gegen 100000 Mann . Aber auch die dieser zugehörigen Truppenteile waren von gemischter Nationalität und unterstanden , was der Hauptübelstand war , einem Oberbefehlshaber , der , ohne jedes Herz für die Sache , nur seinem persönlichen Interesse nachhing 36 – ein Übelstand , der noch schwerer ins Gewicht gefallen wäre , wenn nicht der Geist der beiden preußischen Heerführer Bülow und Tauentzien , und kaum minder der in ihren Landwehren aller mangelhaften Ausbildung und Bewaffnung unerachtet anzutreffende preußische Kampfesmut , eine Balance geschaffen hätte . Jedenfalls standen wir hinter der Oudinotschen Armee nicht zurück und hatten keinen Anspruch darauf , von Napoleon als » schlechte Truppe « und sogar als » Gesindel « bezeichnet zu werden . Der nächste Tag sollte denn auch zeigen , daß er die Rechnung ohne den Wirt gemacht und » l ' Enfanterie prussienne « sehr unterschätzt hatte . Beginn der Schlacht Der rechte französische Flügel , das 4. Korps Bertrand , dirigierte sich am 23. in aller Frühe schon von Jühnsdorf gegen Blankenfelde , das bereits am voraufgegangenen Tage durch das diesseitige IV. Korps unter General Tauentzien besetzt worden war . Es entspann sich alsbald ein leichtes Gefecht , das bis gegen die Mittagsstunde fortgeführt wurde . Zu dieser Zeit wandte sich Bertrand an den links neben ihm stehenden Reynier und ließ ihn wissen , » daß er auf hartnäckigen Widerstand gestoßen sei , weshalb er Blankenfelde nur dann nehmen könne , wenn im Zentrum energischer vorgegangen und er ( Bertrand ) dadurch degagiert würde . « Da sich Reynier zu solchem » energischen Vorgehen « nicht bereit erklärte , ja mit Rücksicht auf das noch weit zurück befindliche Linkeflügel-Korps Oudinot auch kaum erklären konnte , so schlief das Gefecht am rechten Flügel ( Blankenfelde ) ein und ward auch im ganzen Laufe des Tages nicht wieder aufgenommen . Bertrands Forderung » im Zentrum energischer vorzugehen « war unerfüllt geblieben , aber ein Vorgehen überhaupt hatte nichtsdestoweniger stattgefunden und zur Wegnahme des durch drei diesseitige Bataillone besetzten Dorfes Groß-Beeren geführt . Infolge davon war das Zentrum der vorgeschobenste Punkt der französischen Angriffslinie geworden ; der rechte Flügel bei Jühnsdorf stand um eine Meile , der linke , zwischen Trebbin und Thyrow , um anderthalb Meilen zurück . An eben diesem linken Flügel befand sich auch das Oberkommando . Die Stellung bei Freund und Feind war um fünf Uhr die folgende : Die Entscheidung Von 5 bis 7 General Reynier , als ihm gemeldet wurde , daß die preußische Vorhut auf Heinersdorf zurückgezogen sei , ließ seine Truppen auf einem Hügelzuge , der sich in Front Groß-Beerens von der Kirche bis zur Windmühle und von dieser wieder bis nach dem Vorwerke Neu-Beeren zieht , ins Biwak rücken . Er gewärtigte keines Angriffs mehr , der ihm ebenso sehr der vorgerückten Stunde wie des in Strömen fallenden Regens halber unwahrscheinlich , ja beinah unmöglich erschien und antwortete dem sächsischen Divisionsgeneral , der ihn vor der List und Entschlossenheit der Preußen warnte : » Sie kommen nicht . « Aber sie kamen doch . Um dieselbe Stunde nämlich , als unsere dreibataillonsstarke Vorhut aus Groß-Beeren abmarschiert und zum Überfluß auch noch Order von Ruhlsdorf her eingetroffen war , » bis in die Verschanzungen vor Berlin und demnächst bis über die Spree zurückzugehen « , entschloß sich General Bülow , den ihm gegenüberstehenden Reynier anzugreifen und das verlorengegangene Groß-Beeren zurückzuerobern . Er rief seine Brigadegenerale zusammen , um ihnen den von ihm gefaßten Entschluß mitzuteilen . Er habe sich schon am Tage vorher von der Aktionsunlust des Oberkommandierenden überzeugen können , der seinen Mangel an Eifer mit seinem Mißtrauen in den Wert der ihm unterstellten » neuen Truppen « zu begründen versucht habe . Diese » neuen Truppen « aber seien , was ihnen in diesem und jenem auch fehlen möge , vom besten Geiste beseelt und bedürften nur einer entschlossenen Führung , um sich aufs neue zu bewähren , wie sie sich schon vor dem Waffenstillstand und neuerdings wieder bei Luckau bewährt hätten . Jedenfalls sei es sein Wille , nicht ohne ein vorgängiges ernstes Gefecht das Feld zu räumen . » Unsere Gebeine « , so schloß er , » sollen diesseits Berlin bleichen , nicht jenseits . « Alle Generale stimmten ihm zu , wonach er ohne weiteres nach Ruhlsdorf hin melden ließ : » er werde mit dem III. Korps avancieren und Groß-Beeren innerhalb einer Stunde wiedernehmen . « Als die Truppen von diesem Entschlusse hörten , erfüllte sie plötzlich ein Geist der Zuversicht , und wiewohl sie durch vierundzwanzig Stunden hin nicht Holz und nicht Stroh , kaum Kommißbrot und Branntwein und eigentlich nichts als Regen und wieder Regen gehabt hatten , verlangte doch jeder nach Kampf und brach in hellen Jubel aus , als es hieß : an die Gewehre ! Die Dispositionen zum Angriff waren schnell getroffen und lauteten : Die Brigade Krafft , gefolgt von der Brigade Thümen , avanciert gegen die Hügelposition zwischen Kirche und Windmühle . Die Brigade Prinz von Hessen-Homburg avanciert gegen die Position zwischen der Windmühle und dem Vorwerk Neu-Beeren . Die Brigade von Borstell endlich führt eine Seitenbewegung aus und sucht den Frontangriff auf Groß-Beeren aus der diesseitigen linken Flanke zu soutenieren . Es war sechs Uhr , als sich die genannten Brigaden in drei Linien von Heinersdorf her in Bewegung setzten . Mit Erstaunen hörte Reynier die Meldung , daß das gesamte Bülowsche Korps gegen Groß-Beeren heranrücke . Rasch indessen fand er sich zurecht und bevor noch unsere Kolonnen auf halbem Wege heran waren , hatten die Truppenteile seines Korps folgende gutgewählte Stellungen inne : Sächsische Division von Sahr : Grenadierbataillon von Sperl in Groß-Beeren selbst ; Brigade von Bose ( mit dem Regiment von Low in Front ) zwischen Kirche und Windmühle ; Brigade von Ryssel zwischen Windmühle und Neu-Beeren . Sächsische Division von Lecocq : im Rücken von Groß-Beeren zwischen diesem und der Genshagenschen Heide . Französische Division Durutte : rechts neben der Division Lecocq , also zwischen dieser Division und