Sparkasse trug , hatte er diesen nicht weiter nach seiner wiener Verwandtschaft gefragt , seitdem einmal dessen Antwort lautete , der Pötzls gäb ' es wie Sand am Meer und » mit einem alten Junggesellen , der einen Nothpfennig hinterließe , wäre dann auch noch alle Welt verwandt , ohne Pötzl zu heißen ... « Fühlen Sie sich jetzt besser ? hörte Benno hinter sich her reden . Die Luft wird Ihnen gutthun ... Ja , es ist ein überlebtes Gebäude ! ... Wär ' s eine Kasern ' , so wär ' sie längst umgebaut ... Benno mäßigte seinen Schritt ... Wo aber , lieber Herr , wo wohnen Sie denn ? ... Vielleicht an der Mölkerbastei ? ... Das wäre gerade auch mein Weg ... Benno wohnte an der Freyung ... Das kaum gesagt , war auch das gerade Herrn von Pötzl ' s Weg ... Der Regen hatte inzwischen nachgelassen ... Wie sich beide vor dem Gewühl der Wagen durch ein schnelles Laufmanöver über die Fahrstraße hinweg sichern wollten , rief Herr von Pötzl einen an ihnen vorüberschießenden Herrn an : Gehorsamer Diener , Herr von Zickeles ! ... Es war noch ein junger , schon mit starkem Embonpoint versehener Mann , der eben aus einem berühmten Laden mit » G ' frornem « trat und noch rasch hinüber in die Vorstellung wollte ... Eine Mittheilung über ein misrathenes neues Stück in der Vorstadt mischte sich in seinen Gegengruß und zugleich die Frage , ob doch Herr Müller noch nicht seine große Scene gehabt hätte und ebenso ein forschender Blick auf Benno - Benno , Herrn von Pötzl ' s Verlangen bemerkend , seinen Namen zu erfahren , ein Verlangen , das er hinter einer künstlichen Verlegenheit , ihn nicht vorstellen zu können , verbarg , fragte , ob Herr von Zickeles dem Hause gleiches Namens angehörte ... Er hätte eine Karte von » Harry Zickeles « gefunden ... Mein Gott ! ... brach Harry Zickeles aus , bekannte sich als Abgeber der Karte und rief : Doch nicht etwa der Herr Baron von Asselyn ? ... Benno überraschte mit der Bejahung Herrn Harry Zickeles ebenso , wie Herrn von Pötzl ... Das ist ja einzig ! rief Letzterer und hätte alle Vorübergehende über diese Spiele des Zufalls zu Zeugen anrufen mögen ... Gerade der » Herr Baron von Asselyn « war die Persönlichkeit , die » beide « » gesucht « hatten ... Herr von Pötzl demaskirte sich als Bruder des alten Komikers Ignaz Pötzl , der ihm von der Reise des Herrn » von « Schnuphase und von dem Herrn von Asselyn ausdrücklich » geschrieben hätt ' « ... Aber nein ! ... Und Sie geben mir nicht einmal die Ehre ! ... Die Freud ' und die Ueberraschung ! ... Benno hatte keine Anweisung auf die Bekanntschaft dieses so außerordentlich gefälligen Mannes erhalten ... Dennoch ließ er es nun an dem Schein einer engern Verbindung mit dem Bruder nicht fehlen ... Machte er damit doch eine offenbare Freude und bahnte vielleicht seine Forschungen an ... Die Erinnerung an den alten Thaddädlspieler zeigte das ganze » G ' müth « des Herrn von Pötzl ... Jede Nuance der Charakteristik seines Bruders unterbrach er mit einem glückseligen : » Ja ! Ja ! « ... Und als Herr von Zickeles den Witz machte : Sagens doch nicht , Herr Baron , daß er wohlauf ist ! Herr von Pötzl hört viel lieber das Gegentheil ! Er will ihn beerben ! ... erfolgte von Herrn von Pötzl nur ein einziges : » O Sie - ! « Es lagen alle Schäkereien der Welt in dem Ton ... Herr von Zickeles gab , wenn auch mit einigem Zögern , den » Hamlet « und den Applaus eines jungen Schauspielers auf , der auch an ihn empfohlen war ... Laërtes , den Herr Müller » spüllte « , hatte seine Hauptscene erst im letzten Act ... Herr von Zickeles ruhte nicht , bis der Herr Baron von Asselyn versprach , sofort , » aber auch auf der Stell ' « in den Salon seiner Aeltern mitzukommen ... Jeden Abend wären sie nach dem Theater daheim und der Herr von Asselyn wäre vollends von seiner gerade aus Paris anwesenden Schwester Bettina Fuld und von deren Begleiterin , dem Fräulein Angelika » von « Müller , aufs allerallerdringendste erwartet ... Angelika Mütter ! ... Welch ein Mollaccord ! ... Sanft und wohlthuend verbreitete er sich über Benno ' s erschrecktes Gemüth ... Er wollte folgen ... Hier war von keiner Willensfreiheit mehr die Rede ... Harry Zickeles hatte ihn schon unterm Arm ... Herr von Pötzl folgte in Verklärung ... Herr von Zickeles ließ nicht eher ab , bis sie alle drei vor dem Portal seines älterlichen Hauses standen ... Es lag jenseit des Grabens dicht in der Nähe eines großen Platzes , des » Hohen Marktes « ... Herr von Pötzl war etwas schweigsamer geworden , aber so gleichsam , als wenn der Ueberstrom der Gefühle ihm die Worte raubte ... Als Herr von Zickeles am Hause seiner Aeltern geschellt hatte , zog er die Uhr und sagte : Freilich - glauben Sie wol , Herr von Pötzl , daß der Laërtes jetzt aus Paris zurückkommen ist ? ... Ich bitt ' schön , führen Sie den Herrn Baron zu meinen Aeltern hinauf ... Ich hab ' - Der junge Mann ist mir und merkwürdigerweise auch - der Kaiserin Mutter empfohlen worden - Sehr ein hübsches Talent ! - Ich - Oder - Doch lieber - Kommen Sie , Herr von Asselyn , ich führe Sie erst selbst auf und dann spring ' ich noch ein bissel in den letzten Act ... Nun keuchte der junge dicke Mann die Treppe voran ... Das Haus war viel heller erleuchtet , als das Palais des armen Schuldners der Zickeles , des Grafen Hugo ... Auf der Mitte blieb wieder der Theaterfreund stehen , zog wieder die Uhr und schien die größte Angst