mit dem rechten Flügel die gesicherte überlegene Stellung der Franzosen an den Fedhujini-Bergen zu stürmen und hier die Schlacht zu engagiren . Drei Mal gewannen die Russen die Höhen , drei Mal wurden sie von Bajonnet und Kartätschen zurück geworfen , und der Tod mähte in ihren Reihen . General Read büßte seine Verwegenheit mit dem Leben - vier Stürme der Freiwilligen , um seine Leiche zu holen , warfen die französischen Kartätschen nieder ; General-Major Weymarn , sein General-Stabs-Chef fiel - auf dem Rücken trug sein Adjutant , der gigantische Lieutenant Stolypine , den Körper des geliebten Führers aus dem Getümmel ; an der Seite des russischen Generalissimus wurde General Wrewski getödtet , nachdem er , zwei Mal schon getroffen , verweigert hatte , sich zurückzuziehen . Nutzlos , vergeblich opferten die tapfern Grenadiere immer und immer wieder ihr Leben , bis General Kotzebue , die Unmöglichkeit des Gelingens , das Zwecklose des Blutbades erkennend , vom Pferde sprang und auf dem Sattel die Ordre zum Rückzug an die engagirten Divisions-Chefs schrieb . Eine Granate schlug neben ihm nieder und platzte , während sich die Umgebung eilig zurückgezogen , ihn mit einer Wolke von Staub und Splittern bedeckend . Als sie sich verzogen , sah man den General ruhig fortschreiben und erst , nachdem er geendet , das Blut von der Stirn trocknen . Weit über 3000 Russen , 1100 Franzosen , an 900 Türken und 200 Sardinier deckten den Kampfplatz , das Flußbett war gefüllt mit Leichen . Die Sardinier verloren den General Montevecchio , auch von den französischen Führern waren viele verwundet , darunter der tapfere Oberst der dritten Zuaven , Polkes . - Auf die Belagerung selbst hatte die Schlacht keinen Einfluß . Dagegen vermehrte sie die Spaltung zwischen den französischen und englischen Truppen , die schon nach dem Sturm am 18. Juni , dessen Mißlingen man den Engländern geradezu Schuld gab , bedeutend hervorgetreten war und sich in Uebermuth und Verhöhnungen auf Seiten der Franzosen offen kund gab . Die Erbitterung brach in hundert Zügen aus , als die englischen Soldaten das Tschernaja-Schlachtfeld , das nicht ihr Blut gekostet , auf eine so schaamlose Weise plünderten , daß 6 Stunden nach beendigtem Kampf nur die nackten Leichen noch dort lagen und General Simpson selbst in einem Tagesbefehl vom 20. seinen Truppen ihr Benehmen vorwarf . Man mußte zuletzt den französischen und englischen Soldaten verbieten , dieselben Schankboutiken zu besuchen . Am 17. August ließ General Pelissier das Feuer auf ' s Neue verstärken ; während der zweiten Hälfte des Monats wurde in Kamiesch Tag und Nacht Munition ausgeladen und nach den Batterieen gebracht . Fortwährend trafen neue Verstärkungen ein , am 24. General Mac-Mahon , der geprüfte Afrikaner , 1840 noch Bataillons-Commandant der Vincenner Jäger , dann Oberst in Algerien , wo er sich , um sich vor dem Herzog von Orleans auszuzeichnen , auf einem Zug gegen die Kabylen an der Spitze seines Regiments auf den drei Mal stärkern Feind warf , sein rechtes Auge verlor , aber zum General ernannt wurde . Er trat an Canrobert ' s Stelle . Die Zeit eilte - und der dem General Pelissier im Geheimen gesetzte Termin nahte heran ; Depesche auf Depesche brachte der Telegraph und der hitzige , durch die nicht erfüllte Hoffnung auf den Marschallsstab am 15. August erbitterte General sandte die berüchtigte Antwort : » Sire , wenn Sie glauben , es besser machen zu können , so kommen Sie selbst ! « In den ersten Tagen des September endlich war man mit der Sappe so weit vorgedrungen , daß die Spitze der französischen Trancheen nur noch 30 Metres ( 90 Fuß ) von den Werken des Malachof entfernt war ; schon mehrere Tage konnten sich die Gegner sprechen hören . Der allgemeine Sturm wurde beschlossen . Am 5. September begann die letzte allgemeine Kanonade , bestimmt , die Bastionen , - schon längst kaum mehr als ein Schutthaufen - vollends zusammen zu schmettern . Sechshundert französische und 200 englische Feuerschlünde größten Kalibers eröffneten ein Feuer , welches die Erde ringsum erbeben ließ und selbst in der Entfernung einer Viertelmeile nur in den Pausen gestattete , sich anders , als durch Zeichen verständlich zu machen . Die Festung antwortete in gleicher Weise , obschon an vielen Stellen die Trancheen der Gegner so weit vorgedrungen waren , daß sie unter dem Niveau der Geschütze lagen . Die Zerstörung im Innern war furchtbar . Die Erde innerhalb der Werke und um sie her war von Kugeln so aufgepflügt , daß nicht ein Sandkörnchen an seinem Orte geblieben , sie war mit Flintenkugeln , Kartätschen , Granatensplittern , Kanonenkugeln und Bomben vollständig bedeckt . Wir führen beispielsweise bloß die Thatsache an , daß vom 22. Mai bis 10. Juni die russischen Soldaten und Matrosen auf der ganzen Vertheidigungslinie an Blei von feindlichen Kugeln 1960 Pud ( 78,400 Pfund ) und 1015 achtzigpfündige , nicht geplatzte Bomben sammelten , aber das machte kaum ein Drittel , da zwei Drittel im Wall oder in den Mauern stecken blieben und nach der Stadt und den Buchten hinüber flogen . Schon im Mai waren gegen 500 Häuser von Grund aus zerstört , selbst das Straßenpflaster aufgewühlt . Ende August waren nur wenige Gebäude bewohnbar , die Lazarethe und alle Büreau ' s nach Fort Paul und Fort Nicolaus verlegt . In dem letztern wohnte der Commandant Kismer mit mehr als 20,000 Menschen . Der Bericht Pelissier ' s giebt an , daß während der 336 Tage der Belagerung über 1 Million 600,000 Schüsse aus 800 Feuerschlünden , also durchschnittlich täglich 4434 Schüsse auf die Stadt geschehen . Die Vertheidigungswerke waren sämtlich so zu Staub zermalmt , daß die Erdarbeiten kaum noch auszubessern waren , und Fürst Gortschakoff , - nachdem bereits am 5. und 6. August eine Pontonbrücke über den Handels- und Kriegshafen zur bessern Verbindung der beiden Stadtseiten geschlagen worden , - für den Rückzug nach der Sievernaja ( der Nordseite ) eine Brücke über die Bucht zu schlagen