringt , so nennen wir den Vorhacker , weil er auch einer ist , der seinen Namen nicht weiß , - den Ehrenwald . - Der Name reicht für seine neun Buben und für weiteres . Der Franz Ehrenwald ist ein geschickter und strebsamer Kopf . Weil ihm der Altartisch gelungen ist , so will er sich nun ganz auf das Zimmer- und Tischlerhandwerk verlegen . Er hat sich schon eine Unzahl Werkzeuge gesammelt und zwei Körbe voll von Hobeln , Reifmessern , Bohrern , Sägen , Beilen , Stemmeisen und Dingen verschafft , die er gar nicht anzufassen weiß und sein Lebtag nicht brauchen wird . Aber die Werkzeugkörbe sind sein Stolz , und seine Buben können ihm keinen größeren Ärger verursachen , als wenn sie in ihren eigenmächtigen Tischlerarbeiten ihm etwan einen Bohrer verschleppen oder ein Messer schartig machen . Sie mögen nur brav das Handwerk lernen , die zwei Körbe werden ja einmal ihre Erbschaft sein . Ich habe mehrere Pläne für Wohnhäuser gezeichnet , wie sie gebaut werden sollen , daß sie dauerhaft , licht , luftig , leicht heizbar , für die Lebensweise der Leute geeignet und geschmackvoll sind . Nach solchen Plänen hat der Franz Ehrenwald bereits mehrere Häuser begonnen . Eines davon gehört dem Meisterknecht Paul in den Lautergräben . Die Bauten sind nicht kostspielig , da der Waldherr das Holz dazu umsonst gibt ; auch sollen sie , sagt man , steuerfrei bleiben . So fängt das Geschäft des Meisters Ehrenwald gut an ; er muß sich Gehilfen nehmen und seine Buben werden ihm bald zu wenig sein . Auch geht er bereits mit einem Plan für sein eigenes Haus um . Letztlich , als ich einmal unten am Bache stehe und Forellen fische , kommt er sachte , ich weiß gar nicht von woher , auf mich zu und lispelt mir geheimnisvoll ins Ohr : » Glaubt mir , mein neues Haus wird saggrisch toll , saggrisch toll wird ' s ! « Kein Mensch sonst ist in der Nähe gewesen und die Fische sind auch in der Winkel taub . Aber saggrisch toll - flüstert er leise - wunderprächtig wird sein Haus ! Der Mann ist schier kindisch vor Stolz ; er ist auf seinem Fahrwasser ; früher ist es gar keinem eingefallen , daß man auch in den Winkelwäldern stattliche Wohnungen bauen könne . Auf dem Kreuzwege Im Herbst 1818 . Oben , in der Öde des Felsentales steht ein hölzernes Kreuz . Es ist dasselbe , welches emporgewachsen