groß ! Die Justizdirektorin käme nicht mehr aus dem Zanken heraus . Sie selbst wisse nicht mehr , was ein Teller und was eine Schüssel wäre . Wenn wir nur Alle dafür ordentlich avancirten ! meinte Pfannenstiel mit verzeihlichem Egoismus . Wir haben nun Alles aus erster Hand ! Der Fürst ist Minister ! Ich schreib ' an ihn , daß er sich des Thurms da und meiner Höflichkeit erinnert und mir ein gutes Fortkommen für ' s Alter gibt . Indem brach Frau von Zeisel herein : Mein Mann ! Er sucht Sie , gnädige Frau . Ich kann nicht mehr . Diese Menschen , von denen man umgeben ist ! Das ganze Jahr erträgt man den hülflosen Zustand , weil man nachsichtig ist , seinen Ärger verschluckt ; nun kommt es einmal darauf an , nun soll man einmal seinem Stande gemäß sich der Welt zeigen , nun verräth sich ' s , was ein Haus ohne Bedienung ist ! Christoph nimmt sich doch ganz gut aus in der Livree , meinte Pfannenstiel und suchte die auf den Ledersessel ihres Mannes niedergesunkene Dame zu trösten . Aber wer sagt ihm , daß er schon jetzt damit in die Küche kommt , jetzt schon mit der Livree die Wände abschabt ! Er hat sie seit drei Jahren nicht getragen und freut sich , daß er stärker geworden ist . Drum dehnt er sich so aus und reckt sich , daß alle Nähte platzen ! Die Magd , die durch das ganze Haus den Justizdirektor gerufen hatte , kam mit dem endlich Gefundenen zurück . Kind , sagte er mit ängstlicher Miene , sechs ... Acht ! gab die Gemahlin gleich zu . Ich suche dich überall ! Ich war im Keller und du bestimmst nichts , du sorgst für nichts , du bist für nichts , du denkst an nichts . Die rothen oder die gelben ? So sag ' doch ! Vier rothe , zwei gelbe - Aber Herzchen , wir sind - Achtzehn - Neunzehn ! Der Alte mit der schwarzen Binde kommt nicht - Also siebzehn - Was rechnest du denn ! Aber die Frau Pfarrerin Stromer ! Pfannenstiel , hier , schreiben Sie einmal auf ! Pfannenstiel setzte sich zum Schreiben . Erstens , dictirte Frau von Zeisel , Herr Louis Armand - Der Schreinergesell ! ergänzte Pfannenstiel . Der Stand , bemerkte Frau von Zeisel empfindlich , der Stand ist hier nicht nöthig . Wir waren nie stolz . Die rechte Hand des Fürsten und Sekretair des Premierministers ! bemerkte Herr von Zeisel und schnitt damit alle weiteren Erörterungen ab . Zweitens - Herr Ackermann ! bemerkte der Amtsvoigt kräftiglich . Nun , nun , sagte Frau von Zeisel pikirt , der Name brennt Ihm ja recht auf der Zunge . Wer weiß , wie bald die Komödie zu Ende ist . Der Fürst wird bald erkennen , daß er es mit einem Projektenmacher zu thun hat ! Den neuesten Briefen des Justizrathes nach zu urtheilen , wird die Welt binnen Kurzem von Dingen überrascht werden ... Drittens , sagte der Justizdirektor - Laß mich ! unterbrach ihn seine Frau - Zweitens -Nummer Zwei , Frau von Zeisel , sagte Pfannenstiel , der sich in die Umstände zu fügen wußte . Nummer Drei , Herr von Zeisel . Nummer Vier , Herr Ackermann ! sagte jetzt der Justizdirektor selbst . Nummer Vier , Herr Oleander ! unterbrach determinirt seine Gemahlin . Wer ist dieser Ackermann ? Kann er sich einen Studierten nennen ? Wer weiß , wo er herkommt und wo er noch hinfährt ! Nummer Fünf , die Frau Pfarrerin Stromer ! bemerkte der Justizdirektor und um nur Ackermann ganz hinten zu bringen , setzte er hinzu : Nummer Sechs , Herr Doktor Reinick aus Randhartingen . Nummer Sieben , Herr Ackermann ! bemerkte aber der unermüdliche Amtsvoigt wieder , dem einmal dieser Name so werthvoll und bedeutend war wie allen Bewohnern des kleinen Fürstenthums . Nein ! schalt Frau von Zeisel fast zornig . Nummer Sieben , verbesserte ihr Gemahl , Herr Apotheker und Spezereihändler Sonntag aus Randhartingen - Nummer Acht , fuhr seine Gattin fort , Herr Aktuar Weiße aus Plessen ... Nebenan hustete Jemand , der unstreitig Herr Weiße war und sich gleichsam für die Ehre , der Achte zu sein , bedanken wollte . Nummer neun , Ihr Herr Schwager , bemerkte der Justizdirektor verbindlich zu Pfannenstiel , Herr Drossel vom Gelben Hirsch - die Frau nebst Lenchen ist auf dem Heidekrug . Also Fräulein Emmeline Drossel und Fräulein Alwine Drossel - setzte seine Gattin hinzu , als wollte sie sagen : Unsre Herablassung ! Pfannenstiel verbeugte sich und bemerkte nur in den Bart hinein : Macht Zehn und Elf oder eigentlich das Doppelte , denn Drossel speist und ißt für Zwei - auf die heutige Zeitung hin vielleicht ... Dann Zwölf - unterbrach Herr von Zeisel , um seine Frau nicht durch einen vielleicht dreifach gesteigerten Appetit des gefürchteten Radikalen zu erschrecken . Jetzt glaubte aber der Schwager des Wirths vom Gelben Hirsch in der That sagen zu dürfen : Zwölftens , Herr Ackermann . Aber wieder schnitt ihm die Justizdirektorin den Namen ab , indem sie fast gleichzeitig diktirte : Zwölftens und dreizehntens , Herr und Frau Rentmeister von Sänger aus Randhartingen - Vierzehntens , Herr A - Herr Anverwandter , Ökonom aus Randhartingen , sagte Frau von Zeisel . - Mit seinem Besuche aus Schönau - wie heißt er doch ? Dem Ortsvorstand Marx - Macht fünfzehntens - Und vielleicht noch dem Herrn Maler - bemerkte Herr von Zeisel . Welchem Herrn Maler ? Den Marx mit nach Randhartingen gebracht hat , um Herrn Anverwandter zu malen - zum Weihnachtsgeschenk für seine Tochter - Ich las den Brief so flüchtig ... ich besinne mich ... Also fünfzehntens , Herr Marx , sechszehntens , der Herr Maler aus Schönau , recapitulirte Pfannenstiel und glaubte nun für ganz bestimmt endlich sagen zu können : Siebzehntens , Herr Ack