war , wo ein Lämpchen brannte , riegelte sie die Thür zu und fiel erschöpft auf einen Lehnstuhl , der in der Nähe des Fensters stand . Das Fenster war noch offen und wurde von Louis sogleich geschlossen . Ich kann in dem Hause nicht bleiben , begann Fränzchen , als sie sich gesammelt hatte . Alle Gespenster aus der frühern Zeit , daß ich hier war , stehen wieder vor mir . Ich muß fort . Was war Das nur , Franziska ? Sie riefen um Hülfe ? War hier ein Überfall ? Rief ich um Hülfe ? Ich weiß es nicht . Wer war hier ? Ich bitte Sie ! Und jener Schuß ? Fränzchen antwortete nicht , sondern blickte sich nur scheu um und horchte nach oben hinauf . Als sie Louis inständiger um Aufklärung bat , lächelte Fränzchen und fragte : Hab ' ich so laut gerufen ? In der Stille des Waldes hört ' ich es über tausend Schritte weit . Das tröstet mich etwas und beruhigt mich für die Zukunft - nein , nein , ich kann nicht bleiben ! Ich fürchte mich zu Tode . Und doch geschah hier eigentlich gar nichts . Was haben Sie , liebe Franziska ! Was war Ihnen ? Franziska erzählte nun mit gedämpfter Stimme , immer nach oben blickend , daß sie seit ihrer Anwesenheit im Forsthause die alte Ursula nicht erblickt hätte . Wie sie aber vorhin allein gewesen , verlassen von dem Onkel , der auf der Jagd pirsche , wäre die Alte , die sie im Bette geglaubt hätte , herabgeschritten feierlich mit einem Lichte in der Hand , lang und hager , wie ein Gespenst . Mit hohlen Augen wäre sie eingetreten , an jenen Schrank gegangen , hätte den aufschließen wollen , dann aber wäre sie herangetreten , das Licht gegen sie haltend . Ohne zu sprechen , ohne sie zu begrüßen , wäre sie dicht an sie herangeschlichen , daß sie im ersten Schreck hätte glauben müssen , sie beabsichtige ihr , und wenn nur durch Anhauchen , ein Leids zuzufügen . Da hätte sie , wie sie dicht an ihrem Munde gewesen wäre , aufschreien müssen , wie in Todesgefahr . Die Alte wäre nun zurückgegangen , hätte sich an die Thür gestellt und ein lautes Lachen aufgeschlagen . So hätte sie während einiger fürchterlichen Minuten gestanden , dann wäre sie noch einmal gekommen , in derselben geraden Linie auf sie zu , mit derselben starren Miene , wieder das Licht gegen sie hinhaltend , um sie zu erkennen . In der Angst ihres Herzens hätte sie Hülfe rufen müssen , da wäre in der Ferne ihr Name von Louis gerufen worden , die Alte hätte wieder wie eine Irre gelacht und dann sie verlassen , um nach oben auf ihre Kammer zurückzukehren . Franziska verstärkte den ängstlichen Eindruck , den auch Louis von diesem Vorfalle empfing , durch die Erinnerungen an ihre Jugend , die sie ihm erzählte . Sie behauptete , daß sie glaube , die Alte möge in diesem Hause Niemand dulden und hätte trotz ihrer Jahre eine Art Eifersucht auf Jeden , der ihr die alleinige Herrschaft über den bequemen Onkel , der sie einst hätte heirathen sollen , streitig machen würde . Louis fand es gerathener , daß Franziska wol in der Nähe , aber nun nicht selbst im Jägerhause länger bliebe . Er schlug ihr vor , morgen mit Ackermann zu sprechen und diesen einsichtsvollen , freundlichen Mann zu bewegen , sie in sein Haus zu nehmen . Freilich , setzte er , als Franziska freudig einstimmte , hinzu : Sie werden , liebe Freundin , dort in der Nähe des alten Sandrart sein , der nicht Ihr Gönner ist ! Und ich bin nicht seine Gönnerin , sagte Franziska , die von ihrer beklommenen Stimmung aufzuathmen begann . Erwähnen Sie doch diesen Namen nicht ! Franziska , Sie wissen , daß Heinrich vermögend ist und Ihnen eine glänzende Zukunft bieten kann ! Ich mag ihn nicht ! Es ist schlimm , wenn ein Mann zu wenig Herz hat , aber noch schlimmer läßt ' s ihm , hat er zu viel . Wie beschämt steh ' ich vor Ihnen da , Franziska ! Sie kennen die Freundschaft - Der Onkel kommt ! sprach Franziska und sprang zur Thür hinaus . Louis verwünschte die Störung . Er hatte sich erklären wollen . Er hatte endlich das entscheidende Wort der Liebe auf den Lippen . Die Reflexionen waren von ihm gewichen . Die Einsamkeit des Waldes , die Nähe des blühenden Mädchens , ihre Freude , ihn zu sehen , von ihm aus einer peinlichen Lage befreit zu werden , die sanfte Hand , die , kalt geworden von dem nach dem Herzen gedrängten Blute , sich in der seinen erwärmte ... Das Alles sprach ihm so viel Muth und Ermunterung zu , daß er endlich ein festes und sicheres Verständniß zwischen sich und dem Mädchen begründen wollte . Wieder vergebens ! Jeder Andere hätte kühn mit einer einzigen Umarmung diesem peinlichen Zustande ein Ende gemacht . Das konnte Louis Armand nicht . Dafür war er zu sehr ein Hamlet des Herzens , die Blässe des Gedankens kränkelte seine Empfindungen an . Er konnte in Dingen , die eine so große Lebensänderung würden nach sich gezogen haben , wie diese Erklärung seiner Liebe für Fränzchen Heunisch , nicht aus einer gewissen Pedanterei , einer zaghaften Scheu heraus , wie im Grunde so viele junge Männer , die , wie uns die Leserinnen bestätigen werden , schon lange nicht mehr den » Muth der Erklärung « haben . Heunisch hatte , da der Wind nicht nach seiner Richtung stand , von dem Schrei nichts gehört und war nicht wenig erstaunt , als ihm Louis den Vorfall erzählte und daran die nothwendige Überzeugung knüpfte , daß der Förster seine Nichte aus dem Hause geben sollte . Der Vorschlag mit Ackermann gefiel ihm , der Nähe Sandrart '